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Warum lässt Gott das zu? 

Diese Frage stellte sich vor ca. 3800 Jahren ein Mann, den JHWH selbst beschrieb: „So wie ihn gibt es sonst keinen auf der Erde. Er ist ein Vorbild an Rechtschaffenheit, nimmt Gott ernst und hält sich von allem Bösen fern.“ (Hio1:8). Hiob, der seinerzeit reichste Mann des Ostens, verlor innerhalb von kürzester Zeit sein gesamtes Vermögen, seine Kinder, Mitarbeiter und zuletzt seine Gesundheit. Weder hatte er eine Erklärung, noch bekam er eine. Das Schlimmste an seiner Situation ist für Hiob nicht der Verlust und der Schmerz an sich, sondern die Frage: „Warum lässt Gott das zu?“

Unsere Welt liegt im Machteinfluss eines ehemals sehr mächtigen Engels (Hio1:7), der zum Satan und Teufel wurde. In dieser gefallenen Welt wird das Gute nicht immer belohnt, noch das Böse immer bestraft. Kriminelle leben in Saus und Braus, während ein unschuldiges kleines Kind in den Armen der Eltern stirbt. Die Sünde hat die Gerechtigkeit verdreht. Manche Menschen erleben wie Hiob ein Leid, das sie kaum noch die Kraft haben, weiter zu leben. Kein Mensch ist gegen solche Katastrophen geschützt, mag er auch noch so gläubig und rechtschaffen sein.

Hiob ist wie nach einem schweren Erdbeben zu Boden gegangen, aber Dank eines festen und stabilem Glaubensfundaments konnte er auch wieder aufstehen. Andere die ihr Lebensgebäude nicht auf einem festen und stabilem Fundament gebaut haben, erleben bei einem ähnlichen Erdbeben, wie der Boden plötzlich wie Sumpfland nachgibt und sie sogar darin ertrinken können.

Die Prüfungen unseres Lebens sind es, die einen Glauben voll entwickeln und stärken können. Hiob ist ein Vorbild für Gottvertrauen und Gehorsam, auch in Extremsituationen. Echter Glaube wird in der Not gestärkt, der Gläubige entwickelt größere und stabilere Wurzeln, die sich tief in Gott hineinsenken. Sicherlich kann man Satan nicht für alles Unglück dieser Welt verantwortlich machen. Aber jeden Schlag den er gegen einen wahren Christen ausübt, wird für den Teufel zu einer schallenden Ohrfeige, wenn der Gläubige daraus sogar gestärkt hervorgeht.

Hiob 1 - Ein vorbildlicher Familienvater und Hauspriester

 
             

1.1

Es lebte einst im Lande Uz ein Mann mit Namen Hiob. Er war untadelig und rechtschaffen, gottesfürchtig und feind allem Bösen.

 

1:1 - Hiob ist das erste Lehrbuch der Bibel und gehört zu den ältesten Büchern. Der Verfasser ist nicht eindeutig bekannt. Auch die Entstehungszeit wird auf 1650-2000 v.u.Z. datiert. Es gibt uns einen Einblick in das Wirken des Satans, zeigt aber auch, dass wir die Denkweise unseres Schöpfers JHWH wohl niemals wirklich ergründen können.

1:1 - Das Land Uz lag wahrscheinlich nordöstlich von Palästina, nahe den Wüstengebieten zwischen Damaskus und dem Euphrat. Es besaß vermutlich reiches Weide- und Ackerland, die Sabäer und Chaldäer werden als Nachbarn genannt.

1:1 - 1Mo 6:9; 1Mo 10:23; 1Mo 17:1; 1Mo 22:12, 20-21; 1Mo 36:28; 2Kö 20:3; 1Chr 1:17,42; 2Chr 31:20-21; Sspr 8:13; Spr 16:6; Jer 25:20; Klg 4:21; Klg 5:11; Hes 14:14,20; Luk 1:6; 1Pet 3:11

1:2 - Est 5:11; Psa 107:38; Psa 127:3-5; Psa 128:3

1:3 - 1Mo 12:5,16; 1Mo 13:6; 1Mo 25:6; 1Mo 29:1; 1Mo 34:23; 4Mo 23:7; 4Mo 31:32-34; Ric 6:3,5; Ri 7:12; Ri 8:10; 1Sa 25:2; 1Kö 4:30; 2Kö 3:4; 2Ch 26:10; 2Ch 32:29; Spr 10:22

1:4 - Psa 133:1; Heb 13:1

1:5 - Hiob kalkulierte vorsorglich ein Fehlverhalten seiner Kinder ein. Er forschte offenbar weder nach, noch fragte er sie aus. Er ging einfach davon aus, dass junge Leute manchmal über die Strenge schlugen, hoffte aber innerlich, dass sie sich in den entscheidenen Momenten den Vater in Erinnerung rufen. Wie sollten sie auch sonst den Unterschied zwischen gut und böse kennenlernen? Ein herrliches Beispiel für einen gottesfürchtigen aber gütigen Vater, der seinen Kindern aber die notwendigen Freiheiten lässt, den eigenen Glauben zu entwickeln und das das Vertrauen in sie gerechtfertigt ist.

1:5 - 1Mo 6:5; 1Mo 8:20; 1Mo 22:3; 1Mo 35:2-3; 2Mo 18:22; 2Mo 19:10; 2Mo 24:5; 3Mo 1:3-6; 3Mo 24:10-16; 1Sa 16:5; 1Kö 18:31; 1Kö 21:10,13; Neh 12:30; Psa 5:3; Pre 9:10; Jer 17:9-10; Mar 7:21-23; Luk 1:75; Luk 18:7; Joh 11:55; Apg 8:22; Apg 21:26; 1Kor 4:5; 2Kor 11:2; Eph 6:18

1:6 - 1Kö 22:19; 1Chr 21:1; Psa 103:20; Dan 3:25; Sach 3:1; Matt 18:10; Luk 3:38; Joh 6:70; Off 12:9-10

1:7 - 2Kö 5:25; Sach 1:10-11; Sach 6:7; Matt 12:43; 1Pet 5:8; Off 12:9, 12-17; Off 20:8

1.8 - 4Mo 12:3,7-8; 1Kö 4:30-31; 2K25ö 23:; Neh 5:15; Psa 18:23; Psa 36:1; Psa 84:11; Psa 89:20; Spr 8:15; Jes 42:1; Hes 40:4; Luk 23:39-40; Joh 1:47

1:9 - Mal 1:10; Matt 16:26; 1Ti 4:8; 1Ti 6:6

1:10 - 1Mo 15:1; 1Mo 26:12; 1Mo 30:30,43; 1Mo 39:5; 1Mo 49:25; 5Mo 7:13; 5Mo 28:2-6; 5Mo 33:11,27; 1Sa 25:16; Psa 5:12; Psa 34:7; Psa 71:21; Psa 80:12; Psa 90:17; Psa 107:38; Psa 128:1-4; Spr 10:22; Jes 5:2,5; Sach 2:5,8; 1Pet 1:5

1:11 - 1Mo 26:11; Psa 105:15; Jes 5:25 Jes 8:21; Sach 2:8

1:12 - 1Mo 16:6; 1Kö 22:23; Psa 76:10; Jes 27:8; Jer 38:5; Luk 8:32,33; Luk 22:31-32; Joh 3:35-36; Joh 19:11; 1Kor 10:13; 2Kor 12:7

1:13 - Spr 27:1; Pre 9:12; Luk 12:19-20; Luk 17:27-29; Luk 21:34

1:14 - 1Sa 4:17; 2Sa 15:13; Jer 51:31

 

1.2

Er hatte eine große Familie mit sieben Söhnen und drei Töchtern

   

1.3

und besaß riesige Viehherden: 7.000 Schafe und Ziegen, 3.000 Kamele, 500 Rindergespanne und 500 Esel, dazu sehr viele Hirten und Mägde. Hiob war der reichste und angesehenste von allen Herdenbesitzern im Osten.

   

1.4

Seine Söhne hatten die Gewohnheit, reihum in ihren Häusern Festessen zu veranstalten, an denen alle Brüder teilnahmen. Auch ihre drei Schwestern luden sie dazu ein und alle aßen und tranken miteinander.

   

1.5

Wenn nun die Tage der Gastmahle vorüber waren, schickte Hiob nach ihnen und heiligte (o.reinigte) sie. Er stand früh am Morgen auf und brachte für jedes Kind ein Brandopfer dar. Denn Hiob dachte: "Vielleicht haben meine Kinder sich versündigt und Gott in ihrem Herzen gelästert." So tat Hiob an allen diesen Tagen.

   

1.6

Eines Tages traten wieder einmal die Engel vor JHWH. Unter ihnen erschien auch der Satan.

   

1.7

Und JHWH fragte den Satan: "Woher kommst du?" Der Satan antwortete: "Von einem Streifzug auf der Erde und von einer Wanderung auf ihr."

   

1.8

JHWH fragte ihn: "Hast du auch meinen Diener Hiob gesehen? So wie ihn gibt es sonst keinen auf der Erde. Er ist ein Vorbild an Rechtschaffenheit, nimmt Gott ernst und hält sich von allem Bösen fern."

   

1.9

Der Satan entgegnete: "Würde er dir gehorchen, wenn es sich für ihn nicht lohnte?

   

1.10

Du beschützt ihn doch von allen Seiten, sein Haus und alles, was er hat! Du lässt ja all sein Tun gelingen, und seine Herden breiten sich im Land aus.

   

1.11

Aber - versuch es doch einmal und laß ihn Hab und Gut verlieren, dann wird er dich ganz sicher vor allen Leuten verfluchen."

   

1.12

Da sagte der JHWH zum Satan: "Gut! Alles, was er besitzt, gebe ich in deine Gewalt. Aber ihn selbst darfst du nicht antasten!" Danach verließ der Satan die Versammlung der Engel.

   

1.13

Eines Tages waren die Kinder Hiobs wieder einmal im Haus ihres ältesten Bruders zusammen, um zu essen und Wein zu trinken.

   

1.14

Da kam plötzlich ein Bote zu Hiob und meldete: "Die Rinder pflügten gerade, und die Eselinnen befanden sich neben ihnen auf der Weide.

   

 

Ein Blick in den Hintergrund allen Geschehen

Eine beeindruckende Szene (Hio 1:6-12): Sämtliche Engel versammeln sich vor dem Thron Gottes. Und auch der Satan musste erscheinen. Da JHWH ihn direkt anspricht, ist davon auszugehen, dass er immer wieder wegen seiner Geltungssucht und seinem stolzen Gehabe aufgefallen ist, von seinen Taten gegen die Menschheit mal ganz abgesehen. Satan ist das hebräische Wort für Widersacher oder Ankläger. Obwohl er als Herr und Beschützer über die Erde und die Menschheit gesetzt war (Hes 28:14-19), versuchte er mit Lüge, List und Intrige den Menschen jeden erdenklichen Schaden zuzufügen.

Aber er versucht auch, JHWH bloßzustellen und Sympathisanten um sich zu scharen, wie die Thronszene zeigt. Satan macht den unvollkommenen Menschen das Leben schwer und klagt sie dann auch noch vor Gott und allen anderen Wesen des Himmels an. JHWH bleibt im Grunde nichts anderes übrig, als die von Satan geforderten Prüfungen zuzulassen, um den Keim des Zweifels nicht unter den Myriaden Engeln wachsen zu lassen.

Die Szene zeigt aber auch, dass der Teufel nur das tun kann, was der Allmächtige ihm erlaubt. So hat er wie alle anderen Geistwesen vor dem Thron zu erscheinen und bekommt deutlich Grenzen gesetzt, die er auch nicht überschreiten kann. Das zeigt, dass wir Menschen uns mit Gottes Kraft auch vor ihm schützen können. Satan kann auch weder in die Zukunft schauen noch unsere Gedanken lesen. Sonst hätte er seine Niederlage vorhersehen können.

Doch trotzdem stellt sich die Frage: „Warum lässt Gott das zu?“ Kein Vater würde es zulassen, dass irgendein Verrückter das eigene Kind quälen kann, nur damit bewiesen wird, dass das Kind standhaft sich falschen Vorwürfen widersetzt. Möglicherweise verstehen oder erkennen wir aber genauso wenig wie Hiob Gottes Beweggründe, wenn er zulässt, dass Satan Menschen etwas zufügen kann.

Wir wissen aber, dass man unscheinbare Rohdiamanten mit minderwertigen Diamanten so lange bearbeitet, bis aus ihnen wertvolle, für ewige Zeiten funkelnde Brillanten werden. Ist der Brillant fertig, sind die Schleifdiamanten nur noch wertloser Schleifstaub. Die Bibel sagt, dass Satan irgendwann für immer verschwinden wird (Off 20:10 Schwefelsee= Ewiger Tod). Übrig bleiben unzählige menschliche Brillanten, die manchmal sogar als Geschwister des Sohnes Gottes bezeichnet werden (Röm 8:29). Auch wenn nicht jeder Mensch zu einem in aller Pracht strahlenden Brillanten wird, zeigt das Buch Hiob im übertragenem Sinne, dass am Ende auch auf die Menschheit eine Wiedergutmachung wartet (Off 21:4-5).

Glaubensvolle Beugung unter Gottes gewaltige Hand

Hiob war der reichste Mann des Ostens, wie die Bibel schreibt. Trotzdem entsprang sein Glaube nicht aus seinem Reichtum. „JHWH hat's gegeben, JHWH hat's genommen, der Name JHWHs sei gelobt!“ Er erkennt, dass er alles nur durch Gott besaß und das dieser es ihm auch wieder nehmen konnte. Trotzdem verleugnete er in diesen schweren Zeiten Gott nicht, und fügte gerade in dieser Zeit, trotz seiner totalen Schwäche, dem Widersacher eine schwere Niederlage zu.

Ob wir Gott JHWH und seinem Sohn Jesus wirklich ergeben sind, zeigt sich letztendlich erst, wenn wir in Situationen kommen, wie sie Hiob erlebt hat. In dieser Hinsicht steckt eine gewisse Berechtigung in Satans Anklage, denn „Schönwetter-Christen“ gibt es in der Tat. Und sie üben sogar eine gewisse Gefahr für ihre Mitgeschwister aus, wenn sie womöglich besonders inbrünstig ihren Glauben öffentlich vertreten, um dann bei den ersten Problemen umzukippen und sogar bei Verfolgung andere Christen verraten.

Hiob demonstriert, was Gottvertrauen ist. Selbst im schlimmsten Sturm lässt er Gottes Hand nicht los. Er setzt seine Hoffnung weder auf eigene Erfahrungen, Freunde, Weisheit oder Reichtum, sondern allein auf Gott. Wenn alles zerbricht und uns die ganze Welt verlässt, Gott tut es nicht, auch wenn er nicht immer schützend eingreift. Es mag sein, dass wir in Situationen kommen, in der wir völlig hilflos anderen ausgesetzt sind, aber das Nichtaufgeben wird irgendwann von unserem Schöpfer belohnt. Wenn selbst unvollkommene Wesen wie wir Menschen auch in den schlimmsten Situationen nicht von Gottes Hand loslassen, sprechen wir im Grunde schon das Urteil über die Wesen, so mächtig sie auch sein mögen, so verächtlich sie auch auf uns herabsehen, die sich JHWH widersetzen und sich auf Throne setzen, die ihnen nicht zustehen. Jesus Christus wird gut 1600 Jahre später als Einzelner ein Opfer bringen, dass alle Menschen wieder vor Gott reinwäscht. In all den Jahrhunderten bis Heute hat es in allen Generationen immer wieder Einzelne oder kleine Gruppen von aufrichtigen Menschen gegeben, die Gott JHWH und seinem Sohn in allen Situationen treu geblieben sind.

 

1.15

Da machten die Sabäer einen Überfall, raubten die Tiere und töteten die Knechte mit dem Schwert. Nur ich allein bin entronnen, dir's zu melden.

 

1:14-19 – Hier zeigt Satan sein wahres Gesicht. Er darf zwar keine Hand an das Leben Hiobs legen, aber dafür tötet er skrupellos fast jeden, mit dem er Hiob richtig treffen kann. Er möchte etwas beweisen und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Hochmut und Stolz sind so extrem giftig und gefährlich, dass durch sie selbst ein so vollkommenes und mächtiges Wesen wie der Cherub, der zum Satan und Teufel wurde, zu einem abscheulichen Ungeheuer wird.

1:15 - 1Mo 10:7,28; 1Mo 25:3; 1Sa 22:20-21; Psa 72:10; Jes 45:14; Hes 23:42; Joe 3:8

1:16 - 1Mo 19:24; 2Mo 9:28; 3Mo 9:24; 1Sa 14:15; 1Kö 18:38; 2Kö 1:10,12,14; Amo 7:4; Off 13:13

1:17 - 1Mo 11:28; 2Sa 1:3; Jes 23:13; Hab 1:6

1:18 - 2Sa 13:28; Psa 34:19; Pre 9:2; Jes 28:19; Jer 51:31; Klg 1.12; Amo 4:6-11

1:19 - 1Mo 37:32-33; Ric 16:30; 1Kö 20:30; Jer 4:11-12; Matt 7:27; Luk 13:1-5; Apg 28:4; Eph 2:2

1:20-21 - Hiob verbirgt nicht seinen ungeheuren Schmerz. Er liebt die Seinen. Der Ausdruck von Schmerz, Trauer und Mitgefühl wurde uns von unserem Schöpfer genauso mitgegeben, wie das stärkste Gefühl des Universums: die Liebe. Wir dürfen zu unserer Trauer stehen und sie auch zeigen; das sind keine Anzeichen von Schwäche.

1:20 - 1Mo 37:29,34; 5Mo 9:18; 2Sa 12:16-20; 2Chr 7:3; Esr 9:3; Matt 26:39; 1Pet 5:6

1:21 - 1Mo 3:19; 1Mo 30:2; 1Mo 45:5; 1Sa 3:18; 2Sa 16:22; 1Kö 12:15; 2Kö 20:19; Psa 34:1; Psa 39:9; Psa 49:17; Psa 89:38-52; Pre 5:15; Pre 3:38; Pre 12:7; Klg 3:38; Jes 24:15; Jes 42:24; Jes 45:7; Amo 3:6; Matt 20;15; Apg 4:28; Eph 5:20; 1The 5:18; 1Tim 6:7; Jak 1:17

1:22 -Röm 9:20; Jak 1:4,12; 1Pet 1:7

 

1.16

Während er noch redete, kam schon ein anderer und berichtete: "Feuer Gottes (ein Blitz) kam vom Himmel und hat das Kleinvieh und die Knechte völlig verbrannt. Ich bin der einzige, der fliehen konnte, um es dir zu melden."

   

1.17

Er hatte kaum ausgesprochen, da kam ein anderer und sprach: "Die Chaldäer haben drei Haufen gebildet und sind über die Kamele hergefallen und haben sie geraubt, und die Knechte mit dem Schwert getötet. Nur ich bin entkommen, um es dir zu berichten."

   

1.18

Er hatte noch nicht ausgeredet, da kam ein vierter und sagte: "Deine Kinder waren im Haus deines Ältesten zusammen, um zu essen und Wein zu trinken.

   

1.19

Wie aus dem Nichts entstand in der Wüste plötzlich als ein Wirbelsturm, erfasste das Haus deines ältesten Sohnes und ließ es einstürzen. Alle deine Kinder liegen tot unter den Trümmern begraben! Ich habe als einziger dieses Unglück überlebt."

   

1.20

Und Hiob stand dann auf und zerriss sein ärmelloses Obergewand, schnitt sich sein Haar ab und warf sich zu Boden in den Staub

   

1.21

und sagte: "Nackt bin ich aus meiner Mutter Schoß gekommen, und nackt werde ich wieder dahingehen. JHWH hat's gegeben, JHWH hat's genommen, der Name JHWHs sei gelobt!"

   

1.22

Obwohl diese fürchterlichen Unglücke über ihn hereinbrach, versündigte sich Hiob nicht. Kein böses Wort gegen Gott kam über seine Lippen.

   

 


 

Hiob 2 - Die zweite Prüfungzichy satan

Die Freude Gott JHWH kennen zu lernen, wird oft getrübt durch Erfahrungen, die so gar nicht in das Bild eines glücklichen Gläubigen passen. Wir sehen in dieser Welt, dass es einem Gläubigen nicht unbedingt sorgenfrei ergeht und ein Ungläubiger nicht unbedingt im Unglück schwimmt.

Unser Glaube kann in schwierigen Zeiten zu einem Fels des Trostes werden, aber auch schweren Prüfungen unterliegen. Hiob erlebte eine Phase in seinem Leben, in der er zuletzt weder ein noch aus wusste. Wir als Zuschauer wissen zwar, wer dahinter steckte, aber trotzdem zeigt uns Hiob auch in seiner völligen Unkenntnis der Hintergründe, dass er die Situation hinnimmt, ohne an Gott zu zweifeln. Dieses Lehrbuch der völligen Hingabe an Gott im Guten, wie im Schlechten, zeigt uns, dass Satan gerade die immer wieder angreift, die besonders wertvoll für JHWH sind.

Nicht immer kommt in schwierigen Situationen der Trost alleine von Gott. Die Ankunft und das anfängliche Verhalten der 3 Freunde zeigen, dass Außenstehende auch ohne große Worte alleine durch ihre stille Anwesenheit Trost spenden können. Oft ist Schweigen das beste Mittel, wenn wir einen tief traurigen Menschen besuchen. Hiobs Freunde sehen, dass sein Schmerz nicht mit tiefsinnigen oder geistigen Worten zu lindern ist, wohl aber ein tröstender Arm oder Schulter. Stilles Mitgefühl kann lauter reden als eifrig zitierte Lebensweisheiten oder Bibelsprüche.


 
             

2.1

Wiederum kam ein Tag, an dem die Gottessöhne (Engel) vor JHWH hintraten, und auch Satan erschien wieder in ihrer Mitte.

 

2:1 - Jes 6:1-2; Luk 1:19; Heb 1:14

2:1 - Die Bibel schreibt über mehrere Thronrats-Szenen. Zwei weitere davon finden sich in Hio 1:6 und 1Kö 22:19-23.

2:2 - 1Mo 16:8; Joh 14:30; 2Kor 4:4; 1Pet 5:8

2:2 - Wieder erfahren wir (vergl. Hio 1:7), dass sich der Teufel offenbar bevorzugt auf der Erde aufhält.

2:3 - 1Mo 6:9; 2Sa 20.20; Psa 26:1; Psa 37:37; Psa 41:12; Spr 11:8; Spr 13:6; Spr 14:2; Spr 15:8; Spr 16:7; Joh 9:3; Phi 3:12; Jak 1:12; 1Pet 1:7; 1Pet 5:10

2:3 - JHWH ist ein Gott der Gerechtigkeit. Er vergibt uns unvollkommenen Menschen gern und immer wieder. Anders ist das bei einem vollkommenem Wesen wie es Satan einst war. Er hatte JHWH grundlos dazu überredet, einen rechtschaffenen Menschen ins Unglück zu stürzen. Wenn Gott irgendwann der Gerechtigkeit Genüge tun wird, kann der Satan keine Gnade oder Vergebung erwarten.

2:4 - Est 7:3-4; Jes 2:20-21; Jer 41:8; Matt 6:25; Matt 16:26; Apg 27:18-19; Phi 3:8-10

2:4 - Satan schadet den Menschen wo er nur kann, nur um sie dann auch noch bei jeder Gelegenheit vor Gott anzuklagen. Jeder Mensch, der standhaft bleibt, spricht im Grunde auch ein Urteil über den Engel, der zum ewigen Ankläger (hebr. Satan) der Menschheit wurde (1Kor 6:3).

2:5 - 3Mo 24:15; 1Chr 21:17; Psa 32:3-4; Psa 38:2-7; Psa 39:10; Jes 8:21

2:6 - Psa 65:7; Luk 8:29-33; Luk 22:31-22; 1Kor 10:13; Off 2:10; Off 20:1-2,7

2:6 - Gott kannte bereits den Ausgang der Geschichte. Der Satan nicht, sonst hätte er gar nicht erst versucht, Hiob zu prüfen.

2:7 – 2Mo 9:9-11; 5Mo 28:27,35; Jes 1:6; Jes 3:17; 1Kö 22:22; Off 16:11

2:8 - 2Sa 13:19; Psa 38:5,7; Jes 61:3; Hes 27:30; Jon 3:6; Matt 11:21; Luk 16:20-21

2:9 - 1Mo 3:6,12; 1Kö 11:4; 2Kö 6:33; Mal 3:14

2:9 - Warum wurde Hiobs Frau verschont? Möglicherweise sollten ihre Anklagen sein Leid noch verschlimmern.

2:10 - 1Mo 3:17; 2Sa 6:20-21; 2Sa 13:13; 2Sa 19:22,28; 2Sa 24:10; 2Chr 16:9; Psa 39:1; Psa 59:12; Spr 9:6; Spr 9:13; Klg 3:38-41; Matt 12:34-37; Matt 16:23; Matt 25:2; Joh 18:11; Röm 12:12; Jak 3:2; Jak 5:10; Heb 12:9-11

2:11 - 1Mo 36:11,15; 1Mo 25:2; 1Mo 37:35; 1Chr 1:32; Spr 17:17; Spr 18:24; Spr 27:10; Jes 51:19; Jer 49:7; Joh 11:19; Röm 12:15; 1Kor 12:26; Heb 13.3

2:12 - 1Mo 27:34; Rth 1:19-21; Ri 2:4; 1Sa 11:4; 1Sa 30:4; 2Sa 13:36; Neh 9:1; Est 4:1; Klg 2:10; Klg 4:7-8; Hes 27:30; Off 18:19

2:13 - 1Mo 1:5,8; 1Mo 50:10; Esr 9:3; Neh 1:4; Psa 77:4; Jes 3:26; Jes 47:1

 

2.2

"Woher kommst du?" fragte ihn JHWH. "Ich habe wieder die Erde durchstreift", gab der Satan zur Antwort.

 

2.3

Daraufhin fragte JHWH: "Hast du auch meinen Diener Hiob gesehen? So wie ihn gibt es sonst keinen auf der Erde. Er ist ein Vorbild an Rechtschaffenheit, nimmt Gott ernst und hält sich von allem Bösen fern. Du hast mich ohne jeden Grund dazu überredet, ihn ins Unglück zu stürzen. Aber er ist mir treu geblieben."

 

2.4

Der Satan erwiderte bloß: "Kein Wunder! Er selbst ist doch noch mit heiler Haut davongekommen. Aber Haut um Haut! Wenn es um sein Leben geht, wird er alles dafür geben.

 

2.5

Du brauchst nur seinen Körper und seine Gesundheit anzugreifen und er wird ganz sicher dich dann vor allen Leuten verfluchen!"

 

2.6

Da sagte JHWH zum Satan: "Gut! Ich gebe ihn in deine Gewalt. Aber sein Leben darfst du nicht antasten!"

   

2.7

Da verließ der Satan JHWH und die Versammlung der Engel und schlug zu: Eitrige Geschwüre brachen an Hiobs Körper aus, von Kopf bis Fuß.

   

2.8

Dieser setzte sich betrübt in einen Aschehaufen, nahm eine Scherbe in die Hand und begann, sich damit zu kratzen.

   

2.9

Da sagte seine Frau zu ihm: "Hältst du immer noch an deiner Frömmigkeit fest? Sage dich doch von deinem Gott los und stirb!"

   

2.10

Aber Hiob antwortete: "Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Unheil aus seiner Hand annehmen?" Trotz aller Schmerzen sagte Hiob kein Wort gegen Gott.

   

2.11

Hiob hatte drei Freunde: Elifas von Teman, Bildad von Schuach und Zofar von Naama. Sie hörten von dem Unglück, das Hiob getroffen hatte, und verabredeten sich, ihn gemeinsam zu besuchen. Sie wollten ihm ihr Beileid bezeugen und ihn trösten.

   

2.12

Schon von fern sahen sie ihn, aber sie erkannten ihn erst nicht. Da fingen sie an, laut zu weinen. Sie rissen ihre Obergewänder ein, warfen Staub in die Luft und streuten ihn auf ihre Köpfe.

   

2.13

Und sie saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte lang; und keiner redete ein Wort zu ihm, denn sie sahen, dass sein Schmerz sehr groß war.

   

Hiob 3 - Anfechtung des Glaubens

Die Katastrophen erscheinen wie Spott auf die Frömmigkeit Hiobs. Er hatte als Gerechter gelebt, alle Gebote beachtet, Gott angebetet und nicht den Reichtum. Hiobs religiöse Welt liegt in Trümmern und er selbst weiß nicht mehr, was er glauben soll. Sein Beispiel könnte zudem noch dafür sorgen, dass sich Andere erschrocken von Gott JHWH abwenden. Auch wir sind solchen Angriffen Satans ausgesetzt. Je wertvoller ein Mensch für Gott ist, umso massiver sind seine Angriffe.
Hiob wird letztendlich durchhalten, denn er sah den Sinn seines Lebens darin, Gott zu dienen und zu ehren. Und er wurde von JHWH belohnt. Neben irdischen Gütern erhielt er einen noch wertvolleren Schatz: Erkenntnis und Wissen. Dieser Schatz an Erkenntnis und Wissen liegt uns heute in noch größerer Form als komplette Bibel vor.

Im Tod sind alle gleich

Hiobs Klage im Kapitel 3 ist gekennzeichnet von seinem großen und verständlichen Schmerz, angesichts des Verlustes seiner 7 Kinder, aller Knechte und Mägde, seines ganzen Vermögens und zuletzt seiner Gesundheit. Das diese fast poetische Klage in der Bibel aufgezeichnet blieb, liegt sicher auch an den für uns Menschen wichtigen Aussagen über den Tod.

Mögen in dieser Welt die gesellschaftlichen Unterschiede noch so groß; der Reichtum noch so ungerecht verteilt sein; spätestens im Tod sind alle Unterschiede weggewischt. Der Gute, wie der größte Verbrecher, der Unterdrückte wie der schlimmste Unterdrücker - sterben müssen wir Alle. Hiob beschreibt den Tod sehnsüchtig als ein Ort der Ruhe und des Loslassens, als das friedliche Ende seiner Pein. Wie später Jesus Christus vergleicht er den Scheol oder Hades, also das allgemeine Grab aller Menschen, als einen ewigen Schlaf, den jeder Tote schläft. Niemand kann einem Toten Schaden zufügen, noch kann ein Toter jemanden etwas antun, weder etwas Gutes, noch etwas Schlechtes.

Der Tod wird von Hiob fast wie ein Anti-Paradies beschrieben. Das Gegenstück zum einstigen Paradies, in dem Adam und Eva lebten und dem von Gott JHWH verheißenem und durch den späteren Tod des Messias ermöglichtem zukünftigen Paradies. Für die einen ist der Tod also der Wartesaal zum Paradies, für andere bedeutet der Tod das ewige Gefängnis bis zu einer entsprechenden Verurteilung. Beide Gruppen spüren aufgrund der Gnade Gottes nichts in diesem Wartesaal oder Gefängnis, egal ob sie vor hundert oder bereits vor mehreren tausend Jahren starben. Das der Tod keine ewige Angelegenheit sein wird, sagt die Bibel in Off 20:12-15 und Off 21:4-5 zu.

Umso unverständlicher ist daher die Einführung und das Festhalten vieler Kirchen an einer Höllenlehre, mit der die Menschen seit über 1700 Jahren in Angst und Schrecken gehalten wurden. Und dazu noch die von diesen Kirchen parallel verbreiteten sehr lukrativen Vorstellung, man könne sich mit Geld und Vermögen von dieser Hölle freikaufen.

             

3.1

Erst dann begann Hiob zu sprechen und verfluchte den Tag seiner Geburt.

 

3:1 - Psa 39:2-3; Psa 106:33; Jer 20:14-15

3:2 - Ric 18:14

3:3 - Jer 15:1; Jer 20:14-15

3:4 - 2Mo 10:22-23; 5Mo 11:12; Joe 2:2; Amo 5:18; Matt 27:45; Apg 27:20; Off 16:10

3:5 - 5Mo 4:11; Psa 23:4; Psa 44:19; Psa 107:10,14; Jes 9:2; Jer 2:6; Jer 4:28; Jer 13:16; Hes 30:3; Hes 34:12; Joe 2:2; Amo 5:8; Amo 8:10; Matt 4:16; Luk 1:79; Heb 12:18

3:7 - Jes 13:20-22; Jes 24:8; Jer 7:34; Off 18:22-23

3:8 - 2Ch 35:25; Jer 9:17-18; Amo 5:16; Matt 11:17; Mar 5:38

3:8 - Aufgrund der Herkunft war Hiob vermutlich kein Jude (vergl Röm. 9:14) oder zumindest seine Freunde nicht.Daher sicherlich die Anspielung auf heidnische Zauberer als anschauliche Steigerung seiner Wehklage.

3:9 - Jer 8:15; Jer 13:16

3:10 - 1Mo 20:18; 1Mo 29:31; 1Sa 1:5; Pre 6:3-5; Pre 11:10; Jer 20:17

3:11 - Psa 22:9-10; Psa 58:8; Psa 71:6; Psa 139:13-16; Jes 46:3; Jer 15:10; Hos 9:14

3:12 - 1Mo 30:3; 1Mo 50:23; Jes 66:12; Hes 16:4-5

3:13 - Hiob wusste also um den Zustand der Toten. Für ihn war der Tod gleichbedeutend wie ein tiefer friedlicher Schlaf ohne jegliche Empfindungen.

3:13 - Pre 6:3-5; Pre 9:10

3:14 - 1Kö 2:10; 1Kö 11:43; Psa 49:6-10: Psa 49:14; Psa 89:48; Pre 8:8; Jes 5:8; Jes 14:10-16; Hes 26:20; Hes 27:18-32

3:15 - 4Mo 22:18; 1Kö 10:27; Jes 2:7; Zep 1:18; Sach 9:3

3:16 - Hiob nennt ungeboren gestorbene Kinder in einer Aufzählung mit anderen Verstorbenen. Demnach liegen auch sie im Scheol, dem allgemeinem Grab aller Menschen. Da das Leben bereits bei seiner Zeugung für JHWH heilig ist, wäre dies auch aus dieser Perspektive der richtige Ort. Um so unverständlicher, ja sogar grausam, ist daher die von der katholischen Kirche Jahrhunderte lang vertretene Doktrin, dass verstorbene ungetaufte Kinder in eine Hölle kommen würden.

3:16 - Psa 58:8; 1Kor 15:8

3:17 - Bereits Hiob beschreibt, dass kein Toter zu irgendeiner Handlung mehr in der Lage. Selbst die Bösen können niemanden mehr schaden, weder anderen Toten, noch uns Lebenden.

3:17 - Psa 55:5-8; Jes 57:1-2; Matt 10:28; Luk 12:4; 2Th 1:6-7; 2 Pet 2:8; Heb 4:9,11; Off 14:13

3:18 - 2Mo 5:6-8, 15-19; Ri 4:3; Jes 14:3-4

3:19 - Psa 49:2, 6-10, 14-20; Spr 8:8; Spr 12:5,7; Luk 16:22-23; Heb 9:27

3:20 - 1Sa 1:10; 2Kö 4:27; Spr 31:6; Jer 20:8;

3:20 - Menschen, die wie Hiob keinerlei Einsicht bzw. Erkenntnis über die Hintergründe des Geschehens haben, können trotz ihres Glaubens in schwierigen Situationen an ihrem Schmerz und ihrer Trauer zerbrechen. Psa 49:20 zieht hier sogar einen Vergleich mit den unwissenden Tieren. Die Bibel beschreibt unsere heutige Zeit als eine Zeit des Endes. Aber gerade heute steht uns mit der kompletten Heiligen Schrift ein unglaubliches Rüstzeug an Erkenntnis und Wissen über die Zusammenhänge zu Verfügung (vergl Eph 6:13-18).

3:22 - 4Mo 11:15; 1Kö 19:4; Spr 2:4; Jon 4;3,8; Off 9:6

3:22 - Die Erfahrungen Hiobs sind ein Schatten einer Zeit, in der fast die ganze Menschheit ähnliche Wünsche hegt (Off 9:6) Bereits das Mittelalter war geprägt durch eine teilweise extreme Hofnungslosigkeit der Menschen, auch ausgelöst durch die vielen Irrlehren der Kirchen.

3:23 - Jes 40.27; Psa 31:8; Klg 3:7,9; Hos 2:6

3:24 -Psa 22:1-2; Psa 32:3; Psa 38:8; Psa 80:5; Psa 102:9; Jes 59:11; Klg 3:8

3:26 - Psa 143:11

 

3.2

Hiob sprach:

 

3.3

"Versunken und vergessen soll er sein, der Tag, an dem ich einst geboren wurde, und auch die Nacht, die sah, wie man mich zeugte!

 

3.4

Jener Tag versinke in tiefer Finsternis - kein Licht soll ihn erhellen! Selbst Gott da oben vergesse ihn!

 

3.5

Ja, der Tod soll ihn holen - diesen Tag! Ich wünschte, daß sich dunkle Wolken auf ihn legten und die Finsternis sein Licht erstickte!

 

3.6

Wäre doch jene Nacht ein Raub des Dunkels geworden, hätte sie sich doch nicht eingereiht unter die Tage des Jahres und nicht zu der Zahl der Monate zugesellt!

   

3.7

Nein, wäre doch jene Nacht unfruchtbar gewesen und kein Hochzeitsjubel in ihr laut geworden!

   

3.8

Verwünschen mögen sie die Tagbeschwörer (o. Zauberer), die es verstehen, den Leviathan (= Himmelsdrachen) aufzuwecken!

   

3.9

Hätten sich die Sterne doch verdunkelt, als sie heraufdämmerte! Sie wartete auf das Licht, wäre es doch ausgeblieben und hätte sie nie die Wimpern der Morgenröte geschaut!

   

3.10

Dann wäre mir die Pforte des Mutterschoßes verschlossen und das Unheil vor meinen Augen verborgen geblieben.

   

3.11

Warum starb ich nicht gleich bei meiner Geburt? Warum bin ich nicht bereits Tod, noch ehe ich aus dem Mutterschoß kam?

   

3.12

Warum fing man mich bei der Geburt auf und reichte mir die Brüste, damit ich trinken konnte?

   

3.13

Dann läge ich jetzt in Grabes Frieden und würde schlafen, dann hätte ich Ruhe,

   

3.14

wie die Könige und die Mächtigen der Erde, die sich Grabdenkmäler erbauten,

   

3.15

oder mit Fürsten, die reich an Gold waren und ihre Häuser mit Silber gefüllt hatten;

   

3.16

oder, einer verscharrten Fehlgeburt gleich, wäre ich nicht ins Dasein getreten, den Kindlein gleich, die das Licht der Welt nicht erblickt haben.

   

3.17

Bei den Toten können auch die Verbrecher und andere Gottlose nichts mehr tun, auch ihre Opfer haben endlich Ruhe.

   

3.18

Auch die Gefangenen sind dort in Frieden, sie hören nicht mehr, wenn die Wächter schreien.

   

3.19

Dort gelten die Niedrigen und Hohen gleich, dort ist der Knecht frei von seinem Herrn.

   

3.20

Warum nur lässt Gott die Menschen leben? Sie mühen sich ab, sind verbittert und ohne Hoffnung.

   

3.21

Sie sehnen sich den Tod herbei - aber er kommt nicht! Sie suchen ihn mehr als verborgene Schätze,

   

3.22

sie würden sich freuen, wenn sie ein Grab finden würden.

   

3.23

Wohin das Leben führt, bleibt den Menschen verborgen, mit einem Zaun hält Gott sie eingeschlossen.

   

3.24

Das Seufzen wurde zu meinem täglichen Brot, und wie fließendes Wasser hört man meine Klagen.

   

3.25

Was ich befürchte, tritt auch ein. Meine größten Ängste werden wahr.

   

3.26

Ich finde keine Ruhe, keinen Frieden und keine Freude. Es kommt nur immer wieder neues Unheil."

   

Hiob 4 - Elifas erste Rede - Gott ist gerecht und stark mJob0211Dore JobAndHisFriends

Hiob war offenbar auch in seiner Umgebung für seinen Glauben bekannt. Unzähligen Menschen hatte er Halt gegeben und Mut gemacht. Auf diese Art begann Elifas von Teman, einer der angeblichen Freunde Hiobs, seine Rede. Aber seine weiteren Worte sind wie weitere Hiebe und ein Beispiel dafür, wie sich biblische Wahrheiten verdrehen und verfälschen lassen.

Als erstes stellt Elifas die Integrität Hiobs als Ratgeber in Frage, da er angeblich seine eigenen Ratschläge, die er Anderen immer gab, für sich selbst nicht umsetzt (4:1-7).

Seine nächsten Aussagen können wir mit den Worten JHWHs vergleichen, wie sie in Kapitel 1 und 2 gemacht werden: Denn so wie er ist kein Mensch auf Erden, so untadelig und rechtschaffen, so gottesfürchtig und feind allem Bösen.“ (Hio 1:8; 2:3). Durch seine biblischen korrekten Aussagen versucht Elifas nun Hiob in die Ecke eines schweren Sünders zu rücken. Obwohl er genausowenig wie Hiob die Hintergründe kennt, erweckt er trotzdem die Ansicht, dass Hiobs Leid selbst verschuldet bzw. verursacht ist. Diese Ansicht über Ursache und Wirkung von erlebtem Leid hat sich bis in unsere Zeit erhalten (4:8-11).

Weiter ist es fraglich, ob es die nächtliche Erscheinung wirklich gegeben hat oder sich Elifas nur wichtig tun wollte. Elifas geht jedenfalls soweit, zu behaupten, dass wenn JHWH selbst den Engeln nicht trauen würde, er erst recht nicht einem Menschen traut. Elifas ist ein Beispiel dafür, wie Menschen biblisches Wissen verdrehen und dazu benutzen, quasi als Handlanger Satans, Gläubigen in schweren Prüfungen noch mehr zu schaden, als ihnen zu helfen (4:12-21).

 
             

4.1

Darauf antwortete Elifas von Teman und sagte:

 

4:2 - 2Kor 2:4-6; 2Kor 7:8-10; Jer 6:11: Jer 20:9; Apg 4:20

4:3 - 1Mo 18:19; 5Mo 3:28; Esr 6:22; Spr 10:21; Spr 15:7; Spr 16:21; Jes 35:3; Jes 50:4; Hes 13:22; Luk 22:32,43; Eph 4:29; Kol 4:6

4:4 - Psa 145:14; Spr 12:18; Spr 16:23-24; Jes 35:3-4; Dan 5:6; 2Kor 2:7; 2Kor 7:6; 1Th 5:14; Heb 12:12

4:5 - Spr 24:10; 2Kor 4:1,16; Heb 12:3,5;

4:6 - 2Kö 20:3; Spr 3:26; Spr 14:26; 1Pe 1:13,17

4:7 - Psa 37:25; Pre 7:15; Pre 9:1-2; Apg 28:4; 2Pet 2:9

4:8 - Psa 7:14-16; Spr 22:8; Jer 4:18; Hos 8:7; Hos 10:12-13; 2Kor 9:6; Gal 6:7-8

4:9 - 2Mo 15:8,10; 2Kö 19:7; Psa 18:15; Jes 11:4; Jes 30:33; 2Th 2:8; Off 2:16

4:10 - Psa 3:7; Psa 57:4; Psa 58:6; Spr 30:14

4:11 - 1Mo 38:39; 1Mo 49:9; 4Mo 23:24; 4Mo 24:9; Psa 7:2; Psa 34:10; Jer 4:7; Hos 11:10; 2Ti 4:17

4:12 - Psa 62:11; 1Kor 13:12

4:13 - 1Mo 2:21; 1mo 15:12; 1Mo 20:3; 1Mo 28:12; 1Mo 31:24; 1Mo 46:2; 4Mo 12:6; 4Mo 22:19-20; Dan 2:19, 28-29; Dan 4:5; Dan 8:18; Dan 10:9

4:14 - Psa 119:120; Jes 6:5; Dan 10:11; Hab 3:16; Luk 1:12,29; Off 1:17

4:15 - Psa 104:4; Jes 13:8; Jes 21:3-4; Dan 5:6; Matt 14:26; Luk 24:37:39; Heb 1:7,14

4:16 - 1Kö 19:12

4:17 - 1Mo 18:25; Psa 143:2; Psa 145:17; Pre 7.20; Jer 12:1; Jer 17:9; Mar 7:20; Röm 2:5; Röm 3:4-7; Röm 9:20; Röm 11:33; Off 4:8

4:18 Ric 1:6; Psa 103:20-21; Psa 104:4; Jes 6:2-3; 2Pet 2:4

4:19 - 1Mo 2:7; 1Mo 3:19; 1Mo 18:27; Psa 39:11; Psa 99:5-7; Psa 103:15-16; Psa 146:4; Pre 12:7; 2Kor 4:7; 2Kor 5:1; 1Pet 1:24

4:20 - 2Ch 15:6; 2Ch 21:20; Psa 37:36; Psa 39:13; Psa 92:7; Jes 38:12-13; Spr 10:7

4:21 - Psa 39:5; Psa 39:11; Psa 49:14,20; Psa 146:3-4; Klg 1:11; Jes 2:22; Jes 14:16; Luk 12:20; Luk 16:22-23;

 

4.2

"Du bist zwar aufgebracht, doch will ich versuchen, dir etwas zu sagen; ich kann nicht länger schweigen!

 

4.3

Du selbst hast zahllose Menschen gelehrt, auf Gott zu vertrauen. Lebensmüde hast du wieder gestärkt.

 

4.4

War jemand mutlos und ohne Halt, du hast ihn wieder aufgerichtet und ihm neuen Lebensmut gegeben.

 

4.5

Nun aber, wo du es dich selber trifft, verlierst du die Fassung. Kaum bricht das Unglück über dich herein, brichst du zusammen!

 

4.6

Hast du nicht Gott zu jeder Zeit geehrt? War nicht dein Leben frei von jedem Tadel? Dann könntest du doch Mut und Hoffnung haben!

   

4.7

Denk einmal nach: wo ist je ein Unschuldiger zu Grunde gegangen, und wo sind Gerechte so zu Fall gekommen?

   

4.8

Ich kann nur sagen, was ich selber sah: Da pflügen Leute auf dem Feld der Bosheit, sie säen Unheil und ernten es in vielfacher Form!

   

4.9

Die solches tun, erregen Gottes Zorn, der sie hinwegfegt wie ein heißer Sturm.

   

4.10

Die Unheilstifter brüllen wie die Löwen, doch Gott bricht ihnen alle Zähne aus.

   

4.11

Sie verenden wie Löwen, die keine Beute mehr finden, und ihre Kinder werden in alle Winde zerstreut.

   

4.12

Hiob, heimlich habe ich eine Botschaft bekommen, leise wurde sie mir zugeflüstert!

   

4.13

Sie kam in einem nächtlichem Traum, wärend die anderen tief und fest schliefen.

   

4.14

Da packten mich Grauen und Entsetzen; ich zitterte am ganzen Körper.

   

4.15

Ein kalter Hauch berührte mein Gesicht, die Haare standen mir zu Berge!

   

4.16

Vor meinen Augen sah ich etwas stehen, doch konnte ich nicht erkennen, was es war. Dann hörte ich eine leise Stimme:

   

4.17

Kann ein Mensch gerecht sein vor Gott und ein Sterblicher rein vor seinem Schöpfer?

   

4.18

Gott traut nicht einmal seinen eigenen Dienern, selbst seinen Engeln wirft er Fehler vor.

   

4.19

Wieviel weniger vertraut er dann den Menschen! Sie hausen in Lehmhütten, die im Staub auf der Erde stehen, und werden wie eine Motte zertreten.

   

4.20

Mitten aus dem Leben werden sie gerissen, unwiederbringlich, und keiner beachtet es!

   

4.21

Ja, Gott beendet ihre Existenz; sie sterben plötzlich und sind kein bißchen weise geworden!"

   

Hiob 5 - Elifas Antwort: Der Mensch verursacht sein Leiden selbst

Die weitere Rede des Elifas erweckt den Eindruck, als wäre ihm die Existenz und das Wirken des "Ewigen Anklägers der Menschheit" (hebr. Satan) nicht bekannt oder als würde er sie leugnen. Seiner Erkenntnis nach liegen Ursache und Wirkung in den Handlungen eines jeden Menschen selbst. Demnach ist die fürchterliche Situation Hiobs das Ergebnis seiner Fehler und Sünden in der Vergangenheit. Viel schlimmer noch, durch seine Sünden wurden sogar noch andere bestraft. Kaum vorzustellen, wie solche subtile Andeutungen auf den geschlagenen Hiob gewirkt haben müssen. Elifas Worte finden sich an vielen Stellen der Bibel wieder und doch wird klar, dass durch dieses Schwarz-Weiß-Denken der Sinn der Worte in Hiob 5 verzerrt wird.

             

5.1

"Klag nur, Hiob! Doch wer soll dir antworten? An welchen Engel willst du dich denn wenden?

 

Wie bei Hiob zieht bis heute der Satan und seine Helfer über die Erde und machen regelrecht Jagd auf alle, die sich zu JHWH und seinem Sohn bekennen oder von ihnen als wertvoll erachtet werden. Wir wären vermessen, uns mit dem rechtschaffenen Hiob auf eine Stufe stellen zu wollen. Umso schwieriger ist es in unserer großen Unvollkommenheit in einer Welt bestehen zu müssen, in der das Gute nur selten belohnt und das Schlechte selten wirklich bestraft wird. Und offenbar wird alles noch schlimmer kommen (Off 8ff). Vergessen dürfen wir allerdings auch nicht, dass Unglücke auch ohne Eingriffe von außen passieren können (Luk 13:4).

Wir kennen aber dank der Geschichte Hiobs auch die Hintergründe; dass wir Menschen Opfer einer Streitfrage sind, die die gesamte intelligente Schöpfung betrifft. Vielleicht erinnern wir uns an das Bibelbuch Hiob, wenn wir in Situationen kommen sollten, die uns ohne Ausweg oder kaum noch zu ertragen erscheinen.

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5:1 - 5Mo 33:2-3; Psa 16:3; Psa 106:16; Jes 41:1,21-23; Eph 1:1; Heb 12:1

5:2 - 1Mo 30:1; Jon 4:9; 1Sa 18:8-9; Psa 14:1; Psa 75:4; Psa 92:6; Psa 107:17; Spr 1:22-23; Spr 8:5; Pre 7:9; Hos 7:11; Röm 2:8; 2Tim 3:6

5:3 - 5Mo 27:15-26; Psa 37:35-36; Psa 69:25; Psa 73:3-9, 18-20; Psa 92:73; Jer 12:1-3; Apg 1:20

5.4 - 2Mo 20:5; Psa 7:2; Psa 109:9-15; Psa 119:155; Psa 127:5; Luk 13:4-5

5:5 - 5Mo 28:33,51; Ric 6:3-6,11; 2Chr 33:11; Jes 62:8; Jer 51:34,44; Klg 2:5,16; Hos 8:7

5:6 - 5Mo 32:27; 1Sa 6:9; Psa 90:7; Jes 45:7; Klg 3:38; Amo 3:6; Hos 10:4; Heb 12:15

5:7 - 1Mo 3:17-19; Psa 90:8-9; 1Kor 10:13; Pre 1:8; Pre 2:22; Pre 5:15-17

5:8 - 1Mo 32:7-12; 2Ch 33:12-13; Psa 37:5; Psa 50:15; Psa 77:1-2; Jon 2:1-7; 2Tim 1:12; 1Pet 2:23; 1 Pet 4:19

5:9 - Psa 40:5; Psa 72:18; Psa 86:10; Psa 139:18; Jes 40:28; Röm 11:33

5:10 - Psa 65:9-11; Psa 147:8; Jer 5:24; Jer 10:13; Jer 14:22; Amo 4:7; Apg 14:7

5:11 - 5Mo 33:27; 1Sa 2:7-8; Psa 91:14; Psa 107:41; Hes 17:24; Luk 1:52-53; Luk 6:21; Jak 1:9; Jak 4:6-10; 1Pet 1:3; 1Pet 5:10

5:12 - Neh 4:15; Psa 21:11; Psa 33:10-11; Psa 37:17; Spr 21:30; Jes 8:10;; Jes 19:3; Jes 37:36; Apg 12:11; Apg 23:12-22

5:13 - 2Sa 15:31,34; 2Sa 17:23; Est 6:4-11; Est 7:10; Est 9:25; Psa 7:15-16; Psa 9:15-16; Psa 18:26; Psa 35:7-8; Spr 3:32; Luk 1:51

5:14 - 5Mo 28:29; Spr 4:19; Jes 59:10; Amo 8:9

5:15 - Psa 10:14,17; Psa 35:10; Psa 72:4,12-13; Psa 107:41; Psa 109:31; Psa 140:12

5:16 - 1Mo 11:7; 1Sa 2:8-9; Psa 9:18; Psa 63:11; Psa 107:42; Jes 14:32; Sac 9:12; Röm 3:19

5:17 - Psa 94:12; Spr 3:11-12; Jer 31:18; Heb 12:5-11; Jak 1:12; Jak 5:11; Off 3:19

5:18 - 5Mo 32:39; 1Sa 2:6; Psa 147:3; Jes 30:26

5:19 - Psa 34:19; Psa 91:3-7; Psa 91:7-10; Spr 24:16; 1Kor 10:13; 2Kor 1:8; 2Pet 2:9

5:20 - 1Mo 45:7; 1Kö 17:6; Psa 27:3; Psa 33:19; Psa 49:7; Spr 10:3; Jes 33:16; Hab 3:17; Hos 13:14; Matt 24:6

5:21 - Psa 31:20; Psa 55:21; Psa 57:4; Psa 91:5-7; Spr 12:8; Jes 54:17; Jer 18:18; Jak 3:5-8

5:22 - 2Kö 19:21; Jes 35:9; Jes 65:25; Hes 34:25

5:23 - 3Mo 26:6; Psa 91:12-13; Jes 11:9; Hes 14:15-16; Dan 6:22; Hos 2:18; Röm 8:38-39

5:24 - 5Mo 28:6; 1Sa 30:3; Psa 25:13; Psa 91:10; Psa 107:4,40; Psa 121:7-8; Jes 4:5-6;

5:25 - 1Mo 15:5; 3Mo 26:9; 5Mo 28:4; Psa 72:16: Psa 112:2; Psa 127:3-5; Psa 128:3-6

5:26 - 1Mo 15:15; 1Mo 25:8; Psa 91:16; Spr 9:11; Spr 10:27

5:27 - 5Mo 10:13; Psa 111:2; Spr 2:3-5; Spr 9:12

 

5.2

Den Narren bringt der Unmut um, den Dummkopf tötet der Eifer.

 

5.3

Ich selbst habe es erlebt, wie ein Narr festverwurzelt dastand, und plötzlich brach für ihn alles zusammen.

 

5.4

Ohne jede Hilfe standen ihre Kinder da; niemand verteidigte sie, als sie vor Gericht verurteilt wurden.

 

5.5

Was sie geerntet haben, essen andere; sie finden es im sichersten Versteck und stürzen sich voll Habgier auf ihr Gut.

 

5.6

Denn Unheil wächst nicht aus dem Staube; noch sprießt das Unglück aus dem Boden.

   

5.7

Aus seinem eigenen Wesen kommt das Leid, so wie der Funkenwirbel aus dem Feuer.

   

5.8

Ich an deiner Stelle würde mich an Gott wenden und ihm die Angelegenheit im Gebet vortragen.

   

5.9

Was Gott tut, ist so groß und gewaltig, dass es niemand begreifen kann; seine Wunder sind unzählbar.

   

5.10

Er lässt lässt es auf die Erde regnen, damit das Wasser alle Felder tränkt.

   

5.11

Den Unbedeutenden erhöht er; den Weinenden und Klagenden lässt er wieder Freude finden.

   

5.12

Er vereitelt die Pläne der Hinterhältigen, so dass ihnen nichts gelingt.

   

5.13

Er fängt die Klugen mit ihrer eigenen Schlauheit, und ihre Machenschaften durchkreuzt er.

   

5.14

Am hellen Tag schlägt er sie mit Blindheit und lässt sie tappen wie in dunkler Nacht.

   

5.15

Er hilft den Schwachen, schützt sie vor Verleumdung und reißt sie aus der Hand der Unterdrücker.

   

5.16

Er gibt den Schwachen wieder Hoffnung und bringt die Ungerechtigkeit zum Schweigen.

   

5.17

Glücklich sollte ein Mensch sein, den Gott zurechtweist! Wenn er dich jetzt bestraft, lehn dich nicht auf!

   

5.18

Er fügtSchmerzen zu, aber er verbindet auch wieder. Er zerschlägt, aber seine Hand heilt auch wieder.

   

5.19

Sooft dich auch das Unglück treffen mag, er wird dir helfen und dem Schaden wehren.

   

5.20

Er erhält in der Hungersnot am Leben und schützt im Krieg von der Gewalt des Schwertes.

   

5.21

Er beschützt dich vor übler Nachrede, die wie Peitschenhiebe verletzt. Du musst nicht befürchten, dass dein Besitz vernichtet wird.

   

5.22

Gewalt und Hungersnot lachst du aus, und vor den wilden Tieren hier im Lande hast du keine Angst.

   

5.23

Keine Steine finden sich auf deinem Acker, und die wilden Tiere werden dich nicht angreifen.

   

5.24

In Ruhe und Frieden kannst du auf Grund und Boden leben, und wann immer du nach deinem Hab und Gut schaust, nie wird etwas fehlen

   

5.25

Du wirst es erleben, dass du eine viele Nachkommen haben wirst. Deine Sprösslinge werden so zahlreich sein wie das Gras auf einer Wiese.

   

5.26

Du bleibst rüstig bis ins hohe Alter, und wenn du einst begraben wirst, gleichst du dem Korn, das erst in voller Reife geerntet wird.

   

5.27

So wir haben es erforscht! Hiob merke es dir und präge es dir ein!"

   

 


Hiob 6 - Hiobs erste Antwort

Wenn JHWH Hiob als ein Vorbild an Rechtschaffenheit bezeichnet, der Gott ernst nimmt und sich von allem Bösen fernhält (Hio 1:8; 2:3), bedeutet das nicht, dass er ein "Gerechter", also ohne Sünde ist. Biblische Rechtschaffenheit ist nicht gleichzusetzen mit Sündlosigkeit. Ohne jede Sünde war nur Jesus Christus (Röm 3:23). Neben der ererbten Sünde, die uns nach wie vor wie ein "Gendefekt" zum Sterben verurteilt, leben wir heute in einer Welt, in der es nahezu unmöglich ist, "sauber" zu bleiben.

             

6.1

Da antwortete Hiob:

 

Pastor C.T.Russel, der Gründer der Bibelforscherbewegung schrieb Ende des 19. Jahrhunderts:
"... sie gar leicht von Satan, dem Gott dieser Welt, verblendet und durch die umlagernde und umgebende Sünde gefangen genommen werden, und dass alle, mehr oder weniger, unter diesem Einfluss stehen so dass, wenn sie das Gute wollen, das Böse ihnen anhängt und durch die Umgebung usw. viel mächtiger ist, und das Gute, das sie tun möchten, fast unmöglich, dagegen das Böse, das sie nicht tun möchten, fast unvermeidlich ist (Schriftreihen Band 1, Kapitel 9)." Und diese Zeit war schon nicht mit unserer Heutigen vergleichbar.

Auch Hiob behauptete nicht, ohne Sünde zu sein. Trotzdem war er fest davon überzeugt, dass seine Beziehung zu Gott in Ordnung war, auch wenn er die Ursachen für sein Leid nicht erkennen konnte. Aber was ihm seine Freunde vorwarfen, hatte er nicht getan, denn dann hätte er die Liebe zu Gott verlassen (Jer 2:2).

Am Beispiel Hiobs können wir erkennen, dass es auch für uns wichtig ist, ab und zu unser Verhältnis zu unserem Vater JHWH und unserem Herrn Jesus zu überprüfen. Erst recht, wenn wir Situationen durchstehen müssen, die kaum noch zu ertragen sind. Vor allem dürfen wir uns nicht einreden lassen, dass wir selbst an unserem Unglück schuld sind. Mindestens genauso fatal ist die Auffassung in vielen Glaubensgemeinschaften, dass man mit genügend Stärke einem so mächtigen Cherub wie dem Satan jederzeit widerstehen könne. Und wenn nicht, man eben zu schwach sei. Das hat schon bei so manchem Gläubigen zum völligen geistigen Zusammenbruch geführt.

Wie können wir unser Verhältnis zu JHWH und Jesus überprüfen?
Einmal durch unser Gebetsleben und unsere uneigennützige Bereitschaft, die Bibel zu studieren. Und natürlich durch unsere Bemühungen, unserem Vater und unserem Herrn in unserem Leben nach bestem Wissen und Gewissen zu gehorchen.

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6:3 - Psa 40:5; Psa 77:4; Spr 27:3; Matt 11:28

6:4 - 5Mo 32:23-24,42; Psa 7:13; Psa 18:14; Psa 21:12; Psa 38:2; Psa 45:5; Psa 88:15; Psa 143:7; Spr 18:14;Klg 3:12:13; Mar 14:33-34; Mar 15:34; 2Kor 5:11

6:5 - Psa 42:1; Psa 104:14; JJer 14:6; Joe 1:18-20

6:6 - 3Mo 2:13; Psa 119:103; Luk 14:34; Kol 4:6; Heb 6:4-6

6:7 - 1Kö 17:12; 1Kö 22:27; Psa 102:9; Hes 4:14,16; Hes 12:18-19; Dan 10:3

6:8 - Psa 119:81

6:9 - 4Mo 11:14-15; 1Kö 19:4; Psa 32:5; Jes 48:10-13; Jon 4:3,8; Off 9:6

6:10 - 3Mo 19:2; 5Mo 29:20; 1Sa 2:2; Jes 30::11-12; Jes 57:15; Psa 40:9-10; Psa 71:17-18; Psa 119:13; Hos 11:9; Hab 1.12, Hab 3:3; Apg 20:20,27; Röm 8:32; 2Pet 2:4-5; Off 3:7; Off 4:8

6:11 - Psa 39:5; Psa 90:5-10; Psa 102:23; Psa 103:14-16

6:13 - 2Kor 1:12; Gal 6:4

6:14 - 1Mo 20:11; Psa 36:1-3; Spr 17:17; Luk 23:40; Röm 12:15; 1Kor 12:26; 2Kor 11:29; Gal 6:2; Heb 13:3

6:15 - RRic 1:12; Psa 38:11; Psa 41:9; Psa 55:12-14; Psa 88:18; Jer 9:4-5; Jer 15:18; Jer 30:14; Mic 7:5-6; Joh 13:18; Joh 16:32

6:17 - 1Kö 17:1

6:19 - 1Mo 10:7; 1Mo 25:3,15;1Kö 10:1; Psa 72:10; Jes 21:14; Jer 25:23; Hes 27:22-23

6:20 - Jer 14:3-4; Jer 17:13; Röm 5:5; Röm 9:33

6:21 -Psa 38:11; Psa 62:9; Spr 19:7; Jes 2.22; Jer 17:5-6; Jer 51:9; Matt 26:31; Matt 26:56; 2Tim 4:16; Off 18:9-10, 17-18

6:22 - 1Sa 12:3; Apg 20:33

6:23 - 3Mo 25:48; Neh 5:8; Psa 49:7-8,15; Psa 107:2; Jer 15:21

6:24 - Psa 19:12; Psa 32:8; Psa 39:1-2; Spr 9:9; Spr 25:12; Klg 1:19; Klg 3:2

6:25 - Spr 12:18; Spr 16:21-24; Spr 18:21; Spr 25:11; Pre 12:10-11

6:26 - Hos 12:1; Matt 12:37; Eph 4:14

6:26-27 - Viel Sprüche und Redewendungen haben ihren Ursprung in der Bibel.

6:27 - 2Mo 22:22-24; Psa 7:15; Psa 57:6; Psa 82:3; Spr 23:10-11; Jer 18:20,22; Hes 22:7; Mal 3:5; Jak 1:27

6:29 - Mal 3:18

6:30 - Joh 8:45; Röm 9:6; Gal 4:16; Heb 5:14

 

6.2

"Ach könnte mein Schmerz doch gewogen werden! Würde man mein Elend auf eine Waage legen,

 

6.3

es wäre schwerer als der Sand am Meer. Kein Wunder, dass ich verwirrt rede!

   

6.4

Die Pfeile Gottes haben mich getroffen und mein Geist ist von ihrem Gift verstört. Die Schrecken Gottes haben mich wie ein zur Schlacht aufmarschiertes Heer von Feinden umzingelt.

 

6.5

Schreit etwa ein Wildesel auf grüner Weide, oder brüllt der Stier vor seinem Futter?

 

6.6

Doch welcher Mensch mag ungesalzene Speise, wer isst schon gerne rohes Eiweiß?

   

6.7

Was meine Seele bisher noch nichtmals berühren wollte, ist jetzt mein schmerzhaftes tägliches Brot!

   

6.8

Dass doch einträfe, was ich mir wünsche, und Gott mir gäbe, was ich erhoffe!

   

6.9

Wenn er sich doch entschlösse, mich zu töten und mir den Lebensfaden abzuschneiden!

   

6.10

Denn einen Trost hätte ich auch dann noch, Grund zum Jubeln trotz schrecklicher Schmerzen: Ich habe mich immer an das gehalten, was der heilige Gott geboten hat!

   

6.11

Wo soll ich die Kraft hernehmen, um noch länger auszuharren? Was hat es für einen Zweck, dass ich mich noch länger gedulde?

   

6.12

Bin ich denn hart und unverwundbar wie ein Stein? Ist mein Körper so stark, wie aus Erz gegossen?

   

6.13

Ich fühle mich vollkommen hilflos. Ich habe alles verloren, worauf ich mich hätte stützen konnte

   
 

Die Enttäuschung über seine Freunde

   

6.14

Aber wer so verzweifelt ist wie ich, braucht Freunde, die fest zu ihm halten, selbst wenn er anfängt, an Gott zu zweifeln.

   

6.15

Meine Freunde haben sich so trügerisch wie ein Wildbach erwiesen, der bei starkem Regen überläuft und bei Trockenheit versiegt.

   

6.16

Der schmutzig trübe ist vom Eis und der Schneeschmelze.

   

6.17

Doch zur Zeit der Sommerhitze versiegen er. Wenn es heiß wird, ist er wie spurlos verschwunden.

   

6.18

Karawanen, die ihm folgen, müssen vom Weg abweichen, weil sie dort kein Wasser mehr finden. Sie steigen hinab in die Wüste und gehen elend zugrunde.

   

6.19

Die Karawanen von Tema suchen nach den Wasserstellen, die Händler von Saba sind auf sie angewiesen,

   

6.20

Doch ihre Hoffnung auf Wasser wird bitter enttäuscht: Sie kommen dorthin - das Flussbett ist leer!

   

6.21

Und ihr? Ihr helft mir nicht! Ihr seht mein furchtbares Schicksal und euer Trost ist genauso leer wie das Wildbachbett im Sommer.

   

6.22

Habe ich etwa gesagt: "Gebt mir et was!" oder "Macht mir ein Geschenk von eurem Vermögen!"

   

6.23

Sollt ihr Erpressern Lösegelder zahlen, um mich aus ihren Händen freizukaufen?

   

6.24

Belehrt mich eines Besseren, dann schweige ich. Zeigt mir doch, wo ich Fehler gemacht habe!

   

5.25

Durch Wahrheit bin ich leicht zu überzeugen, doch euer Gerede beweist mir nichts!

   

6.26

Wollt ihr mich jetzt wegen meiner Worte verurteilen, ist meine Verzweiflung etwas für den Wind?

   

6.27

Ihr fallt über einen Verwaisten her und grabt mir aus meinen eigenen Worten eine Grube!

   

6.28

Seht mir doch einmal richtig in die Augen! Wie käme ich dazu, euch anzulügen?

   

6.29

Hört auf mich zu richten, ihr tut mir Unrecht! Noch habe ich das Recht auf meiner Seite!

   

6.30

Ich gehe nicht zu weit mit meinen Worten. Ich kann immer noch Recht und Unrecht unterscheiden!

   

 

Hiob 7 - Das Bild des menschlichen Lebens und Sterbens

             

7.1

Harter Frondienst ist das Los des Menschen auf Erden; sein Leben gleicht dem eines Tagelöhners.

 

Hiob beginnt direkt zu JhWH zu sprechen und äußert Zweifel, ob es wirklich etwas bringt, ein tadelloses Leben zu führen. Eigendlich ist es nur noch ein kleiner Schritt zu der Einstellung: "Ich bin Gott egal und er ist ungerecht". Genau dahin will uns aber der Teufel führen. Zu einem Gottesbild von einem gefühlenlosen Feind, der noch Freude daran empfindet, Menschen in ihrem Leid zu beobachten.

Aber Gott ist weder gefühllos noch gleichgültig uns Menschen gegenüber. Wie Hiob können auch wir vor Gott offen unsere tiefe Qual, Bitterkeit und Frustation bringen. Auf diese Weise lassen sich so manche verbale Entgleisung und Kurzschlusshandlungen ersparen, mit denen wir uns selbst und anderen schaden können. Das Gebet hilft vielleicht dabei, unsere Lage durch Gottes Brille zu sehen und konstruktiv auf sie zu reagieren.

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7:1 - Psa 90:5-6; Psa 102:11; Psa 103:15-16; Psa 144:4; Spr 14:32; Jes 38:12-13; Jes 40:6-7; Jer 2:25; Eph 2:12; Jak 1:11; Jak 4:14; 1Pet 1:13,24

7:2 - 3Mo 19:13; 5Mo 24:15; Psa 119:131; Psa 143:6; Jer 6:4; Jak 5:4

7:3 - Psa 6:6; Psa 39:5; Pred 1:14

7:4 - 5Mo 28:67; Psa 6:6; Psa 77:4; Psa 109:23; Psa 130:6; Jes 54:11

7:5 - Psa 38:5-7; Jes 1:6; Jes 14:11; Jes 66:24; Hes 20:43; Apg 12:23

7:6 - Psa 90:5-6; Psa 102:11; Psa 103:15-16; Psa 144:4; Spr 14:32;Jes 38:12-13; Jes 40:6-7; Jer 2:25; Jak 1:11; Jak 4:14; Eph 2:12;1Pet 1:13,24

7:7 - 1Mo 42:36; Neh 1:8; Psa 74:18,22; Psa 78:39; Psa 89:47; Jer 15:15; Jak 4:14

7:8 - Psa 37:36; Psa 39:11; Psa 90:8-9

7:9 - Scheol (griechisch Hades) ist der die hebräische Bezeichnung für das allgemeine Grab der Menschheit. Für die Juden war das weder irgendein Totenreich, in dem die Verstorbenen "weiterlebten" noch eine Hölle, wo sie ewig gequält wurden. Letzteres entspringt griechischen Mythen.

7:9 - 2 Sa 12:23; 2Sa 14:14; Psa 39:13; Jes 38:11

7:10 - Psa 103:16

7:11 - 1Mo 42:21; 1Sa 1:10; 2Kö 4:27-28; Psa 39:3; Psa 40:9; Jes 38:15,17; Matt 26:37-38; Luk 22:44; 2Kor 2:4

7:12 - Klg 3:7

7:13 - Psa 6:6; Psa 77:4

7:14 - 1Mo 40:5; 1Mo 41:8; Ric 7:13-14; Dan 2:1; Matt 27:19

7:15 - 2Sa 17:23; Matt 27:5

7:16 - 1Mo 27:46; 1Kö 19:4; Psa 39:10,13; Psa 62:9: Psa 78:33; Psa 144:4; Pre 6:11-12; Jon 4:3,8;

7:17 - 1Sa 24:14; Psa 8:4; Psa 144:3; Heb 2.6

7:18 - 1Mo 22:1; 2Mo 20:5; 2Mo 32:34; 5Mo 8:16; Jes 26:14; Jes 38:12-13; Jer 9:7; Dan 12:10; Sach 13:9; 1Pet 1:7

7:19 - Psa 6:3; Psa 13:1-3; Psa 94:3; Off 6:10

7:20 - Neh 9:6; Psa 21:14; Psa 36:6; Psa 80:4; Klg 3:12

7:21 - 2Sa 24:10; Psa 37:36; Psa 103:15; Klg 3:42-44; Klg 5:20-22; Pre 12:7; Jes 26:19; Jes 64:9; Dan 12:2; Mic 7:18-19; Hos 14:2; Joh 1:29; Tit 2:14; 1Jo 1:9; 1Jo 3:5

 

7.2

Es geht ihm wie einem Sklaven, der nach Schatten lechzt, und wie einem Tagelöhner, der seinen Lohn nicht bekommt.

 

7.3

Auch ich habe Monate des Elends erlebt, mit qualvollen Nächten.

 

7.4

Wenn ich mich hinlege, denke ich: Wie lange wird es dauern, bis der Tag kommt und ich wieder aufstehen kann? Dann nimmt die Nacht kein Ende. Wenn ich dann aufstehe, denke ich: Wann wird es endlich Abend? Und bis zur Dämmerung bin ich völlig unruhig.

 

7.5

Mein Körper ist mit Fäulnis und Schorf bedeckt. Meine Haut ist schrumpft zusammen und bricht immer wieder eiternd auf.

 

7.6

Meine Tage fliegen vorbei wie Weberschiffchen auf dem Webstuhl, ohne Aussicht auf Änderung.

   

7.7

Oh Gott, mein Leben ist nur noch wie ein Hauch; mein Glück ist vergangen und kehrt nie wieder zurück!

   

7.8

Wer jetzt mich noch nach mir schaut, sieht mich bald nicht mehr wieder; sucht mich dein Blick, so bin ich dann nicht mehr.

   

7.9

So wie eine Wolke, die sich auflöst und nie wieder zurückkehrt, wird auch der, der zum Scheol hinabfährt, nicht wieder heraufkommen.

   

7.10

Auf Erden betritt er nie mehr sein Haus, und wer ihn kannte, wird ihn bald vergessen.

   
 

Hiobs Verzweiflung und seine Vorwürfe gegen Gott

   

7.11

Deswegen kann ich nicht mehr still sein. In der Not meines Herzen muss ich das bittere Leid meiner Seele klagen.

   

7.12

Bin ich denn ein wildes Meer oder ein Meerungeheuer, dass du so ein Auge auf mich hast?

   

7.13

Wenn ich in meinem Bett Ruhe suche und der Schlaf mir meine Schmerzen lindern soll,

   

7.14

dann quälst du mich mit Albträumen und ängstigst mich mit schlimmen Schreckensbildern.

   

7.15

Am liebsten möchte ich zum Strick greifen, lieber sterben wollen, als noch weiter solche Qualen erleiden.

   

7.16

Ich habe genug, so will ich nicht weiter leben. Lass von mir ab, denn mein Leben hat keinen Sinn mehr!

   

7.17

Warum ist der Mensch denn so wichtig für dich, dass du ihn so genau beobachtest?

   

7.18

Ihn jeden Morgen zur Rechenschaft ziehst, und ihn jeden Augenblick prüfst?

   

7.19

Wie lange schaust du mich noch prüfend an? Du lässt mich keinen Augenblick in Ruhe!

   

7.20

Habe ich schwer gesündigt, was habe ich dir angetan, du Hüter der Menschen? Warum machst du mich zur Zielscheibe deiner Angriffe; bin ich eine so große Last für dich geworden?

   

7.21

Warum vergibst du mir meine Verfehlungen nicht? Kannst du keine Sünde übersehen? Denn bald liege ich unter der Erde, und wenn du mich dann suchst, bin ich bereits tot."

   

 


 

Hiob 8 - Bildads erste Rede - Die Bitte um mehr Zucht

Bildads Empörung entspricht einem Schwarz-Weiß-Denken, dass unter vielen Gläubigen herrscht: Das Gute wird belohnt und das Schlechte wird bestraft. Nach seiner Auffassung ist das Leid Hiobs nur die Strafe für schwerste Verfehlungen. Auch Hiobs Kinder müssen so schlimme Dinge gemacht haben, dass sie sogar mit dem Tod bestraft wurden.

Mit dem Argument, Gott kann nicht so ungerecht sein, einen rechtschaffenen und tadellosen Mann zu bestrafen, holt er noch weiter aus als Elifas. Er überbietet ihn sogar an frommer Unbarmherzigkeit. Hiob wäre demnach ein heuchlerischer Frevler und seine Kinder hätten nur das bekommen, was sie verdient haben. Bildad stellt mit seiner Rede die gesamte Reputation Hiobs in Frage. Nach dem Verlust sämtlicher materieller und persönlicher Güter stellt er nun noch den geachteten Namen Hiobs in Abrede.

8.1

Darauf erwidert Bildad von Schuach:

 

Wie bei seinem Vorredner sind auch in der Rede Bildads einige Wahrheiten enthalten. Viele Menschen setzen ihr Grundbedürfnis nach Sicherheit durch Anhäufung von Geld, Besitz, Wissen und Freunde um. Aber wie gerade das Schicksal Hiobs zeigt, können solche Sicherheiten von einem zum anderen Moment zunichte gemacht werden. Wirkliche Sicherheit haben wir nur, wenn unserer Lebensfundament, der Fels auf dem wir unser Lebensgebäude bauen, ein fester tiefgehender Glaube an die Liebe unseres allmächtigen Schöpfers JHWH und seines Sohnes Jesus Christus zu uns ist.

_____ _____ _____

8.2 - 2Mo 10:3,7; 1Kö 19:11; Spr 1:22

8:3 - 1Mo 18:25; 5Mo 32:4; 2Chr 19:7; Psa 89:14; Psa 99:4; Hes 18:25; Hes 33:17,20; Dan 9:14; Röm 3:4-6; Off 15:3; Off 16:7

8:4 - 1Mo 13:13; 1Mo 19:13-25

8:5 - 2Chr 33:12-13; Jes 55:6-7; Matt 7:7-8; Heb 3:7-8; Jak 4:7-10

8:6 - Psa 26:5-6; Psa 44:23; Psa 59:4-5; Spr 15:8; Jes 1:15; Jes 3:10; Jes 51:9; 1Tim 2:8; 1Jo 3:19-22

8:7 - 5Mo 8:16; Spr 4:18; Spr 19:20; Sac 4:10; Sac 14:7; Matt 13:12,31-32; 2Pet 2:20

8:8 - 5Mo 4:32; 5Mo 32:7; Psa 44:1; Psa 78:3-4; Jes 38:19; Röm 15:4; 1Kor 10:11

8:9 - 1Mo 47:9; 1Ch 29:15; Psa 39:5; Psa 90:4; Psa 102:11;; Psa 144:4

8:10 - 5Mo 6:7; 5Mo 11:19; Psa 145:4; Spr 16.23; Spr 18:15; Matt 12:35; Heb 11:4; Heb 12:1

8:11 - 2Mo 2:3; Jes 19:5-7

8:12 - Psa 129:6-7; Jer 17:6; Matt 13:20; Jak 1:10-11; 1Pet 1:24

8.13 - 5Mo 6:12; 5Mo 8:11,14,19; Psa 9:17; Psa10:4; Psa 50:22; Spr 10:28; Spr 12:7; Klg 3:18; Jes 33:14; Jes 51:13; Matt 24:51; Luk 12:1-2

8:14 - Jes 59:5-6

8:15 - Psa 52:5-7; Psa 112:10; Spr 10:28; Matt 7:24-27; Luk 6:47:49

8:16 - Psa 37:35-36; Psa 73:3-12

8:17 - Ric 1:12; Jes 5:24; Jes 40:24; Jer 12:1-2; Mar 11:20

8:18 - Psa 37:10,36; Psa 73:18-19; Psa 92:7

8:19 - 1Sa 2:8; Psa 75:7; Psa 113:7; Hes 17:24; Matt 3:9; Matt 13:20-21

8:20 - Psa 37:24,37; Psa 94:14; Jes 45:1

8:21 - 1Mo 21:6; Esr 3:11-13; Neh 12:43; Psa 32:11; Psa 98:4; Psa 126:2,6; Jes 65:13-14; Luk 6:21

8:22 - Psa 35:26; Psa 109:29; Psa 132:18; 1Pet 5:5

 

8.2

Wie lange willst du noch so weiterreden und läßt den unbeherrschten Worten freien Lauf?

 

8.3

Verdreht etwa Gott das Recht oder beugt der Allmächtige die Gerechtigkeit?

 

8.4

Deine Kinder müssen gegen ihn gesündigt haben, darum hat er sie verstoßen und bestraft; sie haben somit bekommen, was sie verdienten.

 

8.5

Wenn du jedoch mit Eifer nach Gott suchst und zum Allmächtigen um Gnade flehst,

 

8.6

Denn wenn du wirklich rein und schuldlos bist, wird er dir ganz gewiss zu Hilfe kommen und dir Besitz und Kinder wiedergeben.

   

8.7

Was du früher besessen hast, wird dir gering erscheinen verglichen mit dem, was Gott dir schenken wird!

   

8.8

Frag nach der Weisheit unserer Vorväter! Das was sie entdeckten, solltest du berücksichtigen.

   

8.9

Wir leben erst seit gestern, wissen nichts, wie ein Schatten ist unser Leben auf der Erde.

   

8.10

Sie aber können dich sicherlich belehren und werden dir's sagen, Sie geben tiefgeschöpftes Wissen."

   
 

Die Warnung vor falscher Sicherheit

   

8.11

"Wächst Schilfrohr, wo kein Sumpf ist? Wird das Nilgras groß, wo kein Wasser ist?

   

8.12

Noch ehe es emporwächst, ehe man es schneiden kann, ist es schon verdorrt!

   

8.13

So geht es allen, die Gott nicht kennen. Wer ohne Gott lebt, dem bleibt keine Hoffnung!

   

8.14

Worauf er sich stützte, das zerbricht, und seine Sicherheit zerreißt wie ein Spinnennetz.

   

8.15

Er stützt sich auf sein Haus, aber es hält nicht stand. Er klammert sich fest daran, doch es bleibt nicht stehen.

   

8.16

Zuerst wächst er auf wie eine Pflanze: Voller Saft steht sie im Sonnenschein, und ihre Triebe breiten sich im Garten aus.

   

8.17

Sogar in die Steinmauer verflechten sich seine Wurzeln und bohren sich in das Gemäuer hinein.

   

8.18

Doch ist die Pflanze mitsamt den Wurzeln einmal ausgerissen, weiß keiner mehr, wo sie gestanden hat.

   

8.19

Genauso sieht das Glück der Bösen aus! An ihrer Stelle kommen andere hoch.

   

8.20

Nein, Gott verwirft den Frommen nicht und reicht keinem Frevler die Hand.

   

8.21

Er wird dich wieder lachen lassen und dir Grund zum Jubel geben,

   

8.22

aber deine Feinde werden mit Schimpf und Schande überhäuft, und ihr Haus wird vom Erdboden verschwinden!"

   



Hiob 9 - Hiobs zweite Antwort

9.1

Und Hiob antwortete und sprach:

 

Hiob weiß, dass er nicht vollkommen ist. Er weiß aber, dass er rechtschaffen ist und treu gegenüber Gott JHWH. Wenn er die Menschen um sich herum betrachtet, versteht er immer weniger, warum es ihm dann so schlecht geht. Verständlich, dass er sich nach einer Instanz sehnt, vor der sich auch Gott rechtfertigen müsste. Aber man kann nicht mit Gott streiten oder ihn vor einem höheren Gericht ziehen – JHWH ist nun mal die höchste Instanz.
Hiobs Verbitterung wächst mit der Dauer seines Leidens und er sagt Dinge, die er möglicherweise später bereuen wird. Wenn die Not kein Ende nehmen will, ist es verständlich, dass auch gläubige Menschen beginnen zu zweifeln und zu verzweifeln. Was sie dann brauchen, sind geduldige Zuhörer, die helfen, Gefühle und Frust zu verarbeiten und vor allem, bei Gott zu bleiben.

_____ _____ _____ _____

 

9:2 - 1Kö 8:46; Psa 130:3; Psa 143:2; Röm 3:20

9:3 - Psa 19:12; Psa 40:12; Jes 57:15-16; Röm 9:20; 1Jo 3:20

9:4 - 2Mo 9:14-17; 2Mo 14:17-18; Ric 1:24-25; Psa 104:24; Psa 136:5; Spr 28:14; Spr 29:1; Dan 2:20; Dan 4:34-37; Dan 5:20-30; Röm 11:33; 1Kor 10:22; Eph 1:8,19; Eph 3:10,20

9:5 - 4Mo 1:5-6; Psa 46:2; Psa 68:8; Psa 114:6; Jes 40:12; Hab 3:6,10; Sach 4:7; Sach 14:4-5; Matt 21:21; Matt 27:51; Luk 21:11; 1Kor 13:2; Off 6:14; Off 11:13; Off 16:18-20

9:6 - 1Sa 2:8; Psa 75:3; Psa 114:7; Jes 2:19,21; Jes 13:13-14; Jes 24:1,19-20; Jer 4:24; Joe 2:10; Hag 2:6,21; Heb 12:26; Off 20:11

9:7 - 2Mo 10:21-22; Jos 10:12; Jes 13:10; Hes 32:7; Dan 4:35; Amo 4:13; Amo 8:9; Matt 24:29; Luk 21:25-26

9:8 - 1Mo 1:6-7; Psa 33:6; Psa 93:3-4; Psa 104:2-3; Jes 40:22; Jes 42:5; Jes 44:24; Jer 10:11; Sach 12:1; Matt 14:25-30; Joh 6:19

9:9 - 1Mo 1:16; Psa 104:3,13; Psa 147:4; Amo 5:8; Apg 28:13

9:9 - Hiob beschreibt hier einige Sternbilder

9:10 - 2Mo 15:11; Psa 71:15; Psa 72:18; Psa 136:4; Pre 3:11; Jes 40:26-28; Dan 4:2-3; Röm 11:33; Eph 3:20

9:11 - Psa 77:19; 1Tim 6:16

9:12 - Jes 45:9; Jer 18:6; Dan 4:35; Matt 11:26; Matt 20:15; Röm 9:18-20; Röm 11:34; Eph 1:11

9:13 - Rahab steht in diesem Vers für Ägypten (Psa 89:10), also Satan und seine Dämonen. Möglicherweise ahnt Hiob bereits, dass es bei den vergangenen Ereignissen nicht mit "(ge-)rechten Dingen" zuging.

9:13 - Psa 89:10; Jes 30:7; Jes 31:2-3; Jak 4:6:7

9:14 - 1Kö 8:27

9:15 - 1Kö 8:38-39; 2Chr 33:13; Jer 31:9; Dan 9:3,18; 1Kor 4:4; 1Pet 2:23

9:16 - 2Mo 6:9; Ric 6:13; Psa 18:6; Psa 66:18-20; Psa 116:1-2; Psa 126:1; Luk 24:41; Apg 12:12-16

9:17 - Psa 25:3; Psa 29:5; Psa 42:7; Psa 83:15; Jes 28:17; Jer 23:19; Hes 13:13; Matt 7:27; Matt 12:20; Joh 9:3; Joh 15:25

9:18 - Psa 39:13; Psa 88:7,15-18; Klg 3:3,15,18,19; Heb 12:11

9:19 - Psa 62:11; Matt 6:13; 1Kor 1:15; 1Kor 10:22

9:20 - Psa 130:3; Psa 143:2; Spr 10:19; Spr 17:20; Jes 6:5; Matt 12:36-37; Luk 10:29; Luk 16:15; Phi 3:12-15; 1Tim 6:5; Jak 3:2

9:21 - Psa 139:23-24; Spr 28:26; Jer ):10; 1Kor 4:4; 1Jo 3:20

9:22 - Pre 9:1-3;; Hes 21:3-4; Luk 13:2-4

9:23 - 2Sa 14:15,17; Psa 44:22; Hes 14:19-21; Hes 21:13; Heb 11:36-37

9:24 - 2Sa 19:4; Est 6:12; Est 7:8; Psa 17:14; Psa 73:3-7; Jer 12:1-2; Jer 14:4; Dan 4:17; Dan 5:18-21; Dan 7:7-28; Hab 1:14-17

9:25 - Est 8:14; Psa 39:5,11; Psa 89:47; Psa 90:9-10; Jak 4:14

9:26 - 2Sa 1:23; Spr 23:5; Jer 4:13; Klg 4:19; Hab 1:8

9:27 - Psa 77:2-3; Jer 8:18

9:28 - 2Mo 20:7; Psa 88:15-16; Psa 119:120; Psa 130:3

9:29 - Psa 73:13; Jer 2:35

9:30 - Psa 26:6; Spr 28:13; Jes 1:16-18; Jer 2:22; Jer 4:14; Röm10:3; 1Jo 1:8

9:31 - Jes 59:6; Jes 64:6; Phi 3:8-9

9:32 - 4Mo 23:19; 1Sa 16:7; Psa 143:2; Pre 6:10; Jes 45:9; Jer 49:19; Röm 9:20; 1Jo 3:20

9:33 - 1Kö 3:16-18; 1Sa 2:25; Psa 106:23; 1Jo 2:1-2

9:34 - Psa 39.10; Psa 90:11

 

9.2

"Das alles weiß ich doch schon längst! Nur eins verrate mir: Wie kann ein Mensch vor Gott sein Recht bekommen?

 

9.3

Wenn er Lust hätte, mit Gott zu streiten, könnte er ihm nicht eine einzige Frage von tausend beantworten

 

9.4

Ist einer auch reich an Klugheit und stark an Kraft, wer hat Gott je getrotzt und ist heil davongekommen?

 

9.5

Er ist es, der die Berge versetzt, ohne dass sie es merken und sie zerstört, wenn er zornig ist.

 

9.6

Er lässt die Erde zittern und beben, so dass ihre Säulen schwanken.

   

9.7

Wenn er's befiehlt, scheint keine Sonne mehr, und auch die Sterne sind nachts nicht mehr zu sehen.

   

9.8

Gott allein hat den Himmel ausgespannt, nur er kann hoch über Meereswellen schreiten.

   

9.9

Er ist es, der den großen Bären schuf und den Orion gemacht hat, dazu das Siebengestirn und die Sternbilder des Südens.

   

9.10

Er ist es, der so große Dinge vollführt, dass sie niemand erforschen kann, und so viele Wunder tut, sodass sie niemand zählen kann.

   

9.11

Siehe, er geht an mir vorüber, und ich sehe ihn nicht; er zieht über mich hin, und ich merke nichts von ihm.

   

9.12

Er beendet ein Leben und niemand hindert ihn. Wer wagt zu fragen: 'He, was machst du da?

   

9.13

Er ist Gott, seinen Zorn kann niemand stillen; auch die Helfer Rahabs mussten sich ihm beugen.

   
 

Die Rechtfertigung des Menschen

   

9.14

Wie sollte ich ihm dann antworten und die richtigen Worte vor ihm finden?

   

9.15

Selbst wenn ich im Recht wäre,ich ihm doch nicht antworten, sondern müsste ihn als meinen Richter noch anflehen.

   

9.16

Selbst wenn ich darauf drängte, dass er mir endlich eine Antwort gibt, würde er mich wohl kaum beachten.

   

9.17

Nein, er würde mich mit Sturmesbrausen zermalmen, und meine Wunden würden nur noch schlimmer.

   

9.18

Er lässt mich nicht einmal zu Atem kommen, stattdessen erfülltr mich mit bitterem Leid.

   

9.19

Kommt es auf die Kraft des Stärkeren an, so würde er sagen: 'Hier bin ich!' Würde ich ihn vor Gericht verklagen,würde er rufen: 'Wer will mich vorladen?'

   

9.20

Selbst wenn ich in dieser Angelegenheit recht hätte, vor Gott ist niemand wirklich in allen Dingen schuldlos.

   

9.21

Dass ich im Recht bin, hilft mir nichts bei ihm. Ob schuldig oder nicht, mein Leben hat keinen Wert mehr!

   

9.22

Darum sage ich: Es ist einerlei; Fromme und Gottlose bringt er gleicherweise zu Tode!

   

9.23

Wenn plötzlich eine Katastrophe kommt und Menschen ohne Schuld getötet werden, hat er für ihre Ängste nur ein Lachen.

   

9.24

Die Erde wurde Schurken übergeben und alle Richter blind gemacht. Wenn Gott es nicht gewesen ist, wer dann?

   

9.25

Mein Leben vergeht schneller als ein Läufer rennen kann, nicht einer meiner Tage bringt mir Glück.

   

9.26

Wie leichte Boote gleiten sie vorbei, schnell wie der Sturz des Adlers auf die Beute.

   

9.27

Wenn ich denke: Ich will meinen Jammer vergessen, will meine traurige Miene fahren lassen und mich wieder freuen,

   

9.28

so packt mich doch wieder das Grauen vor all meinen Schmerzen. Ich weiß, dass du mich nicht für schuldlos erklären wirst.

   

9.29

Ich soll nun einmal schuldig sein. Was hilft es dann, weiter meine Unschuld beweisen zu wollen?

   

9.30

Und wenn ich mich mit Schnee wüsche und meine Hände mit Lauge reinigte,

   

9.31

dann würdest du mich in die Grube tauchen, dass sich meine eigenen Kleider vor mir ekelten.

   

9.32

Denn Gott ist kein Mensch so wie ich. Ich kann also kein Verfahren gegen ihn vor einer höheren Instanz führen.

   

9.33

Es gibt zwischen uns keinen Schiedsrichter, der zwischen Dir und mir entscheidet und für Recht sorgt.

   

9.34

Du müsstest aufhören, mich weiter zu bestrafen und mir Angst einzujagen.

   

9.35

Dann könnte ich reden, ohne das ich mich fürchten müsste; denn ich bin mir keiner Dinge bewusst, die ich falsch gemacht haben könnte.

   

 


 

Hiob 10 - Die Unbegreiflichkeit Gottes

Wenn es das Leben nicht gut mit uns meint, neigen wir wie Hiob dazu, in Selbstmitleid zu versinken. Dann ist es nur ein kleiner Schritt, um mit Gott zu hadern. Dabei sollten wir nie vergessen, dass die Prüfungen des Lebens uns die Chance geben, innerlich zu wachsen. Stellen wir uns also lieber die Frage: "Was kann ich aus dieser Situation lernen und wo kann ich wachsen?", anstatt "Wer hat mir das angetan?" Wie Hiob wissen auch wir oft genug nicht alle Fakten. Nur eins sollten wir nie vergessen: Gott will nur unser Bestes. Oft genug entstehen aus den scheinbar unerträglichen Katastrophen unseres Lebens am Ende etwas Gutes. Darum sollten Christen keine Pessimisten sein.

10.1

"Ich bin meinem Leben überdrüssig; daher lasse ich meiner Klage freien Lauf. In meiner Verbitterung will ich jetzt reden.

 

10:1 - 4Mo 11:15; 1Kö 19:4; Psa 32:3-5; Jes 38:15,17; Jon 4:3,8

10:2 - Psa 6:1-4; Psa 25:7; Psa 38:1-8; Psa 109:21; Psa 139:23-24; Psa 143:2; Klg 3:40-42; Klg 5:16-17; Röm 8:1; 1Kor 11:31-32

10:3 - Psa 69:33; Psa 138:8; Klg 3:2-18; Jes 64:8; Jer 12:1-3; 1Pet 4:19;

10:4 - Luk 16:15; Off 1:14

10:5 - Psa 90:2-4; Psa 102:12,24-27; Heb 1:12; 2Pe 3:8

10:6 - Psa 10:15; Psa 44:21; Jer 2:34; Zef 1:12; Joh 2:24-25; 1Kor 4:5

10:7 - 5Mo 32:39; Psa 1:6; Psa 7:3,8-9; Psa 17:3; Psa 26:1-5; Psa 50:22; Psa 139:1-2, 21-24; Dan 3:15; Hos 2:10; Joh 10:28-30; Joh 21:17; 2Kor 1:12; 1Thi 2:10

10:8 - 1Mo 6:6-7; Psa 119:73; Jes 43:7; Jer 18:3-10

10:9 - 1Mo 2:7; 1Mo 3:19; Psa 22:15; Psa 25:6-7,18; Psa 89:47; Psa 90:3; Psa 106:4; Pred 12:7; Jes 45:9; Jes 64:8; Jer 18:6; Röm 9:21

10:10 - Psa 139:14-16

10:11 - Viele Bibelübersetzungen erwecken den Eindruck, als würden die Bestandteile unseres Körpers um uns herum gestaltet sein, als hätten wir sozusagen einen geistigen Kern. Das würde aber 1Mo 2:7 widersprechen, wonach der ganze Mensch eine lebendige Seele ist.

10:11 - 2Kor 5:2-3; Hes 37:4-8; Eph 4:16

10:12 - 1Mo 19:19; Matt 6:25; Apg 17:25,28

10:13 - 5Mo 32:39; Pre 8:6-7; Jes 45:7,15; Jes 46:9-11; Klg 3:37; Röm 11:33; Eph 3:11

10:13-14 - Hiob richtet hier einen schweren Vorwurf an Gott. Wenn JHWH wirklich so denken würde, hätte kein Mensch eine Chance.vor Gott. Im Gegenteil, sein Widersacher, der Satan, ist es doch, der die Menschen vor Gott immer wieder beschuldigt und anklagt. Richtig ist aber auch, dass Gott nicht pauschal alles vergibt.

10:14 - 2Mo 34:7; 4Mo 14:18; Psa 130:3; Psa 139:1

10:15 - 2Mo 3:7; Psa 9:17; Psa 25:18; Psa 119:153; Jes 3:11; Klg 1:20; Klg 5:1-22; Jes 6:5; Jes 64:5-6; Mal 3:18; Luk 17:10; Röm 2:8-9

10:16 - 4Mo 16:29-30; 5Mo 28:59; Jes 38:13; Klg 3:10; Hos 13:7-8;

10:17 - Rth 1:21; Psa 55:19; Jer 48:11; Zef 1:12

10:18 - Jer 15:10; Jer 20:14-18; Matt 26:24

10:19 - Psa 58:8

10:20 - Psa 39:5,13; Psa 103:15-16

10:21 - 2Sa 12:23; 2Sa 14:14; Psa 23:4; Psa 88:6,11-12; Jes 38:11; Jer 2:6

10:21-22 - Das "Land" das Hiob beschreibt, ist der Zustand des Todes. Es gibt keine Rückkehr und die totale Dunkelheit ist das Synonym für keinerlei Bewusstsein oder Handlung.

10:22 - Psa 23:4; Psa 44:19; Psa 88:12; Jer 2:6; Jer 13:16; Luk 16:26

 

10.2

Ich sage zu Gott: Sprich mich nicht schuldig! Lass mich wissen, warum du mich bekämpfst!

 

10.3

Hast du denn etwas davon, wenn du mich bedrückst? Verwirfst du das Werk deiner Hände, während du zu den Anschlägen der Gottlosen dein Licht leuchten lässt?

 

10.4

Sehen Deine Augen denn auch nicht mehr, als wir Menschen sehen, und urteilst so beschränkt, wie wir es tun?

 

10.5

Dein Leben ist doch nicht wie unser Leben, du zählst es nicht wie wir in kurzen Jahren.

 

10.6

Warum suchst du dann so energisch nach meiner Schuld und hast es so eilig, jede Sünde aufzuspüren?

   

10.7

Du weißt, dass ich unschuldig bin und dass es keinen gibt, der mich aus deiner Hand befreihen kann.

   
 

Die Güte, aber auch Unbegreiflichkeit Gottes

   

10.8

Mit deinen Händen hast du mich gebildet und gestaltet und nun verschlingst du mich mit Haut und Haar.

   

10.9

Bedenke doch, dass du mich wie Ton gestaltet hast! Lässt du mich jetzt wieder zu Staub zerfallen?

   

10.10

Dir verdanke ich mein Leben: dass mein Vater mich zeugte und ich im Mutterleib Gestalt annahm.

   

10.11

Aus Haut, Fleisch, Knochen und Sehnen hast du mich gestaltet.

   

10.12

Du hast mir das Leben geschenkt und mir deine Güte erwiesen; deine Fürsorge hat mich stets bewahrt.

   

10.13

Und doch denkst du tief in deinem Herzen ganz anders; in Wirklichkeit hast du dies von Anfang an beschlossen:

   

10.14

Du wolltest sehen, ob ich sündigen werde, um mir dann jeden Fehler vorzuhalten.

   

10.15

Habe ich Sünden begangen, bin ich verloren! Aber selbst wenn ich rechtschaffen bin, nützt es mir auch nichts, denn man überhäuft mich mit Schande, und mein Elend habe ich ständig vor Augen.

   

10.16

Versuche ich mich dennoch zu behaupten, wirst du mich wie ein Löwe jagen und mit mir wieder für mich unbegreiflich umgehen,

   

10.17

Einen Zeugen nach dem anderen lässt du gegen mich auftreten, damit du Grund hast, mir noch mehr zu grollen und weitere Strafen zu verhängen.

   

10.18

Warum hast du mich aus dem Mutterleib geboren lassen? Wäre ich doch noch vor der Geburt umgekommen, so hätte mich kein Auge gesehen!

   

10.19

Vom Schoß der Mutter gleich ins Grab. Das wäre so, als hätte es mich nie gegeben!

   

10.20

Ich habe nur noch kurze Zeit zu leben; lass mich doch in Frieden diesen Rest genießen.

   

10.21

Bevor ich, ohne Rückkehr, ins Land der düstern Todesschatten gehe.

   

10.22

Dort ist es so düster wie die schwarze Nacht und selbst heller Tag ist so wie die schwarze Nacht."

   

 

Hiob 11 - Zofars erste Rede

Zofar ist ein Mensch, der auf alles eine Antwort zu haben glaubt. In seiner Arroganz schlägt er noch schlimmer auf Hiob ein, als seine Vorredner. Er unternimmt keinen Versuch, sich in Hiobs Lage zu versetzen. Im Gegenteil: Nach ihm hätte Hiob noch mehr Strafe verdient, nicht weniger. Zofar unterstellt, dass Hiob ihnen begangene Sünden verschweigt. Als ob das eine große Rolle spielt - es wäre zwar durchaus möglich gewesen, dass Hiob seinen angeblichen Freunden etwas verschweigen kann, aber vor Gott selbst kann niemand etwas verstecken.

Aber was steckt hinter den Atacken Zofars und der anderen? Hiobs weitbekannte Rechtschaffenheit sorgte unter seinen angeblichen Freunden offenbar für Minderwertigkeitskomplexe, vieleicht sogar für Neid oder Hass. Nun war die Gelegenheit da, sich für alles zu rächen. In Zofars Weltbild waren die Schicksalschläge Hiobs nur die wohlverdiente Strafe JHWHs für begangene Sünden. Schlimmer noch, Hiob schien keinerlei Reue zu zeigen und versuchte nach wie vor seine Vergehen zu vertuschen. Solch ein Missetäter hat nach Zofar noch härtere Strafen verdient.

Was für ein grausames Spiel können Menschen doch unter dem Deckmantel des Glaubens spielen. Hiob liegt zerschlagen im Dreck und helfende Hände entpuppen sich als schlagende Fäuste.

             

11.1

Darauf erwiderte Zofar von Naama:

 

11:2 - Psa 140:11; Spr 10:19; Apg 17:18; Jak 1:19

11:3 - Psa 35:16; Psa 83:16; Jer 15:17; Ri 1:18; 2Th 3:14; Tit 2:8

11:4 - 1Pe 3:15

11:6 - 5Mo 29:29; Esr 9::13; Psa 25:14; Psa 103:10; Psa 106:43-46; Klg 3:22; Dan 2:28,47; Matt 13:35; Röm 16:25-26; 1Kor 2:9-11; Eph 3:5

11:7 - Psa 77:19; Psa 145:3; Pre 3:11; Jes 40:28; Matt 11:27; Röm 11:33; 1Kor 2:10,16; Eph 3:8

11:8 - 2Chr 6:18; Psa 103:11; Psa 139:6-8, Psa 148:13; Spr 25:2-3; Jes 55:9; Amo 9:2; Eph 3:18-19

11:9 - Psa 65:5-8; Psa 139:9-10

11:10 - 5Mo 32:30; Psa 31:8; Jes 41:27; Dan 4:35; Off 3:7

11:11 - Psa 10:11,14; Psa 35:22; Pre 5:8; Psa 94:11; Jer 17:9-10; Hos 7:2; Hab 1:13; Joh 2:24-25; Heb 4:13; Off 2:23

11:12 - Psa 51:5; Psa 62:9-10; Psa 73:22: Psa 92:6; Spr 30:2-4; Pre 3:18; Jer 2:24; Röm 1.22; Röm 12:16; 1Kor 3:18-20; Eph 2:3; Jak 2:20; Jak 3:13-17

11:13 - Psa 35:16; Psa 83:16; Jer 15:17; 2Th 3:14; Tit 2:8; Jud 1:18

11:14 - Psa 101:2; Jes 1:15; Hes 18:30-31; Sac 5:3-4; Jak 4:8

11:15 - 1Mo 4:5-6; Psa 27:1; Psa 46:1; Psa 112:6-8; Psa 119:6-7; Spr 14:26; Spr 28:1; 2Kor 1:12; 1Ti 2:8; 1Jo 2:28; 1Jo 3::19-22

11:16 - 1Mo 9:11; 1Mo 41:51; Spr 31:7; Pre 5:20; Jes 12;1-2; Jes 54:4,9; Jes 65:16; Joh 16:21; Off 7:14-17

11:17 - 1Ch 29:10; Psa 37:6; Psa 92:14; Psa 112:4; Spr 4:18; Jes 58:8-10; Mic 7:8-9; Hos 6:3; Sac 14:6-7; Mal 4:2; Luk 2:26-32

11:18 - 3Mo 26:5-6; Psa 3:5; Psa 4:8; Psa 43:5; Spr 3:24-26: Spr 14:32; Röm 5:3-5; Kol 1:27

11:19 - 1Mo 26:26-31; Psa 45:12; Spr 19:6; Jes 60:14; Off 3:9

11:20 - 3Mo 26:16; 5Mo 28:65; Psa 69:3; Spr 10:24; Spr 20:20; Klg 4:17; Amo 2:14; Amo 5:19-20; Amo 9:1-3; Luk 16:23-26; Heb 2:3

 

11.2

"Soll dieser Unsinn ohne Antwort bleiben? Hat einer Recht, nur weil er wie ein Maulheld dauernd redet?

 

11.3

Sollen alle Leute bei solchem Geschwätz schweigen? Sollst du lästern dürfen, ohne dass dich einer an öffentlich zurechtweist?

 

11.4

Du hast behauptet, was du sagst, sei wahr, vor Gottes Augen seist du ohne Schuld.

 

11.5

Ich wünschte nur, dass Gott jetzt selber spräche und dir darauf die entsprechende Antwort gäbe!

 

11.6

Und dir in Weisheit zeigte, dass die geheimen schlechten Taten doppelt soviel ausmachen? Doch wisse: Von deinen Sünden sieht dir Gott so manche nach.

   

11.7

Meinst du, dass du weißt, was Gott weiß, oder kannst du alles so vollkommen entscheiden wie der Allmächtige?

   

11.8

Der Himmel oben setzt Gott keine Grenze - dir aber allemal! Gott kennt aber auch den Scheol unten in der Tiefe - du aber nicht!

   

11.9

Seine Größe überragt die Erde und reicht weiter als das Meer!

   

11.10

Holt er den Schuldigen vor sein Gericht, so gibt es niemand, der ihn daran hindert.

   

11.11

Denn er erkennt die unwürdigen und falschen Menschen. Er sieht das Böse, ohne großartig darauf achten zu müssen.

   

11.12

Aber ein Hohlkopf kann Vernunft annehmen, und ein junger Wildesel noch zum Menschen werden.

   

11.13

Du, Hiob, musst dein Herz zu Gott hinwenden und deine Hände ihm entgegenstrecken.

   

11.14

Klebt eine Schuld an deiner Hand, so entferne sie und lass in deinen Zelten kein Unrecht wohnen!

   

11.15

Dann kannst du frei von Schuld den Blick erheben; dann stehst du fest und brauchst dich nicht zu fürchten.

   

11.16

Dann wird auch all dein Leid vergessen sein wie Wasser, das versickert ist.

   

11.17

Dann strahlt dein Leben heller als der Mittag, die Dunkelheit wird wie der Morgen sein.

   

11.18

Und du wirst wieder Vertrauen fassen, weil es Hoffnung gibt; du wirst dich umschauen und dich in Sicherheit hinlegen.

   

11.19

Kein Feind schreckt dich auf - im Gegenteil: Viele werden sich um deine Gunst bemühen.

   

11.20

Den Gesetzlosen aber bleibt nur die Verzweiflung, sie suchen Zuflucht, ohne sie zu finden, und ihre einzige Hoffnung ist der Tod

   

 

 


 

 

Hiob 12 - Hiobs 3. Antwort und sein klares Bekenntnis zu JHWH

Hiob geht in seiner dritten Antwort auf das überhebliche und arrogante Verhalten seiner Freunde ein. Gleichzeitig gibt er ein klares und deutliches Bekenntnis zu Gott JHWH ab. Trotz allem, was er durchgemacht hat, ist seine Erfurcht vor der Macht Gottes fast grenzenlos. Viele Generationen später erlebt Jesus Christus ein ähnliches Schicksal. Von seinen Getreuen verlassen, sind seine letzten Stunden geprägt vom Schmerz der Misshandlungen und dem Hohn und Spott durch Juden und Römer. Und trotzdem wird er standhalten und damit die Menschheit retten.

Das Leben ist das größte Rätsel der Schöpfung. Die Bibel bezeichnet alles Lebende, Menschen wie auch Tiere, als lebende Seelen. Wir wissen bis heute nicht, wie Leben wirklich entsteht. Genauso können wir das Ende einer Existenz nicht erklären: Im Moment des Todes entweicht quasi der Lebensfunke und es beginnt ein unumkehrbarer Zerfallsprozess. Wir können wirklich nur sagen: JHWH hat es gemacht und nur er kann es tun. Vor Gott JHWH lässt sich nichts verheimlichen oder verbergen. Selbst unsere Gedanken nicht. Fassen wir als Suchende das als Chance auf, nicht als Bedrohung.

Alles was wir haben, alles was wir sind, alle Talente und Fähigkeiten wurden uns von Gott gegeben. Und er kann sie auch wieder nehmen. Spätestens mit dem Tod ist alles vergangen. Die Frage ist, wie nutze ich meine Talente, Fähigkeiten und Gaben? Ist unser Handeln geprägt durch Gier und Egoismus oder zur Ehre unsere Schöpfers? Beides hat irgendwann Konsequenzen, denn schließlich verheißt die Bibel eine zweite Chance.

             

12.1

Darauf antwortete Hiob:

 

Alles gehört Gott JHWH. Alle Macht, Weisheit und Wissen vereinigt sich ihn ihm. Wer glaubt, er könne sich dem widersetzen, irrt. In biblischen Zeiten gab es genügend Beispiele für diesen Satz. In den fast 2000 Jahren danach schienen die Religionsführer und Mächtigen dieser Welt nicht zu befürchten gehabt zu haben. Das führte zu massiven Übermut und Überheblichkeit. Das was heute in den vielen Kirchen und Relgionsgemeinschaften als Glauben verkauft wird, hat kaum bis garnichts mehr mit einem gottgewollten Christentum zu tun.Um wieviel schlimmer ist dann erst das Verhalten und Handeln der Mächtigen dieser Welt. Religiöser Fanatismus, auch christlicher, ist auf dem Vormarsch und findet in der Politik oft wilfähige Unterstützung. Dieser Fanatismus richtet sich schon heute gegen Gott und Jesus und wird bei der vorhergesagten Rückkehr des Herrn zur offenen Konfrontation führen.

Zu allen Zeiten hat Gott Nationen groß werden lassen und sie auf dem Höhepunkt ihrer Macht, Arroganz und Überheblichkeit manchmal über Nacht gestürzt. Selbst sein auserwähltes Volk verschonte er nicht, als es massiv auf Abwege kam. Das davon auch die Kirchen betroffen sein werden, ist in der Offenbarung des Johannes zu lesen. Wachstum und Größe einer Kirche oder Relgionsgemeinschaft ist demnach kein Beweis für die Gunst JHWHs.

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12:2 - Spr 28:11; Jes 5:21; 1Kor 4:10; 1Kor 6:5

12:3 - Spr 26:4; 2Kor 11:5, 21-23

12:4 - Psa 22:7-8; Psa 35:16; Psa 91:15; Jer 33:3; Mic 7:7; Matt 27:29; Luk 16:14; Apg 17:32; Heb 11:36

12:5 - 5Mo 32:35; Psa 17:5; Psa 94:18; Psa 123:3-4; Spr 13:9; Spr 20:20; Jer 13:6; Amo 6:1-6; Matt 25:8; Luk 16:19-20

12:6 - Psa 17:14; Psa 37:1,35; Psa 73:11-12; Jer 5:27

12:7 - Spr 6:6; Jes 1:3; Jer 8:7

12:9 - 5Mo 8:17-18; 1Sa 2:7; Jer 27:5-6; Dan 5:18; Dan 9:17; Apg 19:35; Röm 11:36; Jak 2:5-7

12:10 - 1Mo 2:7; 1Mo 6:17; 4Mo 16:22 Psa 146:3-4; 104:29; Dan 5:23; Joh 3:6; Apg 17:25,28;

12:11 - 1Kor 10:15, Phi 1:10; Heb 5:14; 1Pet 2:3

12:13 - Psa 147:5; Spr 2:6-7; Spr 8:14; Jes 40:13-14; Jes 46.10; Jer 10:12; Dan 2:20; Luk 21:15; Rö 11:34; Eph 1:8,11; 1Kor 1:24; Kol 2:3; Jak 1:5

12:14 - 1Sa 17:46; 1Sa 24:18; 1Sa 26:8; Jes 14:23; Jes 22:22; Jer 51:58,64; Mal 1:4; Röm 11:32; Off 3:7

12:15 - 1Mo 6:13,17; 1Mo 7:11,23; 1Mo 8:1-2; 1Kö 8:35-36; 1Kö 17:1; Psa 104:7-9;Jer 14:22; Amo 5:8; Nah 1:4; Luk 4.25; Jak 5:17-18; Off 11:6

12:16 - 1Kö 22:22-23; Hes 14:9; Matt 6:13

12:17 - 2Sa 15:31; 2Sa 17:14,23; Jes 19:12-14; Jes 29:14; 1Kor 1:19-20

12:18 - 2Chr 33:11-14; Jer 52:31-34; Dan 2:21; Off 19:16

12:19 - Jos 10:24,42; 1Sa 17:45-46; Jes 37:36-38; Jes 45:1; Off 17:14; Off 19:19-21

12:20 - Spr 10:21; Spr 12:19,22; Jes 3:1-3

12:21 - 2Mo 8:2; 2Mo 16:24; 1Kö 21:23-24; 2Kö 9:26, 34-37; Psa 107:40; Jes 5:27; Jes 11:5; Jes 22:21; Jes 23:9; Jes 24:21-22; Jes 37:38; Dan 2:21-22; Dan 4:32-33; Matt 2:12-13; Apg 12:23; Eph 6:10,14

12:22 - 2Kö 6:12; Psa 44:21; Psa 139:12; Dan 2:22; Amo 5:8; Luk 1:79; Matt 10:26; 1Kor 2:10; 1Kor 5:5

12:23 - 2Mo 1:7,20; Psa 107:38; Jes 9:3; Jes 9:3; Jes 26:15; Jes 27:6; Jes 51:2; Jes 60:22; Jer 30:19; Jer 33:22; Sac10:8

12:24 - Psa 107:4,40; Jes 6:9-10; Jes19:1; Dan 4:16,33; Hos 7:11

12:25 -1Mo 19:11; 5Mo 28:29; Psa 107:27; Jes 10:14; Jes 24.20; Jes 59:10; Apg 13:11; 1Jo 2:11

 

12.2

"Ihr glaubt wohl die Weisheit gepachtet zu haben. Aber mit euch stirbt sie eines Tages aus!

 

12.3

Ich habe genauso Verstand wie ihr; darin stehe ich euch in nichts nach. Aber was ihr sagt, weiß doch jeder!

 

12.4

Obwohl ich mir nichts vorzuwerfen habe, muss ich mir diesen Hohn gefallen lassen, den meine eigenen Freunde auf mich schütten. Ich schrei zu Gott, der mich sonst stets erhörte!

 

12.5

Wer Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen; das tun die anderen, denen alles glückt. Und wer schon wankt, bekommt noch einen Tritt.

 

12.6

Aber um die Zelte der Räuber steht es gut, und sicher leben dahin, die Gott Trotz bieten und das Faustrecht zu ihrem Gott machen."

   
 

Ein klares Bekenntnis zum Schöpfer

   

12.7

"Aber frage doch das Vieh, und es wird es dich lehren, oder die Vögel des Himmels, und sie werden es dir mitteilen,

   

12.8

Die Erde sagt es dir, wenn du sie fragst, die Fische könnten es dir auch erzählen.

   

12.9

Die ganze Schöpfung weiß es, spricht es aus: 'Dies alles hat die Hand JHWHs gemacht!'

   

12.10

Von seiner Macht hängen alle lebendigen Seelen ab und der Lebensgeist im Leib jedes Menschen.

   

12.11

Ist nicht das Ohr zum prüfen von Worten geschaffen, genauso wie der Gaumen zum kosten von Speisen?

   

12.12

Es heißt, die alten Menschen hätten Weisheit, ihr hohes Alter gäbe ihnen Einsicht.

   

12.13

Aber nur bei Gott ist wirklich Weisheit, Rat und Einsicht und auch die Macht, Geplantes auszuführen.

   

12.14

Was er zerstört, wird nie mehr aufgebaut; und wen er einschließt, kommt nie wieder frei.

   

12.15

Wenn er das Wasser zurückhält, dann trocknen Dürren das ganze Land aus, lässt er es los, bringen Fluten Zerstörung und Leid.

   

12.16

Bei ihm ist alle Macht und vollkommenes Wissen; ihm gehört der Irrende genauso wie der Irreführende.

   

12.17

Die klugen Politiker lässt er ratlos werden, Wissenschaftler und Gelehrte leere Sprüche reden

   

12.18

Die Fesseln harter Herrscher löst er auf und führt sie selber in Gefangenschaft.

   

12.19

Hohen Priestern nimmt er Amt und Würden; die mächtigsten Geschlechter löscht er aus.

   

12.20

Bewährte Ratgeber lässt er verstummen und den Ältesten und Weisen nimmt er die Urteilskraft.

   

12.21

Fürsten gibt er der Verachtung preis, und die Mächtigen macht er schwach.

 

12.22

Er enthüllt, was selbst tief im Finstern verborgen liegt, und bringt das Dunkelste ins helle Licht.

   

12:23

Gott lässt die heidnischen Nationen groß werden, um sie dann zu vernichten. Er macht ein Volk groß und vertreibt es wieder.

   

12:24

Aus ihren Führern lässt er Narren werden und führt sie hoffnungslos in die Irre.

   

12:25

Wie im Dunkeln tappen sie umher und torkeln wie Betrunkene.

   

 

Hiob 13 - Hiobs Neuzuwendung zu Gott

Reden zur rechten Zeit ist Silber- Schweigen zur rechten Zeit ist Gold. Die Bibel ist voll von wichtigen Wahrheiten. Doch können diese auch zum Schaden anderer verwendet werden. Wenn eigene Interessen oder sogar Machtgelüste wahre Hilfbereitschaft überlagern, entwickelt sich oft die Neigung, biblische Wahrheiten in ihr Gegenteil zu verdrehen. Hiob spricht dies in seinem Bekenntnis zu Gott deutlich an.

Wie zu Hiobs Zeiten wird auch heute noch Gottes Wort verdreht, verfälscht und dann ganz unverholen als der angebliche Wille JHWHs ausgegeben. Aber anders als Hiob können wir alle Aussagen, die von religiösen Führern in die Welt gesetzt werden, in der Bibel schwarz auf weiß nachprüfen und gegebenenfalls widerlegen, Gehen wir unseren Weg anhand der Bibel und nicht anhand von Schriftenwerken von Kirchen und Glaubensgemeinschaften, die uns mit größter Wahrscheinlichkeit nur in die Irre führen. Jesus hat bereits vor 2000 Jahren vor falschen Führern gewarnt.

Es ist in vielen Glaubensgemeinschaften üblich, in anderen nur den Sünder oder Übertreter zu sehen oder zu vermuten, selbst in den eigenen Reihen. Mit der Bibel in der Hand wird im Grunde nur den eigenen tiefen Vorturteilen Vorschub geleistet. Nicht nur, dass so ein Klima des Misstrauens, Bespitzelung, verdeckter Verfolgung bis hin zu offenem Hass entsteht. Dies im Namen Namen JHWHs zu tun, macht diese Vergehen noch schwerwiegender vor Gott. Im Namen Gottes die Gute Botschaft zu verkünden gibt noch lange nicht das Recht, vermeintlich im Namen Gottes andere zu verurteilen oder zu bestrafen.

Selbst wenn unser Eifer aus einer totalen Begeisterung für Gott und Jesus entspringt, sehen wir am Beispiel Hiobs, dass wir damit Menschen in ähnlichen Situationen ein weiteres Mal zu Boden werfen können. Wählen wir daher unsere Worte mit Bedacht oder noch besser, schweigen wir und helfen mit stillem Beistand, auch materieller Natur.

             

13.1

"Was ihr so redet, hab ich längst gehört, selbst gesehn oder von anderen berichtet bekommen.

 

13:1 - Psa 78:3-4; 1Jo 1:3

13:2 - 1Kor 8:1-2; 2Kor 11:4-5, 16-18; 2Kor 12:11

13:3 - Jes 1:18-20; Jes 41:21; Jer 12:1-2; Mic 6:2

13:4 - 2Mo 20:16; Psa 119:69; Jer 6:14; Jer 8:22; Jer 30:13; Jer 46:11; Hes 34:4; Hos 5:13; Mark 2:17; Mar 5:26

13:5 - Spr 17:28; Pre 5:3; Amo 5:13; Jak 1:19

13:6 - Ric 9:7; Spr 8:6-7

13:7 - Joh 16:2; Röm 3:5-8; 2Kor 4:2

13:8 - 2Mo 23:2-3; Spr 24:23; Mal 2:9

13:9 - Psa 44:21; Psa 139:23; Jes 28:22; Jer 17:10; Gal 6:7-8

13:10 - Psa 50:21-22; Psa 82:2; Jak 2:9

13:11 - 2Mo 15:16; Psa 119:120; Jes 8:13; Jer 5:22; Jer 10:10; Matt 10:28; Off 15:3-4

13:12 - 1Mo 2:7; 1Mo 18:27; 2Mo 17:14; Psa 34:16; Psa 102:12; Psa 109:15; Spr 10:7; Jes 26:14; 2Kor 5:1

13:13 - Das Wort gegen Gott JHWH zu erheben; mit ihm streiten zu wollen? Kaum vorstellbar. Hiob tat es und war anschließend ziemlich kleinlaut. Abraham tat es und konnte zumindest das Leben Lots retten. Gott bezeichnete Hiob als rechtschaffen und Abraham als Freund. Wir sind sicher weit von solchen Bezeichnungen entfernt und sollten besser schwierige Situationen in Demut und Gebet angehen und abwarten, wie sie sich entwickeln.

13:14 - Ric 12:3; 1Sa 19:5; 1Sa 28:21; Psa 119:109; Pre 4:5; Jes 9:20; Jes 49:26

13:15 - Psa 23:4; Spr 14:32; Röm 8:38:39; 1Jo 3:20

13:15 - Wie könnte man sich vor Gott verteidigen? Wir können nichts vor ihm verbergen, noch nicht mal unsere Gedanken. Alles was wir vortragen könnten,weiß unser Schöpfer schon längst.

13:16 - 2Mo 15:2; Psa 27:1; Psa 62:6-7; Psa 118:14,21; Jes 12:2; Jes 33:14; Jer 3:23; Apg 13:47

13:18 - Jes 43:26; Röm 8:33-34; 2Kor 1:12

13:19 - Jes 50:7-8; Jer 20:9; Röm 8:33

13:20 - 1Mo 3:8-10; Psa 139:12; Off 6:15-16

13:21 - Psa 119:120

12:23 - Psa 44:20-21; Psa 139:23

12:23 - Hiob stellt diese Fragen in Zeiten seiner größten Not und Verwirrung. Er bittet um Erkenntnis. Diese Fragen können auch für uns in Zeiten wichtig sein, in denen es eigendlich keinerlei Probleme gibt und wir uns auf einem sicheren Pfad wiegen. Diese vermeintliche Selbstsicherheit ist in der heutigen Zeit oft der erste Schritt vom rechten Weg ab. Möglicherweise bewegen wir uns schon schon auf dem "unbefestigten Randstreifen", auf dem wir jederzeit ins Stolpern kommen können. (Vergl. Luk 18:9-14

13:24 - 5Mo 32:20; 1Sa 28:16; Psa 10:1; Psa 13:1; Psa 44:24; Psa 77:6-9; Psa 88:14; Jes 8:17: Klg 2:5; 2Th 3:15

13:25 - 1Sa 24:14; Jes 17:13; Matt 12:20

13:26 - Rth 1:20; Psa 88:3-18; Psa 25:7; Spr 5:11-13; Jer 31:19; Joh 5:5,14

13:26 - Wir erinnern uns, dass Hiob für seine Kinder Schuldopfer darbrachte. Offenbar tat er das in Erinnerung an seine eigene Jugend, mit der ein oder anderen jugendlichen Verfehlung. Da er kein Fehlverhalten im reiferem Alter entdecken konnte, nahm er vieleicht an, dass er nun im hohen Alter für seine Jugendsünden bestraft würde. Ein schwerer Vorwurf gegen Gott.

13:27 - 2Ch 16:10-12; Spr 7:22; Apg 16:24

13:28 - 4Mo 12:12; Psa 39:11; Hos 5:12

 

13.2

Was ihr da wisst, das weiß ich allemal, darin nehm ich es gerne mit euch auf!

 

13.3

Doch ich will zum Allmächtigen reden, und mich vor ihm verteidigen.

 

13.4

Ihr verdreht die Wahrheit mit euren Lügen! Ihr seid nichts weiter als Kurpfuscher!

 

13.5

Wenn ihr doch jetzt schweigen würdet; könnte man euch wenigstens das als Weisheit anrechnen.

 

13.6

Hört gut zu, dann kann ich euch mein Recht beweisen!

   

13.7

Wollt ihr für Gott lügen und mit falschen Aussagen für ihn eintreten?

   

13.8

Wollt ihr nun für ihn Partei ergreifen, und als sein Anwalt streiten?

   

13.9

Wie würdet ihr dastehen, wenn er eure Gedanken erforscht? Oder glaubt ihr, ihn genauso wie einen Menschen täuschen zu können?

   

13.10

Er wird euch dafür bestrafen, dass ihr ihn seinem Namen nur euren Vorurteilen mir gegenüber freien Lauf lässt.

   

13.11

Erschreckt ihr nicht vor seiner Majestät? Schon der Gedanke müsste euch erschüttern!

   

13.12

Eure tiefsinnigen Sprüche sind wertlos wie ein Häufchen Asche, die der Wind wegbläst! Eure Verteidigung zerbröckelt wie trockener Lehm!

   

13.13

Seid endlich still, lasst mich in Ruhe! Jetzt rede ich, ungeachtet der Konsequenzen, die mir daraus entstehen können.

   

13.14

Und wenn ich mich um Kopf und Kragen rede: Ich bin bereit, mein Leben zu riskieren.

   

13.15

Er mag mich töten; ich habe davor keine Angst mehr. Auf jeden Fall will ich mein Leben vor ihm persönlich verteidigen.

   

13.16

Schon das wäre ein Sieg. Denn vor Gott kann kein Frevler treten.

   

13.17

Hört euch an, was ich zu sagen habe! Achtet auf jedes Wort meiner Verteidigung.

   

13.18

Ich bin für den Rechtsstreit gerüstet und ich bin mir sicher, dass ich Recht bekommen werde!

   

13.19

Wenn mir jemand eine Schuld nachweist, will ich schweigen und auf der Stelle sterben.

   

13.20

Nur dies, mein Gott, erbitte ich von dir, damit ich offen vor dich treten kann:

   

13.21

Nimm diese fürchterlichen Strafen von mir und die schreckliche Angst, mit der du mich plagst!

   

13.22

Dann rufe mich, und ich will dir Rede und Antwort stehen!"

   

13.23

O Gott, sag mir: Wo bin ich schuldig geworden? Welche Sünden habe ich begangen? Wo habe ich dir die Treue gebrochen? Bitte lass mich nicht im Unklaren.

   

13.24

Ein erstes Sündenbekenntnis

Warum ziehst du dich von mir zurück und betrachtest mich als deinen Feind?

   

13.25

Warum verfolgst du mich und jagst mir Schrecken ein? Ich bin doch nur ein welkes Blatt, ein dürrer Halm, völlig unbedeutend!

   

13.26

Bittere Strafen hast du über mich verhängt; sogar für die Sünden meiner Jugend.

   

13.27

Du legstmir Fußfesseln an, beobachtest jede Bewegung und bewachst mich auf Schritt und Tritt.

   

13.28

Wie ein vermodernd Holz zerfällt mein Leben und wie ein Kleid, an dem die Motten nagen.

   

 


 

Hiob 14 - Die Vergänglichkeit des Menschen

Hiob sprach vor mehr als 3500 Jahre eine sehr wichtige Erkenntnis aus. Wir können zwar versuchen, ein hundert Prozent gottgefälliges Leben zu führen, aber niemand wird es wirklich gelingen.

Aber wie kommt Hiob zu solchen Aussagen? Oder die im Grunde richtigen Aussagen seiner Freunde? Die Fragen "Wo sind die Toten?" oder "Was passiert mit uns, wenn wir sterben?" beschäftigte die Menschen schon vor Jahrtausenden. Vielleicht ist es ein unbewusstes kollektives Überbleibsel aus der Zeit, als die ersten Menschen noch Ewiges Leben vor Augen hatten. Das führte möglicherweise dazu, dass sich Vorstellungen von einem Übergang in eine andere Welt als Geistwesen bis hin zu einer schrecklichen Unterwelt entwickelten, mit all ihren Auswirkungen. Im Gegensatz dazu gibt die Bibel ein realistisches und dadurch vernünftiges Bild über das, was mit uns nach dem Tod passiert und ob es irgandwann oder irgendwie weitergeht.

Das Buch Hiob ist mindestens so alt wie die Bücher Mose und Hiob war zudem aufgrund seiner Herkunft wahrscheinlich kein Jude. Es zeigt, dass man JHWH auch ohne entsprechende Schriften nur aufgrund der Vernunft erkennen kann. Hatte Hiob eine Ahnung davon, was Gott mit uns Menschen vorhat? Der Zorn auf die Menschheit durch den Ungehorsam der ersten Menschen bringt allen Menschen den Tod. Aber der Tod wird nicht ewig dauern. JHWH wird mehr als 1500 Jahre später durch seinen Sohn die ersten Schritte in die Wege leiten. Diese Hoffnung ist es, die über die Jahrtausende Menschen ausharren lassen wird.

Der Tod ist gleichbedeutend mit einem gefällten Baum. Alles, was offensichtlich ist, hat ein Ende. Aber manchmal treibt ein Baumstumpf neu aus und wird somit zu einem wunderbaren Symbol für die zweite Chance, die uns durch das Opfer Jesu Christi gegeben wurde. Ist unser Lebensfundament fest verwurzelt in unserem Glauben an Gott und Jesus, dann können wir in der festen Hoffnung unser Leben leben, dass es irgendwann eine Auferstehung gibt. Alleine diese Hoffnung hat schon dazu geführt, dass viele Menschen ihr gesamtes Leben verändert haben.

          Wir sind das krönende Produkt  

14.1

"Wie vergänglich ist der Mensch! Sein Leben dauert nur wenige Jahrzehnte und ist voller Mühsal!

 

eines intelligenten Designers. Vielleicht ist es gerade das, was den Hass des Satans auf die Menschen schürt. Da wir zudem mit wunderbaren Eigenschaften ausgestattet sind, wozu auch der freie Wille gehört, sollten wir bestrebt sein, zu erfahren, was unser Schöpfer, das mächtigste Wesen überhaupt, von uns erwartet. Wenn wir das tun, achtet Gott auf unsere Wege, nicht aber auf unsere Unvollkommenheit.

Hiob zeigt in diesem Kapitel aber noch eine andere sehr wichtige Wahrheit: Wir können im Besitz der reinen Lehre sein. Aber das reicht nicht aus. Genausowenig wie zu wissen, an was man glauben muss. Eine theoretischer, nicht im Leben bewährter Glaube ist flach und oberflächlich. Erfahrenes Leiden kann eine neue stabilisierende Dynamik ins Leben bringen. Wie ein Baum, der in einer Dürreperiode die Wurzeln auf der Suche nach Wasser tiefer in den Untergrund treibt und dadurch insgesamt ein stabileres Fundament schafft, was erst größeres Wachstum oberhalb ermöglicht. Nur auf diese Art entsteht ein Glaube, der uns in eine Abhängigkeit zu JHWH führt, ein festes Band des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu unserem Schöpfer.

______   ______   ______

14:1 - 1MMo 47:9; Psa 39:5; Psa 51:5; Pre 2:17,23; Matt 11:11

14:2 - 1Ch 29:15; Psa 90:5-9; Psa 92:7,12; Psa 102:11; Psa 103:15-16; Psa 144:4; Spr 8:13; Jes 40:6-8; Jak 1:10-11; Jak 4:14; 1Pet 1:24

14:3 - Psa 143:2; Psa 144:3; Röm 3:19

14:4 - 1Mo 5:3; Psa 51:5; Psa 90:5; Luk 1:35; Joh 3:6; Röm 5:12; Röm 8:8-9; Eph 2:3

14:5 - Psa 39:4; Psa 104:9,29; Dan 4:35; Dan 5:26,30; Dan 9:24; Dan 11:36; Luk 12:20; Apg 17:26; Heb 9:27; Off 1:18; Off 3:7

14:6 - Psa 39.13; Matt 20:1-8

14:7 - Jes 11:1; Jes 27:6; Dan 4:15,23-25

14:8 - Jes 26:19; Joh 12:24; 1Kor 15:36

14:9 - Hes 17:3-10, 22-24; Hes 19:10; Röm 11:17-24

14:10 - 1Mo 49:33; Spr 14:32; Matt 27:50; Luk 16:22-23; Apg 5:10

14:11 - Jer 15:18

14:12 - Psa 102:26; Pre 3:19-21; Pre 12:5; Jes 26:19; Jes 51:6; Jes 65:17; Jes 66:22; Dan 12:2; Matt 24:35; Joh 11:11-13; Apg 3:21; Röm 8:20; Eph 5:14; 1Th 4:14-15; 2Pet 3:7, 10-13; Off 20:11; Off 21:1

14:13 - 1Mo 8:1; Psa 106:4; Jes 12:1; Jes 26:20-21; Jes 57:1-2; Mar 13:32; Luk 23:42; Apg 1:7; Apg 17:31; Off 21:4

14:14 - Psa 27:14; Psa 40:1-2; Klg 3:25-26; Hes 37:1-14; Matt 22:29-32; Joh 5:28-29; Apg 26:8; 1Kor 15:42-44, 51-52; Phi 3:21; 1Thi 4:14-16;Jak 5:7-8; Off 20:13

14:15 - Psa 50:4-5; Psa 138:8; 1Thi 4:17; 1Jo 2:28; 1Pet 4::19

14:16 - Psa 56:6; Psa 139.1-4; Spr 5:21; Jer 32:19

14:17 - 5Mo 32:34; Hos 13:12

14:18 - Psa 102:25-26; Jes 40:12; Jes 41:15-16; Jes 54:10; Jes 64:1; Jer 4:24; Matt 27:51; Off 6:14; Off 8:8; Off 20:11

14.19 - 1Mo 6:17; 1Mo 7::21-23; Psa 30:6-7; Hes 37:11; Luk 12:19-20

14:20 - Pre 8:8; Klg 4:8

14:21 - 1Sa 4:20; Psa 39:6; Pre 2:18-19; Pre 9:5; Jes 39:7-8; Jes 63:16

14:22 - Spr 14:32; Luk 16:23-24

 

14.2

Er sprießt schnell auf wie eine Blume und verwelkt nach kurzer Zeit. Er hat genauso wenig Bestand wie ein Schatten.

 

14.3

Und trotzdem lässt du ihn nicht aus den Augen, und ziehst ihn wie es dir beliebt vor deinen Richterstuhl!

 

14.4

Von Geburt an sind wir mit der Erbsünde beladen, wie könnten wir dann ein wirklich sauberes Leben führen. Kein Mensch kann das - . nicht einer!

 

14.5

Du hast festgelegt, wie alt ein Mensch werden kann. Und du hast auch bestimmt, innerhalb welcher Grenzen sein Leben abläuft, die er niemals überschreiten kann und darf.

 

14.6

Darum lass ihn in Ruhe und gönne ihm sein bisschen Lebensfreude!

   

14.7

Selbst für einen Baum gibt es noch eine Hoffnung: Wenn man ihn fällt, schlägt er oft aus dem Stumpf wieder aus.

   

14.8

Selbst wenn die Wurzeln in der Erde altern, der Stumpf im Boden abstirbt und verdorrt

   

14.9

so treibt er doch, wenn er Wasser spürt, und bringt wieder neue Zweige hervor.

   

14.10

Wenn der Mensch aber stirbt, ist alles vorbei. Wo ist er dann?

   

14.11

Die Wasser verdunsten im See. Der Fluss versiegt und trocknet aus.

   

14.12

Genau so ist es mit dem Mensch, wenn er stirbt: Er legt sich nieder und steht nie wieder auf. Ja, die Toten werden niemals erwachen, solange der Himmel besteht! Nie wieder werden sie aus ihrem Schlaf erweckt!

   

14.13

Verbirg mich doch dort unten bei den Toten, versteck mich, bis dein Zorn vorüber ist! Bestimme doch, wie lang ich warten muss, bis du mir deine Güte wieder zeigst.

   

14.14

Doch kommt ein Toter je zurück ins Leben? Ich hielte gerne diese Qualen aus, wenn ich auf bessere Zeiten hoffen könnte.

   

14.15

Dann wirst du mich rufen, und ich werde kommen. Meine Existenz soll Dich dann wieder erfreuen, weil Du selbst mich geschaffen hast.

   

14.16

Du achtest zwar dann immer noch auf meine Wege, aber meine Verfehlungen wirst du sicherlich übersehen.

   

14.17

Was immer ich begangen habe, ist dann vergeben und vergessen, meine Schuld für immer ausgelöscht.

   

14.18

Doch ein Berg kann in sich zusammenstürzen, und ein Fels ins Tal stürzen..

   

14.19

Wie Wasser die Steine zu Sand zermahlt, und Sturzbäche den Erdboden fortreißen, so zerstörst du jede Hoffnung des Menschen.

   

14.20

Du überwältigst ihn mit Leichtigkeit, zwingst ihn zu Boden; mit entstelltem Gesicht liegt er da und stirbt. Du schickst ihn fort ohne das er je wiederkommt.

   

14.21

Ob seine Kinder einst berühmt sind oder ob man sie verachtet, wird er im Tod niemals erfahren. Ihre Zukunft bleibt ihm völlig verborgen.

   

14.22

Er sieht nur die eigene Ohnmacht und trauert nur noch um sich selbst.

   

 

Hiob 15 - Elifas zweite Rede

Elifas zeigt sich in seiner Arroganz noch rücksichtsloser als in seiner ersten Rede, sagt aber nichts Neues. Er glaubt offenbar, dass er mit der Autorität Gottes spricht. Es mag sein, dass auch wir nach Jahrzehnten Bibelforschung genau zu wissen glauben, was der Weg Gottes ist. Vielleicht haben wir gar nicht bemerkt, wie festgefahren wir in unseren Ansichten sind, was äußerst nachteilig ist. Hiob zeigt, dass manchmal nichts mehr so läuft, wie es sein sollte. Er hatte nichts falsch gemacht und trotzdem war alles zusammengebrochen. Wie sieht es in unserem Leben aus? Wir sind doch weit entfernt von Hiobs Rechtschaffenheit. Könnte es nicht doch sein, dass unsere Probleme das Ergebnis unserer Sünden sind? Oder umgekehrt, es läuft alles perfekt in unserem Leben, weil wir immer richtig gegenüber Gott JHWH handeln? Vergessen wir niemals das Beispiel Hiob, welches uns zeigt, dass wir oft genug in unserem Leben ein Spielball anderer sind. Sehen wir schwierige Zeiten als Chance, die Bibel, Gott und Jesus besser kennenzulernen. Vielleicht bekommen wir dadurch einen Blick auf die Dinge Gottes, der uns unter anderen Umständen nie eröffnet worden wäre.

 
             

15.1

Darauf antwortete Elifas von Teman:

     

15.2

Du willst ein weiser Mann sein, Hiob? Was Du sagst sind nichts als leere Worte!

 

15:2 - Hos 12:1; Jak 3:13

15:3 - Mal 3:13-15; Matt 12:36-37; Col 4:6; 1Ti 6:4-5

15:4 - 1Chr 10:13-14; Psa 36:1-3; Psa 119:126; Hos 7:14; Amo 6:10; Zef 1:6; Luk 18:1; Röm 3:31; Gal 2:21

15:5 - Psa 50:19-20; Psa 52:2-4; Psa 64:3;; Psa 120:2-3; Jer 9:3-5; Jer 9:8; Mar 7:21-22; Luk 6:45; Jak 1:26; Jak 3:5-8

15:6 - Psa 64:8; Matt 12:37; Matt 26:65; Luk 19:22

15:7 - 1Mo 4:1; Psa 90:2; Spr 22-25; Joh 1:1-5

15:7 - Zufällige Worte, die Elifas einfach so dahersagt? Die Bibel spricht später tatsächlich von jemanden, der schon existierte, als Gott die Welt schuf: Gottes erstgeborener Sohn.

15:8 - 5 Mo: 29:29; Psa 25:14; Pre 3:32; Jer 23:18; Amo 3:7; Matt 11:25; Matt 13:11,35; Joh 15:15; Röm 16:25-26; 1Kor 2:9-11,16

15:9 - 2Kor 10:7; 2Kor 11:5, 21-30

15:10 - 5Mose 32:7, Spr 16:31

15:11 - 1Kö 22:24; 2Kor 1:3-5; 2Kor 7:6

15:12 - Psa 35:19; Spr 6:13; Pre 11:9; Mar 7:21-22; Apg 5:3-4; Apg 8:22; Jak 1:14-15

15:13 - Psa 34:13; Mal 3:13; Röm 8:7-8; Jak 1:26;

15:14 - 1Kö 8:46, 2Chr 6:36; Psa 14:3; Psa 51:5; Spr 20:9; Pre 7:20,29; Joh 3:6; Röm 7:18; Gal 3:22; Eph 2:2-3; 1Jo 1:8-10

15:15 - Jes 6:2-5

15:16 - Psa 14:1-3; Psa 53:3; Spr 19:28; Röm 1:28-30; Röm 3:9-19; Tit 3:3

15:18 - Psa 71:18; Psa 78:3-6; Jes 38:19

15.19 - 1Mo 10:25,32; 5Mo 32:8; Joe 3:17

15:20 - Psa 90:3-4; Pre 9:3, Luk 12:19-21; Röm 8:22; Jak 5:1-6

15:21 - 1Mo 3:9-10; 3Mo 26:36; 2Kö 7:6; 1Sa 25:36-38; Psa 73:18-20; Psa 92:7; Spr 1:26-27; Apg 12:21-23; 1Kor 10:10; 1The 5:3; Off 9:11

15.22 - 2Kö 6:33; Jes 8:21-22; Matt 27:5

15:23 - 1Mose 4:12; Psa 59:15; Psa 109:10; Pre 11:8; Klg 5:6,9; Joe 2:2; Amo 5:20; Zef 1:15; Heb 10:27; Heb 11:37-38

15:24 - Psa 119:143; Spr 1:27; Spr 6:11; Spr 24:34; Jes 13:3; Mat 26:37-38; Röm 2:9

15:25 - 2Mo 5:2-3; 2Mo 9:17; 3Mo 26:23; 1Sa 4:7-9; 1Sa 6:6; Psa 52:7; Psa 73:9,11; Jes 8:9-10; Jes 10:12-14; Jes 27:4; Jes 41:4-7; Dan 5:23; Mal 3.13; Apg 9:5; Apg 12:1,23

15:26 - 1Mo 49:8; 2Ch 28:22; 2Ch 32:13-17; Psa 18:40

15:27 - 5Mo 32:15; Psa 17:10; Psa 73:7; Psa 78:31; Jes 6:10; Jer 5:28

15:28 - Jes 5:8-10; Jer 9:11; Jer 26:18; Jer 51:37; Mic 3:12; Mic 7:18;

15:29 - Psa 49:16-17; Luk 12:19-21; Luk 16:2, 19-22; Jak 1:11; Jak 5:1-3

15:30 - Jes 11:4; Jes 30:33; Hes 15:4-7; Hes 20:47-48; Matt 8:12; Matt 22:13; Matt25:41; Mar 9::43-49; 2The 1:8-9; 2Pet 2:17; Jud 1:13; Off 19:15

15:31 - Psa 62:10; Spr 22:8; Jes 17:10-11; Jes 44:20; Jes 59:4; Jon 2:8; Hos 8:7; Gal 6:3,7,8; Eph 5:6

15:32 - Psa 52:5-8; Psa 55:23; Pre 7:17; Jes 27:11; Hes 17:8-10; Hos 9:16; Hos 14:5-7; Joh 15:6

15:33 - 5Mo 28:39-40; Jes 33:9; Off 6:13

15:34 - 1Sa 8:3; 1Sa 12:3; Jes 33:14-15; Mic 7:2; Amo 5:11-12; Matt 24:51

15:35 - Psa 7:14; Jes 59:4-5; Hos 10:13; Gal 6:7-8; Jak 1:15

15.3

Du verteidigst dich mit Worten, die nicht taugen. Und dein Reden ist zu nichts nütze.

 

15.4

Du untergräbst das Fundament des Glaubens, wer dir zuhört läuft Gefahr, vom Glauben abzukommen!

 

15.5

Mit vielen Worten versuchst du deine Schuld zu verstecken. Mit Tricks lenkst du von ihr ab!

 

15.6

Deine eigenen Worte verurteilen dich, nicht ich; du selbst belastest dich mit jedem Wort.

   

15.7

Warst du schon auf auf dieser Welt, als Gott die Berge schuf?

   

15.8

Kennst du etwa Gottes Pläne, bist womöglich von ihm mit besonderer Weisheit ausgestattet?

   

15.9

Du weist nichts,was wir nicht auch wissen. Auch deine Erkenntnisse sind uns schon längst bekannt.

   

15.10

Hinter uns stehen alte, weise Männer, die älter wurden als dein Vater.

   

15.11

Du lehnst es ab, wenn Gott dich durch uns trösten will.

   

15.12

Warum reißt dich dein Unmut fort? Was ist mit dir passiert,

   

15.13

dass du so gegen Gott zu Feld ziehst und ihn so erbittert anklagst?

   

15.14

Glaubst du wirklich, dass es auf ganzen Welt auch nur einen Menschen gibt, der vor Gott bestehen kann?

   

15.15

Nicht einmal seinen Engeln kann er trauen, und auch der Himmel ist für ihn nicht rein.

   

15.16

Wieviel mehr die Menschen: Abscheulich und verdorben sind sie, am Unrecht trinken sie sich satt, als wäre es Wasser!

   

15.17

Hör mir zu, Hiob! Ich will dir etwas erklären, was ich aus eigener Erfahrung weiß,

   

15.18

es stimmt auch mit den Worten der alten, weisen Männer überein. Sie wiederum haben es von ihren Vätern gelernt,

   

15.19

vor langer Zeit, als das Land ihnen noch allein gehörte und noch kein Fremder in ihrer Mitte wohnte:

   

15.20

Der Gottlose quält sich mit Angst sein Leben lang; das Ende des Gewalttäters ist bereits bestimmt;

   

15.21

Schreckensrufe gellen ihm in den Ohren, mitten im Frieden wird ihn der Attentäter überfallen.

   

15.22

Er glaubt nicht mehr, dass er wieder aus der Finsternis herauskommt; er fürchtet, nur noch für das Schwert aufgespart zu sein.

   

15.23

Auf der Suche nach Brot irrt er umher, doch wo soll er es finden? Er hat das Gefühl, dass alles noch viel schlimmer wird.

   

15.24

Ihn packt die nackte Angst, Verzweiflung überfällt ihn wie ein König, der zum Angriff bläst.

   

15.25

Denn er hat seine Hand gegen Gott erhoben und sich gegen den Allmächtigen aufgelehnt;

   

15.26

Starrköpfig wie er war, rannte er mit einem dicken Schild am Arm gegen Gott an.

   

15.27

Er fühlte sich stark, war aufgeblasen vor Selbstsicherheit und Überheblichkeit.

   

15.28

Er zieht in Häuser, die verlassen wurden, baut Städte auf, die Trümmer bleiben sollten, und fürchtet nicht den Fluch, der darauf lastet. So trotzt er Gott und fordert ihn heraus.

   

15.29

Was solch ein Mensch besitzt, ist nicht von Dauer; er wird hier auf der Erde niemals reich;

   

15.30

Der Finsternis wird er nicht entrinnen; er ist wie ein Baum, dessen Zweige vom Atem Gottes versengt werden.

   

15.31

Wer sich auf Trug verlässt, betrügt sich selbst. Was er durch Trug gewinnt, wird ihm auch wieder durch Trug genommen.

   

15.32

Noch vor der Zeit verwelkt er wie ein Zweig und trägt nie wieder frisches, grünes Laub.

   

15.33

Unreif muß der Weinstock seine Trauben abwerfen und der Ölbaum seine Blüten abfallen lassen,

   

15.34

So geht es allen, die Gott mißachten: Über kurz oder lang sterben sie aus. Mit Bestechungsgeldern bauen sie ihr Haus, aber ein Feuer wird alles verwüsten.

   

15:35

Sie tragen sich mit bösen Plänen, Gemeinheiten brüten sie aus und setzen Unheil in die Welt.

   

 


 

Hiob 16+17 - Hiobs vierte Antwort

 
             

16.1

Hiobs erneute Antwort auf die Rede Elifas:

 

Hiobs Schmerz und Leid haben sich durch die heftigen Vorwürfe Elifas noch weiter gesteigert. Und doch wird deutlich, dass der Glaube ihn in den Jahren so gestählt hat, dass er zwar im wahrsten Sinne des Wortes im Schmutz liegt und noch auf ihn eingeschlagen wird, er aber nicht zerbrochen ist. Auf der anderen Seite erhebt Hiob in seiner Verzweiflung erneut schwere Vorwürfe gegen Gott JHWH, die mindestens genauso schmerzhaft und ungerecht sind, wie das ihm vom Teufel zugefügte Leid.

Anders als Hiob vor mehr als 3500 Jahren stehen wir vor Gott mit großer Wahrscheinlichkeit nicht so sauber und rechtschaffen da. Wir werden uns eher in der Aussage des Apostel Paulus in Röm 7:21 wiederfinden. Umso überraschender sind daher Hiobs Bemerkungen in den Versen 19 und 21. Er spricht plötzlich von einem himmlischen Zeugen oder Bürgen als Mittler zwischen ihm und Gott oder den Menschen und Gott. Wer ist in Hiobs Rede der Anwalt der Sterblichen vor dem Höchsten? Wen bezeichnet er als den Menschensohn, der die Menschen auch untereinander versöhnt?

Bereits in einem früheren Kapitel wird der Eindruck geweckt, dass Hiob viel mehr über Gottes Wege wusste, als man es in diesem vermutlich ältesten Buch der Bibel für möglich halten könnte. Sieht man diese Aussagen Hiobs im Licht des Neuen Testaments, kann es sich bei diesem Zeugen und Menschensohn nur um Jesus Christus in seinem vormenschlichen Zustand handeln. Nur er steht spätestens seit seinem Opfertod als Mittler, Zeuge und Anwalt für fast alle Menschen vor Gott ein (1Ti 2:5).

_____ _____ _____

16:2 - Psa 69:26; Phi 1:16; Jak 1:19

16:3 - Matt 22:46; Tit 1:11; Tit 2:8

16:4 - 2Kö 19:21; Psa 22:7; Psa 44:14; Psa 109:25; Spr 10:14,19; Pre 10:14; Jer 18:16; Klg 2:15; Matt 7:12; Matt 27:39-40; Röm 12:15; 1Kor 12:26

16:5 - Psa 27:14; Spr 27:9,17; Jes 35:3-4; Gal 6:1

16:6 - Psa 77:1-9; Psa 88:15-18

16:7 - Psa 6:6-7; Spr 3:11-12; Jes 50:4; Mic 6:13

16:8 - Rth 1:21; Psa 106:15; Jes 10:16; Jes 24:16; Eph 5:27

16:9 - Psa 35:16; Psa 37:12; Psa 50:22; Klg 2:16; Klg 3:10; Mic 7:8; Hos 5:14

16:10 - 1Kö 22:24; 2Chr 18:23; Psa 22:13, 16-17; Psa 35:15,21; Psa 94:21; Jes 50:6; Klg 3:30; Mic 5:1; Matt 26:67; Luk 23:35-36; Joh 18:22; Apg 4:27; Apg 23:2; 2Kor 11:20

16:11 - 1Sa 24:18; Psa 7:14; Psa 27:12; Psa 31:8; Joh 19:16, Röm 11:32; 2Kor 12:7

16:12 - Psa 44:19; Klg 3:4,11,12; Hes 29:7; Matt 21:44; Röm 16:4

16:13 - 1Mo 49:23; 5Mo 29:20; Psa 7:12-13; Klg 2:11; Klg 3:13; Hes 5:13; Röm 8:32; 2Pet 2:5

16:14 - Klg 3:3-5; Ric 15:8; Psa 42:7

16:15 - 1Sa 2:10; 1Kö 21:27; Psa 7:5; Psa 75:5:10; Jes 22:12

16:16 - Psa 6:6-7; 31:9; Psa 32:3; Psa 69:3; Psa 102:3-5,9; Psa 116:3; Jes 52:14; Klg 1:16; Jon 2:1-10; Mar 14:34

16:17 - Psa 7:3-5; Psa 44:17-21; Psa 66:18-19; Spr 15:8; 1Ti 2:8

16:18 - 1Mo 4:11; Neh 4:5; Psa 66:18-19; Jes 1:15; Jes 58:9-10; Jes 26:21; Jer 22:20; Hes 24:7; Jak 4:3-4

16:19 - 1Sa 12:5; Psa 113:5; Röm 1:9; Röm 9:1; 2Kor 1:23; 2Kor 11:31; 1Th 2:10

16:20 - Psa 142:2; Hos 12:4-5; Luk 6:11-12; Heb 5:7

16:21 - Pre 6:10; Jes 45:9; Röm 9:20

16:22 - Pre 12:5

 

16.2

"Solche Worte habe ich schon oft gehört. Ihr alle habt nur schwachen Trost zu bieten!

 

16.3

Wann machst du endlich Schluss mit diesem Gerede? Was reizt dich denn so, dass du mir ständig widersprichst?

 

16.4

Wenn ihr jetzt hier an meiner Stelle wärt, dann könnte ich genau dasselbe sagen. Ich könnte meinen Kopf weise schütteln und euch mit schönen Sprüchen reich bedenken.

 

16.5

Mit meinen Worten würde ich euch stärken und trösten.

 

16.6

Aber wenn ich rede, lässt mein Schmerz nicht nach. Schweige ich, wird es auch nicht besser!

   

16.7

O Gott, du hast mir meine Kraft genommen und mein ganzes Leben zerstört.

   

16.8

Mein Unglück knebelt mich. Als ob das noch nicht ausreicht, scheint mein Siechtum fast wie der Beweis für meine Schuld zu sein.

   

16.9

Gott ist offenbar mein Feind geworden. Er durchbohrt mich mit seinen Blicken und in seinem Zorn zerreißt er mich mit knirschenden Zähnen.

   

16.10

Als ob das nicht schon schlimm genug ist, verbünden sich auch die Menschen gegen mich. Sie reißen ihr Maul voll Spott auf und schlagen mir voller Hohn ins Gesicht.

   

16.11

Gott hat mich bösen und ungerechten Menschen ausgeliefert; Gottlosen bin ich in die Hände gefallen.

   

16.12

Aus meinem Frieden riss er mich heraus, er packte mich im Nacken, warf mich nieder. Dann nahm er mich als Zielscheibe,

   

16.13

seine Pfeile schwirrten um mich herum. Erbarmungslos durchbohrtensie meine Nieren und ließen mein Herzblut zur Erde fließen.

   

16.14

Wunde um Wunde hat er mir beigebracht. Er bekämpfte mich wie ein starker Krieger.

   

16.15

Ich habe mich Sackleinen gehüllt, und mein ganzer Stolz ist im Staub versunken.

   

16.16

Mein Gesicht ist rot vom vielen Weinen und ich habe dunkle Ringe um die Augen.

 

16.17

Und doch, an meinen Händen klebt kein Unrecht und mein Gebet ist frei von Heuchelei!

   

16.18

O Erde, bedecke nicht mein Blut und es finde sich keine Ruhestätte für mein Geschrei!

   

16.19

Aber wisst, ich habe doch im Himmel einen Zeugen und in der Höhe einen Bürgen!

   

16.20

Auch wenn ich von meinen angeblichen Freunden nichts als Hohn erhalte, blicke ich unter Tränen hinauf zu Gott.

   

16.21

Er schafft dem Sterblichen Recht vor Gott, ebenso wie zwischen dem Menschensohn selbst und seinen Mitmenschen.

   

16.22

Denn nur noch wenige Jahre habe ich, dann muss ich den Weg gehen, von dem es keine Rückkehr gibt."

   
             

 

Hiob 17 - Der einzige Ausweg aus all den Enttäuschungen

 
             

17.1

"Meine Kraft ist gebrochen, ich habe den Tod vor Augen, und auf mich wartet nur noch das Grab.

 

17:1 - Psa 88:3-5; Jes 38:10-14; Jes 57:16

17:2 - 1Sa 1:6-7; Psa 25:13; Psa 35:14-16; Psa 91:1; Matt 27:39-44

17:3 - 1Mo 43:9; 1Mo 44:32; Spr 6:11; Spr 11:15; Spr 17:18; Spr 20:16; Spr 22:26; Heb 7:22

17:4 - 2Sa 15:31; 2Sa 17:14;; 2Ch 25:16; Jes 19:14; Matt 11:25; Matt 13:11; Röm 11:8; 1Kor 1:20

17:5 - 2Mo 20:5; 5Mo 28:65; 1Kö 11:12; Psa 12:2-3; Spr 20:19; Spr 29:5; Klg 4:17; 1Th 2:5

17:6 - 1Mo 31:27; 1Kö 9:7; Psa 44:14; Jes 5:12

17:7 - Psa 6:7; Psa 31:9-10; Psa 109:23; Pre 6:12; Klg 5:17

17:7 - Großer Leidensdruck kann tatsächlich die Sehfähigkeit beeinträchtigen.

17:8 - Die jahrhunderte vertretene Ansicht, dass Leid eine Strafe Gottes für begangene Sünden sei, verschlimmerte die Situation der Betroffenen immens. Wieviel Schuld trifft daher die kleinen und großen Religionsführer, die wider besseren Wissens diese Ansichten unter das Volk gebracht und gefördert haben?

17:8 - Psa 73:12-15; Pre 5:8; Hab 1:13; Apg 13:46; Röm 11:33

17:9 - 1Mo 20:5; Psa 24:4; Psa 26:6; Psa 73:13; Psa 84:7,11; Spr 4:18; Spr 14:16; Jes 1:15-16; Jes 35:8-10; Jes 40:29-31; Mar 7:2; 2 Kor 12:9-10; 1Pet 1:5; 1Jo 2:19

17:9 - Im Vergleich zu Hiob und seiner Zeit ist unser Leben möglicherweise voll kleiner und sogar größerer Verfehlungen. Tragen wir diese vertrauensvoll in unserer Schwachheit vor Gott JHWH.(Esr 10:11; Röm 8:3) Er hat uns auserwählt (Röm 9:24-25) und wird auch dafür sorgen, dass wir unseren Weg wieder beschreiten und standhaft weitergehen. Auch unser Herr Jesus Christus hat uns einen starken Helfer in Aussicht gestellt (Joh 14:26)

17:10 - Mal 3:18; 1Kor 1:20; 1Kor 6:5

17:11 - Spr 16:9; Spr 19:21; Pre 9:10; Jes 8:10; Klg 3:37; Jes 38:10; Röm 1:13; 2 Kor 1:15-17; Jak 4:13-15

17:12 - 5Mo 28:67

17:13 - Psa 27:14; Psa 139:8; Klg 3:25-26; Jes 57:2

17:14 - Psa 16:10; Psa 49:9; Jes 14:11; Apg 2:27-31; Apg 13:34-37; 1Kor 15:42, 53-54

17:16 - Psa 88:4-8; Psa 143:7; Jes 38:17-18; 37:11; Jon 2:6; 2Kor 1:9

 

17.2

Rings um mich höre ich den Hohn der Spötter, auch nachts lassen mich ihre Beleidigungen nicht mehr schlafen.

 

17.3

O Gott, wer außer Dir kann jetzt noch für mich eintreten. Da ist sonst niemand mehr.

 

17.4

Ihre Herzen hast du jeglicher Einsicht verschlossen; nun lass sie nicht noch weiter triumphieren.

 

17.5

Wer Freunde der Plünderung preisgibt, dessen Kinder werden sich schämen und dafür leiden müssen.

 

17.6

Ich bin dem Spott der Leute preisgegeben, man spuckt mir sogar ins Gesicht!

   

17.7

Schmerz und Trauer haben mich fast blind gemacht; ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst.

   

17.8

Selbst aufrichtige Menschen denken über mich: Wie gottlos muss dieser Mann sein!

   

17.9

Und doch steht der Gerechte zu seinem Wandel; wer reine Hände hat, gewinnt an Kraft.

   

17.10

Ihr alle aber miteinander, kommt nur immer wieder; ich werde doch keinen Weisen unter euch finden.

   

17.11

Vorbei sind meine Tage; meine Pläne und die Wünsche meines Herzens sind vernichtet.

   

17.12

Meine Freunde erklären meine Nacht zum Tag! Das Licht ist nahe! sagen sie, während ich von der Finsternis umgeben bin!

   

17.13

Ich habe nur noch die Dunkelheit des Scheol (das Grab) zu erwarten.

   

17.14

Das Grab bezeichne ich bald als meinen Vater. Die Verwesung nenne ich meine Mutter und meine Schwester.

   

17.15

Wo bleiben da meine Hoffnungen? Wer kann noch etwas Glück für mich erspähen?

   

17.16

Auch sie versinken mit mir im Tode, gemeinsam werden wir zu Staub!"

   

 


 

Hiob 18 - Bildads zweite Rede

 
             

18.1

Nun ergriff Bildad aus Schuach wieder das Wort:

 

18:2 - Spr 18:3; Jak 1:19

18:3 - Psa 73:22; Pre 3:18; Röm 12:10

18:4 - Jes 54:10; Hes 9:9; Jon 4:9; Mat 24:35; Mar 9:18; Luk 9:39

18:5 - Spr 4:19; Spr 13:9; Spr 20:20; Spr 24:20; Jes 50:11

18:6 - Psa 18:28; Off 18:28

18:7 - 2 Sa 15:31; 2Sa 17:14; Psa 18:36; Psa 33:10; Spr 1:30-32; Spr 4:12; Hos 10:6; 1Kor 3:19

18:8 - Est 3:9; Est 6:13; Est 7:5,10; Psa 9:15; Psa 35:8; Spr 5:22; Spr 29:6; Hes 32:3; 1Ti 3:7; 1Ti 6:9; 2Ti 2:26

18:9 - Jes 8:14-15

18:10 - Psa 11:6; Hes 12:13; Röm 11:9

18:11 - 3Mo 26:36; 2Kö 7:6-7; Psa 53:5; Psa 73:19; Spr 28:1; Jer 6:25; Jer 20:3-4; Jer 46:5; Jer 49:29; 2Kor 5:11; Off 6:15-16

18:12 - 1Sa 2:5; 1Sa 2:36; Psa 7:12-14; Psa 34:10; Psa 109:10; 1Th 5:3; 2Pet 2:3

18:13 - 1Mo 49:3; Jes 14.30; Jon 2:6; Off 6:8

18:14 - Psa 55:4; Psa 112:10; Spr 10:28; Spr 14::32; Matt 7:26-27; 1Kor 15:55-56; Heb 2:15

18:15 - 1Mo 19:24; 5Mo 29:23; Psa 11:6; Jes 34:9-10; Jer 22:13; Sac 5:4; Hab 2:6:11; Off 19:20; Off 21:8

18:16 - Jes 5:24;; Hos 9:16; Amo 2:9; Mal 4:1

18:17 - Psa 34:16; Psa 83:4; Psa 109:13; Spr 2:22; Spr 10:7

18:18 - Jes 8:21-22; Jud 1:13; Spr 14:32; Jes 17:13-14; Dan 4:33; Dan 5:21

18:19 - Psa 109:13; Jes 5:8-9; Jes 14:21-22; Jer 22:30

18:20 - 5Mo 29:23-24; 1Kö 9:8; Jer 18:16; Psa 37:13; Psa 137:7; Hes 21:25;; Oba 1:11-15; Luk 19:42,44

18:21 - 2MMo 5:2; Ric 2:10; 1Sa 2:12; 1Ch 28:9; Psa 79:6; Jer 9:3; Jer 10:25; Röm 1:28; 1Th 4:5; 2Th 1:8; Tit 1:16

 

18.2

"Wie lange noch willst du so reden, Hiob? Mach ein Ende mit dem Geschwätz und lass uns nun reden!

 

18.3

Hällst du uns als töricht und dumm wie ein Stück Vieh?

 

18.4

Du zerfleischst dich selbst in deiner Verbitterung! Soll die Welt verwüstet werden oder mächtige Felsen zerbersten, nur damit du recht behältst?

 

18.5

Mach dir nichts vor: Das Licht des Gottlosen und Sünders wird verlöschen, und seine Flamme lodert nicht mehr auf.

 

18.6

In seinem Zelt brennt die Lampe genauso nieder, wie sein Lebensglück zu Ende geht.

   

18.7

Seine einstmals kraftvollen Schritten wirken müde und schleppend; seine eigenen Machenschaften haben ihn zu Fall gebracht.

   

18.8

Er läuft ins Netz, das er selbst ausgelegt hat und fällt in die Grube, die er selbst einst aushub.

   

18.9

Er tritt mit einem Fuß in einen Fallstrick, und verfängt sich an anderer Stelle in Schlingen.

   

18.10

Versteckt am Boden ist ein Stolperdraht für ihn gespannt und andere Fallen warten auf seinem Weg.

   

18.11

Angst und Schrecken bedrängen ihn von allen Seiten und verfolgen ihn auf Schritt und Tritt.

   

18.12

Der Hunger raubt ihm seine letzte Kraft, das Unglück ist sein ständiger Begleiter.

   

18.13

Eine furchtbare Krankheit zerfrisst seine Glieder, als Bote des Todes zehrt sie ihn aus.

   

18.14

Sie entwurzelt ihn aus seiner sicheren Heimat und treibt ihn zum König aller Schrecken, hin zum Tod.

   

18.15

In seinem Zelt haust das Verderben, und mit Schwefel verbrennt man sein restliches Hab und Gut

   

18.16

Er gleicht einem abgestorbenen Baum mitverdorrten Wurzeln und vertrockneten Zweigen.

   

18.17

Sein Name wird vergessen, bald kann sich niemand mehr an ihn erinnern.

   

18.18

Gott wird ihn aus dem Licht ins Dunkle stoßen und vom Erdboden verschwinden lassen.

   

18.19

Er wird weder Kind noch Enkel haben in seinem Volk, von seiner Familie wird keiner überleben.

   

18.20

An seinem Todestag werden alles entsetzt sein. In Ost und West packt alle, die es hören, kaltes Grausen.

   

18.21

Ja, so sieht das Ende böser Menschen aus! So geht es dem, der Gott den Rücken kehrt!"

   

 

Hiob 19 - Hiobs fünfte Antwort - Sehnsucht nach Verständnis

hiob 232 02Sowohl Hiob als auch seine Freunde kennen die wahren Hintergründe dieser Tragödie nicht; vielleicht ist auch die Existenz des Teufels nicht bekannt. Beide Parteien erklären Gott als Auslöser und scheinbar lässt sich Hiobs angebliche Schuld, bzw. das Verhalten von JHWH sogar mit einer Hülle von Bibelstellen belegen. Und doch liegen beide Seiten falsch. Welche Lehren können wir daraus ziehen? Sicherlich zumindest die, dass wir uns hüten sollten, vorschnell Ereignisse in unserem oder im Leben anderer mit dem Wohlwollen oder Unmut Gottes in Verbindung zu bringen. Fast 2 Jahrtausend später erklärt Jesus, dass wir doch letztendlich alle Sünder sind, unabhängig davon, ob es uns gerade gut oder schlecht geht (Luk 13:4).

Interessant ist an dieser Stelle, das sich in Hio 19:25 ein Hinweis auf einen Erlöser findet, der sich über den Staub erheben wird. Könnte Hiob Jesus Christus gemeint haben, der durch sein Opfertod allen Menschen irgendwann einen "Neustart" ohne Krankheiten, Armut, Angst und Tod auf einer zuende gestalteten Erde verheißen hat?

 
             

19.1

Hiob erwiderte auf Bildads erneute Rede:

 

19:2 - Ric 16:16; Psa 6:2-3; Psa 13:1; Psa 42:10; Psa 55:21; Psa 59:7; Psa 64:3; Spr 12:18; Spr 18:21; 2Pe 2:7-8; Jak 3:6-8; Off 6:10

19:3 - 1Mo 31:7; 1Mo 42:7; 3Mo 26:26; 4Mo 14:22; Neh 4:12; Dan 1:20; Psa 69:8

19:4 - 2Sa 24:17; Spr 9:12; Hes 18:4; 2Kor 5:10; Gal 6:5

19:5 - 1Sa 1:6; Neh 1:3; Psa 35:26; Psa 38:16; Psa 41:11; Psa 55:12; Jes 4:1; Mic 7:8; Zep 2:10; Sac 12:7; Luk 1:25; Luk 13:2-4; Joh 9:2,34

19:6 - Psa 44:9-14; Psa 66:10-12; Klg 1:12-13; Hes 12:13; Hes 32:3; Hos 7:12

19:7 - Psa 22:2; Jer 20:8; Klg 3:8; Hab 1:2-3

19:8 - Jos 24:7; Spr 4:19; Psa 88:8; Klg 3:7,9; Jes 50:10; Jer 23:12; Hos 2:6; Joh 8:12

19:9 - Psa 49:16-17; Psa 89:44; Jes 61:6; Hos 9:11

19:10- Psa 37:35-36; Psa 88:13-18; Psa 102:11; Klg 2:5-6; 2Kor 4:8-9

19:11 - 5Mo 32:22; Psa 89:46; Psa 90:7; Klg 2:5

19:12 - Jes 10:5-6; Jes 51:23

19:13 - Psa 31:11; Psa 38:11; Psa 69:8;20; Psa 88:8,18; Mat 26:56; 2Ti 4:16

19:14 - 2Sa 16:23; Psa 38:11; Psa 55:12-14; Spr 18:24; Jer 20:10; Mic 7:5-6; Matt 10:21; Joh 13:18

19:15 -Psa 123:3

19:18 - 2Kö 2:23; Jes 3:5

19:19 - Psa 41:9; Psa 55:12-14,20; Psa 109:4-5; Luk 22:48

19:20 - Psa 22:14-17; Psa 32:3-4; Psa 38:3; Psa 102:3,5; Klg 3:4; Klg 4:8; Klg 5:10

19:21 - Psa 38:2; Röm 12:15; 1Kor 12:26; Heb 13:3

19:22 - Psa 69:26; Jes 51:23; Mic 3:3

19:23 - Dieser Wunsch war der Auftakt zum ältesten und größten Buch der Welt: Die Heilige Schrift oder Bibel. Auch nach fast 4000 Jahren macht die Lebensgeschichte Hiobs immer noch Mut, auch in noch so schwierigen Situationen nicht an Gott JHWH zu zweifeln.

19:23 - Jes 8:1; Jes 30:8

19:24 - 2Mo 28:11-12,21; 2Mo 32:16; 5Mo 27:2-3,8; Jer 17:1

19:25 - 1Mo 3:15; 1Mo 22:18; Psa 19:14; Jes 54:5; Jes 59:20-21; Joh 5:22-29; Eph 1:7; Jud 1:14

19:26 - Psa 16:9; Psa 17:15; Mat 5:8; 1Kor 13:12; 1Kor 15:53; Phi 3:21; 1Jo 3:2; Off 1:7

19:27 - 4Mo 24:17; Psa 119:81; Jes 26:19; Phi 1:23

19:28 - 1Kö 14:13; Psa 69:26

19:29 - Psa 58:10-11; Pre 11:9; Matt 7:1-2; Röm 13:1-4; Jak 4:11-12

 

19.2

"Wie lange redet ihr noch so auf mich ein und quält mich mit euren Worten?

 

19.3

Schon zehnmal habt ihr mich beschimpft. Und schämt euch nicht, mich weiter zu misshandeln.

 

19.4

Wenn ich wirklich gefehlt hätte, so wäre das doch meine eigene Sache, denn ich müsste die Folgen tragen.

 

19.5

Ihr aber spielt euch auf als meine Richter und nehmt meine Leiden als Beweis einer Schuld.

 

19.6

Erkennt ihr nicht, dass Gott mir Unrecht getan und mich in seinem Netz gefangen hat?

   

19.7

Ich schreie um Hilfe, aber niemand hört mich. Ich rufe aus Leibeskräften - aber keiner verschafft mir Recht.

   

19.8

Gott hat mir den Weg versperrt, ich kann nicht mehr weiter. Und lässt mich mitleidslos im Dunkeln tappen.

   

19.9

Alles hat er mir genommen und meine Ehre in den Schmutz getreten.

   

19.10

Er reißt mich wie eine Mauer völlig nieder, bis ich sterbe. Meine Hoffnung wird vernichtet wie unbeliebtes Unkraut.

   

19.11

Sein ganzer Zorn ist gegen mich entbrannt, er setzt mir zu, als wäre ich sein Feind.

   

19.12

Geschlossen rücken seine Heerscharen zum Angriff vor, belagern mich ringsherum um mein Zelt.

   

19.13

Meine Brüder halten sich von mir fern, und meine Bekannten sind mir fremd geworden.

   

19.14

Meine Freunde und Verwandten kennen mich nicht mehr. Die Gäste meines Hauses haben mich vergessen.

   

19.15

Meine Hausgenossen und meine Mägde behandeln mich wie ein Fremdling. Ich bin ihnen zu einem Unbekannten geworden.

   

19.16

Mein Knecht gibt keine Antwort, wenn ich rufe; um jeden Dienst muss ich ihn lange bitten.

   

19.17

Meine Frau erträgt meinen stinkenden Atem nicht mehr; meine eigenen Brüder ekeln sich vor mir!

   

19.18

Sogar Kinder lachen und spotten über mich; sobald sie mich sehen, fangen sie an zu tuscheln!

   

19.19

Alle meine Vertrauten verabscheuen mich, und die, die ich liebte, haben sich von mir abgewendet.

   

19.20

Ich bin nur noch Haut und Knochen, und dem Tod näher als dem Leben.

   

19.21

Erbarmt, erbarmt euch doch, meine Freunde! Gottes Hand hat mich getroffen.

   

19.22

Warum verfolgt ihr mich wie Gott? Warum könnt ihr nicht genug bekommen, mich zu zerfleischen?

   

19.23

Ich wünschte, jemand schriebe alles auf, dass meine Worte festgehalten würden,

   

19.24

und mit eisernem Griffel und mit Blei auf ewig in einen Felsen eingehauen würden!

   

19.25

Und ich selbst weiß wohl, dass mein Erlöser lebt Und dass er sich, nach mir kommend, über dem Staub erheben wird.

   

19.26

Auch wenn meine Haut in Fetzen an mir hängt und mein Leib zerfressen ist, wünsche ich mir doch, Gott sehen!

   

19.27

Und wenn ich ihn sehe, dann nicht mehr als Gegner! - Danach sehne ich mich von Herzen.

   

19.28

Wenn ihr nun denkt: "Wir wollen ihn weiter verfolgen und das aufdecken, was er uns verschweigt",

   

19.29

dann seht euch vor, dass das Schwert nicht euch trifft. Vergesst nicht, dass nur Gott der Richter ist."

   

 


Hiob 20 - Zophars zweite Rede

 
             

20.1

Nun ergriff Zophar, der Naamathiter, erneut das Wort:

 

20:2 - Kein Verständnis von seinen Freunden, Familie und der Umgebung zu erhalten, ist in Hiobs Situation schon schlimm genug. Nun aber werden Hiobs Freunde auch noch aggressiv und zornig. Sie sehen Hiobs Leid als das Ergebnis eines heuchlerischen Lebens voller Sünden, das nun von Gott unnachgiebig bestraft wurde.

20:2 - Psa 31:22; Psa 39:2-3; Psa 116:11; Spr 14:29; Spr 29:20; Pre 7:9; Jer 20:9; Mar 6:25; Röm 10:2; Jak 1:19

20:3 - Psa 49:3; Psa 78:2-5

20:4 - 1Mo 1:28; 1Mo 9:1; Psa 115:16

20:5 - 2Mo 15:9-10; Ri 16:21-30; Est 5:11-12; Est 7:10; Psa 37:35-36; Psa 73:18-20; Matt 7:21; Matt 13:20-21; Apg 12:22-23; Gal 6:4; Jak 4:16

20:6 - 1Mo 11:4; Jes 14:13-14; Dan 4:11,22; Amo 9:22; Oba 1:3-4; Matt 11:23

20:7 - 1Kö 14:10; 2Kö 9:37; Psa 83:10; Jer 8:2

20:8 - Psa 18:10; Psa 73:20; Psa 90:5; Jes 29:7-8

20:9 - Psa 37:10,36; Psa 103:15-16

20:10 - Unterstellt Zophar Hiob nun auch noch, seinen verlorenen Reichtum durch Raub erlangt zu haben? Sind das Anzeichen tief sitzenden Neid oder sogar Hass?

20:10 - 2Mo 12:36; 2Mo 9:2; 2Mo 22:1,3; 2Sa 12:6; Spr 6:31; Spr 28:3; Psa 109:10; Luk 19:8

20:11 - Psa 25:7; Spr 5:11-13, 22-23; Spr 14:32; Hes 24:13; Hes 32:27; Joh 8:21,24; Apg 1:25

20:12 - 1Mo 3:6; Psa 10:7; Psa 109:17-18; Spr 9:17-18; Spr 20:17; Pre 11:9

20:13 - Matt 5:29-30; Mar 9:43-49; Röm 8:13

20:14 - 5Mo 32:24; 2Sa 11:2-5; 2Sa 12:10-11; Psa 32:3-4; Psa 38:1-8; Psa 51:8-9; Spr 1:31; Spr 23:20-21; Spr 23:29-35; Jer 2:19; Mal 2:2; Röm 3:13

20:15 - Spr 23:8; Matt 27:3-4

20:16 - Jes 30:6; Röm 3:13; Matt 3:7; 28:3-6

20:17 - 4Mo 14:23; 5Mo 32:13-14; 2Kö 7:2; 2Sa 17:29; Psa 36:8-9; Psa 81:16; Jes 7:15,22; Jes 41:17; Jer 17:6-8; Luk 16:24; Off 22:1

20:18 - Spr 1:12; Jes 24:7-11; Jer 11:15-16; Jer 22:13,17; Jer 51:34,44; Klg 2:16; Hes 7:12; Hos 8:7-8; Hos 9:1; Amo 8:4; Matt 23:14,24; Jak 4:8-9

20:19 - 5Mo 28:33; 1Sa 12:3-4; 1Kö 21:19; Psa 10:18; Psa 12:5; Spr 14:31; Spr 22:22-23; Pre 4:1; Spr 5:8; Klg 3:34; Jes 5:7-8; Hes 22:29; Amo 4:1-3; Mic 2:2,9; Jak 2:6,13; Jak 5:4

20:20 - Pre 5:13-14; Jes 57:20-21

20:21 - Jer 17:11; Luk 16:24-25

20:22 - 2Kö 24:2; Psa 39:5; Pre 2:18-20; Jes 10:6; Off 18:7

20:23 - 1Mo 19:24; 2Mo 9:23; 4Mo 11:33; Psa 11:6; Psa 78:30-31; Jes 21:4; Mal 2:2; Luk 12:17-20

20:24 - 1Kö 20:30; 2Sa 22:35; Spr 7:23; Jes 24:18; Jer 48:43-44; Amo 5:19

20:25 - 5Mo 32:41; 2Sa 18:14; Psa 7:12; Psa 73:19; Psa 88:15; Jer 20:3-4; 2Kor 5:11

20:26 - Psa 21:9; Psa 109:9-15; Psa 120:4; Jes 8:22; Jes 14:20-22; Jes 30:33; Matt 3:12; Matt 8:12; Jud 1:13

20:27 - Psa 44:20-21; Jes 26:21; Jer 29:23; Mal 3:5; Luk 12:2-3; Röm 2:16; 1Kor 4:5

20:28 - 2Kö 20:17, Spr 11:4; Zef 1:18; Matt 16:26; Jak 5:1-3; Off 18:17

20:29 - 5Mo 29:20-28; Psa 11:5-6; Klg 3:38; Matt 24:51

 

20.2

"Das was du sagt, kann ich nicht unbeantwortet lassen, so wütend macht es mich.

 

20.3

Dein Gerede beleidigt mich, doch ich bin klug genug, dir die passende Antwort zu geben!

 

20.4

Kennst du denn nicht die alte Wahrheit, die so alt ist wie die Menschheit selbst,

 

20.5

dass der Jubelruf der Bösen schnell verstummt, die Freude des Verbrechers bald vorbei ist.

 

20.6

Und wenn auch sein Hochmut sich zum Himmel erhebt und sein Kopf bis an die Wolken reicht,

   

20.7

wird er doch für zerfallen, genauso wie sein eigener Kot. Wer diesen Menschen kannte, wird sich fragen: Wo ist er nur geblieben?

   

20.8

Er verfliegt wie ein Traum und ist unauffindbar. Er ist zerflattert wie ein flüchtiger Gedanke in der Nacht.

   

20.9

Kein Auge, das ihn sah, sieht ihn dann wieder, auch seine Heimat wird ihn nie wiedersehen.

   

20.10

Seine Söhne müssen die durch ihn Verarmten beruhigen und seine Kinder seinen Raub wiedergutmachen.

   

20.11

Er strotzte noch vor Kraft, doch bald wird er im Staube liegen.

   

20.12

Böses tun ist ihm ein Vergnügen, ein Leckerbissen, den er sich auf der Zunge zergehen lässt,

   

20.13

den er lange im Mund behält, um den Geschmack nicht zu verlieren.

   

20.14

Doch in seinen Eingeweiden wandelt sich die Speise zu Natterngift.

 

20.15

Das geraubte Gut muss er wieder herausgeben, Gott zwingt ihn, auch den Rest herauszuwürgen.

   

20.16

Was er verschlungen hat, das wirkt wie Gift, es ist so tödlich wie der Biss der Viper.

   

20.17

Er hat nichts mehr vom Reichtum dieses Landes, von Milch und Honig, die in Strömen fließen.

   

20.18

So muss er doch alles zurückgeben, was er zusammengerafft hat, und kann es nicht genießen. Alles was er begehrt und erworben hat, wird ihn nicht glücklich machen.

   

20.19

Er hat die Armen noch um ihr Weniges gebracht und Häuser an sich gerissen, die er nicht gebaut hat.

   

20.20

Er kannte keine Befriedigung in seiner Gier, dabei wird er nichts von all den Schätzen retten können.

   

20.21

Nichts entging seiner Gier, doch ist sein Glück nicht von Dauer.

   

20.22

Mitten in der Fülle des Überflusses wird ihn die Not befallen. Die ganze Wucht des Elends wird über ihn kommen.

   

20.23

Und Gott wird ihm mit seinen Zorn den gierigen Magen füllen.

   

20.24

Wenn er dann vor dem eisernen Schwert zu fliehen versucht, trifft ihn die eiserne Spitze eines Pfeiles.

   

20.25

Er mag den Pfeil aus seinem Rücken herausziehen und die blitzende Klinge aus der Galle: fürchterlicher Schrecken wird ihn überfallen.

   

20.26

Nur Finsternis ist sein endgültiger Lohn. Ssie frisst ihn wie ein Feuer, das niemand ausblasen kann. Es verzehrt, was noch in seinem Zelt übrig geblieben ist.

   

20.27

Der Himmel wird seine ganze Schuld enthüllen und die Erde gegen ihn als Zeuge auftreten.

   

20.28

Der Wohlstand seines Hauses wird vernichtet, wenn Gottes Zorn eines Tages wie eine Sturzflut kommt.

   

20.29

Wer sich Gott auf diese Art widersetzt, hat dieses Ende verdient. Dieses unheilvolle Erbe hat Gott ihm zugedacht.

   

 

Hiob 21 - Hiobs sechste Antwort

Hiob zeigt in seiner Antwort auf Zophars Ausführungen, dass dessen "Schwarz-Weiß"-Denken nicht richtig ist. Schon zu Hiobs Zeiten war es offensichtlich, dass der Gerechte nicht immer belohnt und das Böse nicht unbedingt sofort bestraft wird. Da ist es zwar wenig tröstlich, dass das irgendwann einmal in der großen "General-Abrechnung" nachgeholt wird. Aber es wird passieren. Auch wenn wir selbst manchmal das Gefühl haben, auf der Schattenseite des Lebens zu stehen, sollten wir trotzdem nie vergessen, dass unser jetziges Leben nur ein Wimpernschlag oder schlechter Traum im Vergleich zu der Ewigkeit unseres zukünftigen Lebens ist.

Hiobs Leiden wirft seinen Schatten auf das Leiden eines noch viel Größeren hin, der 1500-2000 Jahre später durch seinen Tod sogar die ganze Menschheit retten wird. Hiob wird den Attacken des Satans standhalten und sich trotz allem nicht von Gott abwenden, was die erste große Niederlage Satans nach sich ziehen wird. Hiob wird noch zu Lebzeiten von Gott mehrfach materiell entschädigt und erhält zudem einen unbezahlbar wertvollen Schatz: Erkenntnis über Gott JHWH.

 
             

21.1

Hiob antwortete darauf und sagte:

 

21:2 - Ric 9:7; Jes 55:2; Heb 2:1

21:4 - 2Mo 6:9; 2Kö 6:26-27; 1Sa 1:16; Psa 22:1-3; Psa 42:11; Psa 77:3-9; Psa 102:1; Psa 142:2-3; Matt 26:38

21:5 - Ric 18:19; Psa 39:9; Spr 30:32; Amo 5:13; Mic 7:16; Röm 11:33

21:6 - Psa 77:3; Psa 88:15; Psa 119:120; Klg 3:19-20; Hab 3:16

21:7 - Psa 17:10; Psa 37:35; Psa 73:3-12; Jer 12:1-3; Dan 4:17; Hab 1:15-16; Off 13:2-7; Off 17:2-4

21:8 - Spr 17:6

21:9 - Psa 73:5, 19; Jes 57:19-21

21:10 - 2Mo 23:26; 5Mo 7:13-14; 5Mo 28:11; Psa 144:12-14; Pre 9:1-2; Luk 12:16-21; Luk 16:19

21:11 - Psa 107:41; Psa 127:3-5

21:12 - 1Mo 4:21; 1Mo 31:27; Jes 5:12; Jes 22:13; Amo 6:4-6

21:13 - Psa 73:4; Matt 24:38-39; Luk 12:19-20; Luk 17:28-29

21:14 - Psa 10:4,11; Spr 1:7,22,29; Luk 8:28,37; Joh 3:19-20; Joh 8:45-47; Hab1:15; Joh 15:23-24; Röm 1:28; Röm 8:7; 2Th 2:10-12; 2Ti 4:3-4

21:15 - 2Mo 5:2; Psa 12:4; Spr 30:9; Jes 30:11; Jes 45:19; Mal 1:13-14; Hos 13:6; Matt 7:7; Joh 16:24

21:16 - 1Mo 49:6; Psa 1:1; Spr 1:10; Spr 5:8; Psa 49:6-7; Psa 52:5-7; Pre 8:8, Luk 16:2,25

21:17 - Psa 32:10; Psa 90:7-9; Spr 13:9; Spr 20:20; Spr 24:20; Matt 25:8; Luk 12:46; Röm 2:8-9

21:18 - 1Mo 15:7; Psa 1:4; Psa 35:5; Psa 83:13; Jes 5:24; Jes 17:13; Jes 29:5; Jes 40:24; Jes 41:15-16; Jer 13:24; Hos 13:3; Nah 1:10; Matt 3:12

21:19 - 1Mo 4:7; 2Mo 20:5; 5Mo 32:34,41; 2Sa 3:39; Psa 54:5; Psa 109:9-31; Jes 14:21; Jes 53:4-6; Hes 18:14,19-20; Mal 3:18; Matt 6:19-20; Matt 16:27; Matt 23:31-35; Röm 2:5; 2Kor 5:21; 2Ti 4:14; Off 18:6

21:20 - Psa 75:8; Jes 51:17; Jer 25:15-16; Jer 51:7; Luk 16:23; Off 14:10; Off 19:15

21:21 - Psa 55:23; Psa 102:24; Pre 2:18-19, Luk 16:27-28

21:22 - Psa 113:5-6; Pre 5:8; Jes 40:13-14, 22-23; Jes 45:9; Röm 11:34; 1Kor 2:16; 1Kor 6:3; 2Pe 2:4; Ri 1:6; Off 20:1-3, 12-15

21:23 - Psa 49:17; Psa 73:4-5; Luk 12:19-21

21:24 - Psa 17:10; Spr 3:8

21:25 - 1Kö 17:12; 2Sa 17:8; Spr 14:10; Pre 6:2; Jes 38:15-17; Hes 4:16-17; Hes 12:18

21:26 - Psa 49:14; Pred 9:2; Jes 14:11

21:27 - Psa 59:4; Psa 119:86; Luk 5:22; 1Pet 2:19

21:28 - 4Mo 16:26-34; Psa 37:36; Psa 52:5-6; Hab 2:9-11; Sac 5:4

21:29 - Psa 129:8

21:30 - Psa 110:5; Spr 11:4; Spr 16:4; Nah 1:2; Zep 1:15; Röm 2:5; 2Pet 2:9-17;; 2Pet 3:7; Jud 1:13; Off 6:17

21:31 - 5Mo 7:10; 2Sa 12:7-12; 1Kö 21:19-24; Psa 50:21; Jes 59:13; Jer 2:33-35; Mar 6:18; Apg 24:25; Röm 12:19; Gal 2:11; Jak 2:13

21:32 - Psa 49:14; Hes 32:21-32; Luk 16:22

21:33 - 1Mo 3:19; Pre 1:4; Pre 8:8; Pre 12:7; Heb 9:27

 

21.2

Es wäre schon ein Trost, wenn ihr mir wenigstens zuhören würdet.

 

21.3

Erlaubt mir, dass ich auch noch etwas sage! Dann könnt ihr meinetwegen weiter höhnen.

 

21.4

Richtet sich meine Klage gegen Menschen? Könnt ihr wirklich nicht verstehen, dass ich ungeduldig werde?

 

21.5

Seht mich an! Lässt euch dieser Anblick wirklich so kalt? Verschlägt es euch da nicht die Sprache?

 

21.6

Wenn ich nur daran denke, erschrecke ich total und zittere am ganzen Körper.

   

21.7

Aber warum bleiben dann die Gottlosen am Leben, werden alt und immer mächtiger?

   

21.8

Ihre Kinder leben in bester Gesundheit. Auch ihre Enkel wachsen vor ihren Augen auf.

   

21.9

Ihre Häuser haben Frieden, und Gottes Rute schlägt sie nicht.

   

21.10

Keinen Fehlsprung tut ihr Stier, keinen Fehlwurf ihr Rind beim Kalben.

   

21.11

Frei wie die Lämmer laufen ihre Kinder und ihre Jugend tanzt und springt vor Freude.

   

21.12

Sie singen laut zur Pauke und Zither und sind vergnügt beim Klang der Schalmei.

   

21.13

Sie verbringen ihre Tage im Glück, und in Ruhe sinken sie in den Scheol hinab.

   

21.14

Und doch wollen sie von Gott nichts wissen.

 

21.15

Sie sagen sogar dreist: "Wer ist schon Gott, dass ich ihm dienen sollte, was bringt es mir, wenn ich zu ihm bete? -

   

21.16

Sie glauben,selbst ihres Glückes Schmied zu sein. Doch ihre Art zu denken liegt mir fern!

   

21.17

Wie oft erlischt denn das Licht der Gottlosen und kommt über sie ihr Verderben? Wie oft teilt ihnen Gott in seinem Zorn Vernichtung zu?

   

21.18

Sie sollten sein wie Stroh vor dem Wind, wie Spreu, die der Sturmwind davonträgt.

   

21.19

Ihr habt gesagt, dass Gottes Strafgericht die Kinder für die Schuld des Vaters trifft. Das ist nicht richtig oder gerecht! Den Vater soll es treffen; der Schuldige soll auch die Strafe tragen!

   

21.20

Er selbst soll seinen Untergang mit eigenen Augen sehen und Gottes Zorn am eigenen Leibe spüren!

   

21.21

Ob es den Nachkommen gut oder schlecht geht, bekommt er nach seinem Tod sowieso nicht mehr mit.

   

21.22

Gott richtet selbst die höchsten Engel. Wer unter uns will ihn da noch belehren?

   

21.23

Der eine bleibt gesund bis an sein Ende; und stirbt frei von Sorgen und im Frieden,

   

21.24

der Körper wohlgenährt, die Glieder stark.

   

21.25

Ein anderer stirbt mit einem verbitterten Herzen und hat nie das Glück genossen.

   

21.26

Nun liegen sie beide ohne Unterschied unter der Erde und werden von Würmern zerfressen!

   

21.27

Ich weiß genau, welches Unrecht ihr mir mit euren an den Haaren herbeigezogenen Vorurteilen tut!

   

21.28

Ihr sagt über mich: Wo ist es geblieben, das Haus des angeblichEdlen? Von der Bleibe des Gottlosen ist nichts mehr zu sehen!

   

21.29

Habt ihr denn nie mit Reisenden gesprochen und nie gehört, was sie berichtet haben?

   

21.30

Dass der Böse verschont wird, wenn Gott in seinem Zorn Gericht hält? Er kommt sogar mit heiler Haut davon!

   

21.31

Wer wagt es, ihm sein Unrecht vorzuhalten? Wer bestraft ihn, wie er es verdient? Keiner!

   

21.32

Feierlich wird er noch zu Grabe geleitet; man hält auf seinem Hügel Wache.

   

21.33

Die Erde deckt ihn freundlich zu, und alle Welt zieht hinter ihm her, wie Unzählige ihm vorangegangen sind.

   

21.34

Doch ihr versucht, mir Lügen als Trost zu bieten; denn jede Antwort, die ihr bringt, ist Schwindel!

   

 


 

Hiob 22 - Die Gefahr der Rechthaberei

Wie das Kapitel zeigt, gibt es für alles noch eine Steigerung. Elifas von Teman versteigt sich in übelste Beschuldigungen und Unterstellungen, ohne dafür auch nur einen einzigen Beleg zu haben.

 
         

22.1

Da ergriff Elifas von Teman wieder das Wort und sagte:

 

22:2 - 5Mo 10:13; Psa 16:2; Spr 3:13-18; Spr 4:7-9; Spr 9:12; Pre 7:11-12; Matt 5:29; Luk 17:10; Gal 6:7-8

22:3 - 1Chr 29:17; Psa 39:1; Psa 119:3-6,59; Psa 147:10-11; Spr 11:1,20; Spr 12:22; Spr 15:8; Mal 2:17; Apg 24:16; 2Kor 7:1; Phi 4:18

22:4 - Psa 39:11; Psa 76:6; Psa 80:16; Psa 130:3-4; Psa 143:2; Pre 12:14; Jes 3:14-15; Off 3:19

22:5 - Psa 19:12; Psa 40:12

22:6 - 2Mo 22:26; 5Mo 24:10-18; Hes 18:7,12,16; Amo 2:8

22:7 - 5Mo 15:7-11; Psa 112:9; Spr 11:24-25; Spr 19:17; Jes 58:7,10;Hes 18:7,16; Matt 25:42; Röm 12:20

22:8 - 1Kö 21:11-15; Psa 12:8; Mic 7:3

22:9 - 2Mo 22:21-24; 5Mo 27:19; Psa 10:15; Psa 37:17; Psa 94:6; Jes 1:17,23; Jes 10:2; Hes 22:7; Hes 30:22; Mal 3:5; Luk 18:3-5

22:10 - Psa 11:6; Spr 1:27; Spr 3:25-26; 1Th 5:3

22:11 - Psa 42:7; Psa 69:1-2; Psa 124:4; Spr 4:19; Jes 8:22; Klg 3:2,54; Jon 2:3; Joe 2:2-3; Matt 8:12

22:12 - Psa 8:3-4; Psa 115:3,16; Pre 5:2; Jes 57:15; Jes 66:1

22:13 - Psa 10:11; Psa 59:7; Psa 73:11; Psa 94:7-9; Hes 8:12; Hes 9:9; Zef 1:12

22:14 - Psa 33:14; Psa 97:2; Psa 139:1-2, 11-12; Jer 23:24; Luk 12:2-3

22:15 - 1Mo 6:5, 11-13; Luk 17:26-27

22:16 - 1Mo 7:11, 17-24; Psa 55:23; Psa 102:24; Pre 7:17; Matt 24:37-39; 1Pet 3:19-20; 2Pet 2:5

22:17 - Psa 4:6; Jes 30:11; Mal 3:14; Matt 8:29,34; Röm 1:28

22:18 - 1Sa 2:7; Psa 1:1; Psa 17:14; Jer 12:2; Apg 14:17; Apg 15:16

22:19 - Psa 48:11; Psa 52:6; Psa 58:10; Psa 97:8, Psa 107:42; Spr 11:10; Off 18:20; Off 19:1-3

22:20 - 1Mo 19:24; Luk 13:1-5; Luk 17:29-30; 2Pe 2:6-7

22:21 - 1Chr 28:9; Jes 27:5; Jes 57:19-21; Matt 5:25; Joh 17:3; Apg 10:36; 2Kor 4:6; 2Kor 5:20; Phi 4:7; Eph 2:14-17

22:22 - 5Mo 4:1-2; 5Mo 6:6-9; Psa119:11; Spr 2:1-9; Spr 4:21; Jer 15:16; Matt 12:35; Mat 13:52; Luk 2:19,51; 1Th 4:1-2

22.23 - Jos 7:13-16; Jes 33:15; Jes 55:6-7; Jer 31:4; Hos 14:1-2; Sac 1:3; Sac 5:3-4; Apg 26:20; Kol 2:7; 2Ti 2:19; Jud 1:20

22:24 - 1Mo 10:29; 1Kö 9:28; 1Kö 10:21; 1Kö 22:48; 2Ch 1:5; 2Ch 9:10,27; Psa 45:9; Jes 13:12

22:25 - 1Mo15:1; Psa 16:5-6; Psa 18:2; Psa 84:11; Jes 33:6; Jes 41:10; Röm 8:31; 2Kor 6:10; Jak 2:5

22:26 - Psa 25:1; Psa 37:4; Psa 86:4; Psa 143:8; Hld 2:3; Jes 58:14; Röm 7:22, 1Joh 3:20-21

22:27 - Psa 50:14-15; Psa 56:12; Psa 66:17, 13-14, 18-20; Psa 91:15; Psa 116:1,14; Pred 5:4; Jes 58:9; Jon 2:9; 1Joh 5:14-15

22:28 - Psa 20:4; Psa 90:17; Psa 97:11; Psa 112:4; Spr 4:18; Jes 30:21; Klg 3:37; Mal 4:2; Matt 21:22;Joh 8:12; Jak 4:15

22:29 - Psa 9:2-3; Psa 91:14-16; Psa 92:9-11; Psa 138:6; Spr 29:23; Jes 57:15; Jes 66:2; Hes 21:26-27; Luk 1:52; Luk 14:11, Luk 18:9-14; Jak 4:6; 1Pet 5:5

22:30 - 1Mo 18:26-32; Jes 1:15; Jes 58:12; Jer 5:1; Mal 1:9; Matt 17:19-20; Apg 19:15-16; Apg 27:24; 1Ti 2:8; Jak 5:15-16

 

22.2

Kann ein Mensch Gott etwas nutzen? Wohl kaum, der Verständige nützt sich eher selbst.

 

22.3

Ist es dem Allmächtigen von Wert, wenn du gerecht bist, oder für ihm ein Gewinn, wenn du deine Wege vollkommen machst?

 

22.4

Du denkst doch nicht, er zieht dich vor Gericht, weil du ihn ehrst und ihm gehorsam bist?

 

22.5

Es kann nur wegen deiner Bosheit sein und weil du immer wieder Unrecht tust.

 

22.6

Du hast deine Brüder ohne jeden Grund gepfändet und auch noch die Nackten der Kleidung beraubt.

   

22.7

Du hast Ermatteten kein Wasser zu trinken gegeben und den Hungrigen das Brot versagt.

   

22.8

Du glaubst, dein Stand gibt dir die Macht und das Recht, dir alles Land zu nehmen.

   

22.9

Witwen und Waisen hast du mit leeren Händen weggeschickt.

   

22.10

Deshalb umgeben dich jetzt tödliche Gefahren und packt dich Furcht und Entsetzen.

   

22.11

Du kannst nichts mehr sehen, denn dein Licht ist Finsternis geworden, und deine Last bedeckt dich wie eine Wasserflut.

   

22.12

Schau dir die Sterne an dort oben - Gott ist noch viel erhabener, er überragt den Himmel!

   

22.13

Da denkst du wohl: Wie kann denn Gott etwas bemerken? Kann er denn hinterm Wolkendunkel etwas unterscheiden?

   

22.14

Ihn hüllen Wolken ein, sodass er nichts auf der Erde sieht, wenn er am Himmelskreis dahinwandelt."

   

22.15

Willst du den ausgetretenen Pfaden folgen, auf denen immer schon die Bösen und Frevler gingen?

   

22.16

Sie wurden vor ihrer Zeit hinweggerafft, und der feste Boden zerfloss unter ihnen wie Flüssigkeit.

   

22.17

Sie hatten Gott verworfen und wagten sogar zu sagen, dass er sich von ihnen fernhalten solle, als könnte er ihnen nicht gefährlich werden.

   

22.18

Ich verstehe eine solche Denkweise nicht, denn schließlich stammt auch deren Reichtum von Gott selbst.

   

22.19

Die Gerechten und Frommen sahen es und freuten sich, und wer unschuldig war, verspotteten sie:

   

22.20

Unsere Gegner sind vernichtet, und ihren Rest hat das Feuer gefressen!

   

22.21

Versöhne dich wieder mit Gott und schließe mit ihm Frieden, dann wird er dir auch wieder Gutes tun!

   

22.22

Nimm die Belehrung aus seinem Mund an und lass dir seinen Rat zu Herzen gehen!

   

22.23

Wenn du zu dem Allmächtigen umkehrst und das Unrecht aus deinen Zelten entfernst, wird er dich wieder aufbauen.

   

22:24

Nimm auch dein ganzes Gold und versenk es an der tiefsten Stelle im Flussbett.

 

22.25

Dann wird Gott selbst zu deinem kostbarsten Schatz, der dir mehr bedeuten wird als alles Gold und Silber.

   

22.26

Er wird erneut die Quelle deiner Freude sein, und du kannst wieder zu ihm aufschauen.

   

22.27

Wenn du zu ihm betest, wird er dich erhören; und dann kannst Du erfüllen, was du ihm in der Not versprochen hast.

   

22.28

Was du dann beschließt, wird dir gelingen. Licht wird auf deinen Wegen strahlen.

   

22.29

Denn die sich demütigen, die erhöht er, und hilft denen, die ihre Augen niederschlagen

   

22.30

Sogar einen schuldbeladenen Menschen wird Gott retten, weil du mit reinem Herzen für ihn gebetet hast!

   

 

Hiob 23 - Hiobs siebte Antwort - Seine tiefe innere Sehnsucht

 
             

23.1

Da antwortete Hiob:

 

23:2 - Klg 3:19-20; Psa 77:2-9

23:3 - Jes 55:6-7; Jer 14:7; 2Kor 5:19-20; Heb 4:6

23:4 - 1Mo 18:25-32; 1Mo 32:12; 2Mo 32:12-13; 4Mo 14:13-19; Jos 7:8-9; Psa 25:11; Psa 43:1; Jes 43:26; Dan 9:18-19

23:5 - 1Kor 4:3-4

23:6 - Psa 138:3; Jes 27:4,8; Hes 20:33,35; 2Kor 12:9-10

23:7 - Jes 1:18; Jer 3:5; Jer 12:1; Röm 3:19-22; Röm 8:1, 33-34

23:8 - Psa 13:1-3; Jes 45:15; 1Ti 6:16

23:9 - Psa 89:46; Jes 8:17

23:10 - 1Mo 18:19; 5Mo 8:2; 2Kö 20:3; Psa 1:6; Psa 17:3; Psa 66:10; Psa 139:1-3; Spr 17:3; Sac 13:9; Mal 3:2-3; Joh 21:17; 2Ti 2:19; Heb 11:17; Jak 1:2-4,12; 1Pet 1:7

23:11 - 1Sa 12:2-5; Psa 18:20-24; Psa 36:3; Psa 44:18; Psa 125:5; Zef 1:6; Luk 8:13-15; Apg 20:18-19, 33-34; Röm 2:7; 2Kor 1:12; 1Th 2:10; 2Pet 2:20-22

23:12 - Psa 19:9-10; Psa 119:11,103,127; Jer 15:16; Luk 12:42,46; Joh 4:32,34; Joh 6:66-69; Joh 8:31; Apg 14:22; Heb 10:38-39; 1Pet 2:2; 1Jo 2:19

23:13 - 4Mo 23:19-20; Psa 115:3; Psa 135:6; Spr 19:21; Pre 1:15; Pre 3:14; Jes 14:24-27; Jes 46:10; Dan 4:35; Röm 9:19; Eph 1:9-11; Jak 1:17

23:14 - Mic 6:9; 1Th 3:3; 1Th 5:9; 1Pet 2:8

23:15 - Psa 77:3; Psa 119:120; Hab 3:16

23:16 - Rut 1:20; Psa 22:14; Psa 88:16; Jes 6:5; Jes 57:16; Joe 1:15

23:17 - 2Kö 22:20; Jes 57:1

 

23.2

"Ach, ich möchte laut meinen Widerspruch herausschreien; denn seine Hand liegt so schwer auf mir.

 

23.3

Wenn ich nur wüsste, wo sich Gott befindet und wie ich zu ihm hingelangen könnte!

 

23.4

Ich würde meine Rechtssache vor ihm darlegen, und meine Gründe und Beweise vorlegen.

 

23.5

Ich würde gerne die Antworten wissen oder wenigstens hören, was er mir sagen würde.

 

23.6

Würde er dann wohl mit der ganzen Fülle seiner Macht mit mir streiten? Wohl kaum, ich könnte frohsein, wenn er mich überhaupt beachten würde.

   

23.7

Als Aufrechter würde ich doch versuchen mit ihm streiten, und könnte meine Unschuld beweisen.

 

 

23.8

Gehe ich nach vorne, da ist er nicht. Gehe ich zurück, da ist er auch nicht.

   

23.9

Ich gehe nach links, ich sehe ihn nicht. Ich gehe nach rechts, ich erkenne ihn nicht.

   

23.10

Er aber kennt meinen Weg und Wandel besser als jeder Mensch. Würde er mich prüfen, wäre ich rein wie mehrfach geschmolzenes Gold.

   

23.11

Mein Gang blieb fest in seiner Spur. Ich hielt mich an seinen Weg und wich nicht davon ab.

   

23.12

Ich tue immer, was er mir befiehlt, sein Wort bewahre ich in meinem Herzen.

 

 

23.13

Doch Gott allein bestimmt- wer will ihn hindern? Was er beschließt, das führt er auch aus.

   

23.14

So wird er auch vollenden, was er mir bestimmt hat. Was er im Sinn hat, das führt er auch aus.

   

23.15

Das ist es, was mich so erschrecken lässt. Wenn ich nur an ihn denke, packt mich schon die Furcht.

   

23.16

Gott hat mir jede Zuversicht genommen; der Allmächtige versetzt mich in Angst und Schrecken!

   

23.17

Denn ich vergehe vor Finsternis und Trübsal. Dunkel bedeckt mein Angesicht."

   

 


 

 

Hiob 24 - Hiobs bleibende seelische Not

 
             

24.1

"Warum setzt Gott, der Allmächtige, keine Gerichtstage fest? Warum muss jeder, der ihn kennt, vergeblich darauf warten?

 

24:1 - 1Mo 7:4; 1Mo 18:17,20-21; Psa 9:10; Psa 31:15; Psa 36:10; Psa 73:16-19; Pre 3:17; Pre 9:11-12; Jes 60:22; Jer 12:1-3; Dan 2:21; Matt 24:38; Luk 21:22-24; Joh 17:3; Apg 1:7; Apg 17:26; Röm 2:5; 1Th 5:1; 1Ti 4:1; 1Ti 6:15; 2Pet 2:3; 2Pet 3:7-8

24:2 - 5Mo 19:4; 5Mo 27:17; Spr 22:28; Spr 23:10; Hos 5:10

24:3 - 5Mo 24:6,10-13, 17-21; 1Sa 12.3

24:4 - Psa 109:16; Spr 22:16; Spr 28:12,28; Spr 30:14; Jes 10:2; Hes 18:12,18; Hes 22:29; Amo 2:7; Amo 8:4-6; Mic 2:1-2; Jak 5:4-6

24:5 - 1Mo 16:12; 1Mo 27:40; Spr 4:16; Jer 2:24; Hos 7:6; Hos 8:9; Mic 2:1; Zef 3:3; Joh 18:28; Apg 23:12

24:6 - 5Mo 28:33,51; Ric 6:3-6; Mic 6:15

24:7 - 1Mo 31:49; 2Mo 22:22-26; 5Mo 24:11-13; Spr 31:21; Jes 58:7; Apg 9:31

24:8 - Hld 5:2; Klg 4:5; Heb 11:38

24:9 - 2Kö 4:1; Neh 5:5

24:10 - 5Mo 24:19; Amo 2:7-8; Amo 5:11-12

24:11 - 5Mo 25:4; Jer 22:13; Jak 5:4

24:12 - 2Mo 1:13-14; 2Mo 2.23-24; 2Mo 22:27; Ric 10:16; Psa 12:5; Psa 50:21; Psa 69:26; Psa 109:22; Pre 4:1; Pre 8:11-12; Jes 52:5; Mal 2:17; Mal 3:15; Röm 2:4-5; 2Pet 3:15

24:13 - Spr 4:19; Luk 12:35;40, 47-48; Joh 3:19-20; Joh 8:31,44; Joh 9:39-41; Joh 15:6,22-24; Röm 1:32; Röm 2:17-24; Röm 3:11-17; 2Th 2:10-12; Jak 4:17; 2Pet 2:20-22; 1Jo 2:19; Jud 1:6

23:14 - 2Sa 11:14-17; Psa 10:8-10; Mic 2:1-2; Luk 12:39; Eph 5:7-11; 1Th 5:2; Off 3:3

23:15 - 1Mo 38:14-15; 2Mo 20:14; 2Sa 11:4-13; 2Sa 12:12; Psa 10:11; Psa 50:18; Psa 73:11; Psa 94:7; Spr 6:32-35; Spr 7:9-10; Hes 8:12; Hes 9:9

23:16 - 2Mo 22:2-3; Hes 12:5-7,12; Matt 24:43; Joh 3:20; Eph 5:11-13

23:17 - Psa 73:18-19; Jer 2:26; 2Kor 5:10-11; Off 6:16-17

23:18 - 5Mo 28:16-20; Psa 58:7; Psa 69:22; Psa 73:18-20; Jes 23:10; Spr 3:33; Mal 2:2

24:19 - Psa 49:14; Psa 58:8-9; Psa 68:2; Spr 14:32; Pre 9:4-6; Luk 12:20; Luk 16:22

24:20 - Spr 10:7; Pre 8:10; Jes 26:14; Dan 4:14; Matt 3:10

24:21 - 1Sa 1:6-7

24:22 - Est 3:8-10; Dan 6:4-9; Joh 19:12-16; Off 16:13-14; Off 17:2

24:23 - Psa 10:13-14; Psa 11:4-5; Psa 73:3-12; Spr 5:21; Spr 15:3; Spr 25:21-23; Pre 5:8; Pre 10:13-14; Jes 56:12; Jer 12:1-3; Amo 8:7; Amo 9:2; Hab 1:13; Luk 12:16-20,45; 1The 5:3; Off 2:23

24:24 - Psa 37:10,35-36; Psa 73:19; Psa 92:7; Jes 17:5-6; Jak 1:11; Jak 5:1-3; Off 14:14-20

 

24.2

Die Gottlosen verrücken die Grenzsteine und erweitern so ihr Land; sie rauben Herden und treiben sie auf die eigene Weide.

 

24.3

Sie holen die Esel der Waisen weg und pfänden das Rind der Witwe.

 

24.4

Die Armen werden aus dem Weg gestoßen, die Hilflosen verstecken sich vor Furcht.

 

24.5

Wie wilde Esel in der dürren Steppe gehn sie bei Morgengrauen an die Arbeit. Für ihre Kinder suchen sie nach Nahrung, die in der Steppe doch nur kärglich wächst.

 

24.6

Sie sammeln Reste auf den Feldern und Weinbergen der gottlosen Reichen.

   

24.7

Ohne richtige Kleidung verbringen sie draußen die Nacht; nichts deckt sie in der Kälte zu.

   

24.8

Bei einem Platzregen werden sie durchnässt, da sie sonst keine Zuflucht haben.

   

24.9

Der Witwe nimmt man ihren Säugling fort, den Armen pfändet man sogar den letzten Mantel.

   

24.10

Fast nackt, nur in Fetzen gekleidet, gehen sie daher, und hungernd tragen sie das davon, was sie auf den abgeernteten Feldern finden.

   

24.11

Innerhalb der Mauern der Gottlosen pressen sie Öl, treten die Keltern und leiden Durst dabei.

   

24.12

Die armen Stadtbewohner klagen laut, die Verletzten und Misshandelten schreien zum Himmel, doch Gott beachtet all den Wahnsinn nicht!

   

24.13

Da sind dann auch noch andere Gottlose. Sie scheuen das Licht. Sie wollen von Gottes Wegen nichts wissen und gehen nicht auf seinen Pfaden.

   

24.14

Schon vor Morgengrauen sind die Mörder unterwegs und töten die Elenden und Armen, und in der Nacht gehen die Diebe umher.

   

24.15

Der Ehebrecher lauert in der Dämmerung und er denkt: Mich sieht ja niemand. Dann legt er sich eine Maske vors Gesicht.

   

24.16

Im Dunkeln rauben Diebe die Häuser aus. Bei Tage schließen sie sich ein, weil sie das Tageslicht scheuen.

   

24.17

Ihr Tag beginnt erst, wenn es dunkel wird, und keine Finsternis kann sie erschrecken.

   

24.18

Aber der Gottlose wird vergehen wie Schaum auf dem Wasser; schwer lastet Gottes Fluch auf seinem Land. Sein Weinberg verödet, weil er ihn nicht mehr bearbeiten kann.

   

24.19

Wie Sonne und Wärme den Schnee im Nu verschwinden lassen, genauso reißt der Tod jeden Sünder plötzlich aus dem Leben.

   

24.20

Die Würmer haben ihre Lust an ihm. Keiner denkt mehr an ihn. Sogar die ihm Nahestehenden vergessen ihn. Er wird zuletzt abgehauen wie ein morscher Baum,

   

24.21

er, der die kinderlose, einsame Frau ausgeplündert hat und den Witwen nie etwas Gutes tat.

   

24.22

Irgendwann rafft Gottes Macht die Mächtigen hinweg. Selbst wenn sie sich wieder erheben, verzweifeln sie anschließend am Leben.

   

24.23

Aber Gott verleiht ihnen neue Sicherheit, so dass sie fest dastehen. Aber seine Augen sehen genau auf ihre Wege.

   

24.24

Aber nur für kurze Zeit stehen sie wieder auf der Höhe ihrer Macht, dann ist es vorbei mit ihnen. Sie werden gedemütigt und abgeschnitten wie die Spitzen der Ähre.

   

24.25

So ist es! Was ich sage, ist die Wahrheit. Oder kann mir einer das Gegenteil beweisen?"

   

 

Hiob 25 - Bildads dritte Rede

 
             

25.1

Da erwiderte Bildad von Schuach und sagte:

 

25:2 - 1Ch 29:11-12; Psa 99:1-3; Jes 57:15;,19 Jer 10:6-7; Dan 4:34-37; Matt 5:9; Matt 6:13; Matt 28:18; 2Kor 5:18-21; Eph 1:20-21; Eph 2:16-17; Kol 1:20; Jud 1:25; Off 6:16

25:3 - 1Mo 1:3-5,14-16; Psa 19:4-6; Psa 103:20-21; Psa 148:2-4; Jes 40:26; Dan 7:10; Matt 5:45; Matt 26:53; Joh 1:4,9; Jak 1:17; Off 5:11

25:4 - Psa 51:5; Psa 130:3; Psa 143:2; Sac 13:1; Röm 3:19-20; Röm 5:1; Eph 2:3; 1Kor 6:11; 1Jo 1:9; Off 1:5

25:5 - Jes 24:23; Jes 60:19-20; 2Kor 3:10

25:6 - 1Mo 18:27; Psa 22:6; Jes 41:14

 

25.2

"Gott herrscht mit Erfurcht erregender Gewalt, mit starker Hand schafft er im Himmel Frieden.

 

25.3

Seine Heerscharen (die Engel) sind nicht zu zählen. Es gibt keinen Ort, über den sein Licht nicht aufgeht?

 

25.4

Wie kann da ein Mensch gegenüber Gott als gerecht gelten? Kann je ein Sterblicher vor ihm vollkommen dastehen?

 

25.5

Wenn in Gottes Augen nicht einmal der Mond hell scheint und dem Sternenlicht die Klarheit fehlt,

 

25.6

wie sollte da ein Mensch vor ihm bestehen können - so unbedeutend wie ein Wurm er doch ist !

   

 

Hiob 26 - Gottes unergründliche Majestät und Macht

 
             

26.1

Wieder antwortete Hiob:

     

26.2

"Du bist doch wirklich eine große Hilfe für einen kranken, schwachen Mann wie mich!

 

26:2 - Jes 35:3-4; Jes 40:14; Jes 41:5-7

26:3 - Psa 49:1-4, Psa 71:15-18; Spr 8:6-9; Apg 20:20,27

26:4 - 1Kö 22:23-24; Spr 12:7; 1Kor 12:3; 1Jo 4:1-3; 16:13-14

26:2-4 - Hiob entlarvt die drei Redner als wichtigtuende und aufgeblasene Schönredner, die sein Leid noch vergrößern anstatt ihn zu trösten.

26:5 - 1Mo 6:4; Psa 104:25-26; Hes 29:3-5

26:6 - Psa 88:10; Psa 139:8,11; Spr 15:11; Jes 14:9; Amo 9:2; Heb 4:13

Der Scheol ist die hebräische Bezeichnung für das allgemeine Grab der Menschen. Er ist keine eigene Welt, noch haben die Toten dort ein Leben oder Bewusstsein. An anderen Bibelstellen fällt das Wort Gedächtnisgrüfte - der Mensch hört mit seinem Tod auf zu existieren und bleibt nur noch im Gedächtnis dessen, der als einziger die Macht besitzt, ihn wieder ins Leben zu bringen.

26:7 - 1Mo 1:1-2; Psa 24:2; Psa 104:2-5; Spr 8:23-27; Jes 40:22,26; Jes 42:5

26:7 - Hiob macht vor rund 3500 Jahren eine nahezu unglaubliche Aussage: "Die Erde ist eine Kugel und schwebt im Weltall."

26.8 - 1Mo 1:6-7; Psa 18:10-11; Psa 135:7; Spr 30:4; Jes 5:6; Jer 10:13

Heute weiß man, dass es einen globalen Wasserkreislauf gibt. Alljährlich verdunsten etwa 505.000 Kubikkilometer Wasser, wovon sich permanent 13.000 Kubikkilometer oder 13 Billionen Tonnen in der Atmosphäre befinden.

26:9 - 2Mo 20:21; 2Mo 33:20-23; 2Mo 34:3; 1Kö 8:12; Psa 97:2; Hab 3:3-5; 1Ti 6:16

26:10 - 1Mo 8:22; Psa 33:7; Psa 104:6-9; Spr 8:29; Jes 54:9-10; Jer 5:22

26:11 - 1Sa 2:8; Psa 18:7; Hag 2:21; Heb 12:26-27; 2Pet 3:10; Off 20:11

26:12 - 2Mo 14:21-31; Psa 29:10; Psa 74:13; Psa 89:9-10; Psa 93:3-4; Psa 114:2-7; Jes 2:12; Jes 51:9,15; Jer 31:35; Dan 4:37; Jak 4:6

26:13 - 1Mo 1:2; Psa 33:6-7; Psa 74:13-14; Jes 27:1; Off 12:9

26:14 - 1Sa 2:10; Psa 29:3; Psa 139:6; Psa 145:3; Jes 40:26-29; Röm 11:33; 1Kor 13:9-12

26.3

Wieviel hast du denn beraten, der ohne Weisheit ist? Und hast Du Deine praktische Weisheit schon mal anderen vorgetragen?

 

26.4

Wo hast du diese weisen Worte her? Sag, welcher Geist hat sie dir eingeblasen

 

26.5

Vor Gott zittert alles Belebte und Unbelebte bis tief unten im Meer.

 

26.6

Der Scheol ist nackt vor ihm, und kein noch so tiefer Abgrund bleibt ihm verborgen.

   

26.7

Er spannt den Himmel über das Erdenrund und hängt sie auf über dem Nichts.

   

26.8

Das Wasser speichert er in seinen Wolken, die trotz der großen Last nicht zerreißen.

 

26.9

In dichte Wolken hüllt er seinen Thron, damit kein Auge ihn erblicken kann.

   

26.10

Er spannte den Horizont wie einen Bogen über dem Meer, als Grenze zwischen Licht und Dunkelheit.

   

26.11

Der Himmel schwankt, wenn Gott es will.

   

26.12

In seiner Kraft könnte er die Meere tosen lassen, aber in seiner Klugheit hällt er Rahab (hebr für Ungestüm oder Brausen) zurück.

   

26.13

Durch seinen Geist ensteht das Schöne des Himmels, genau wie seine Hand die scheue Schlange erschuf.

   

26.14

Das alles ist der Saum von seinen Taten, ein schwaches Echo, das wir davon hören. Wie groß und mächtig muss Gott wirklich sein!"

   

 


  

Hiob 27 - Der vielfache Selbstbetrug und der Untergang der Gottlosen

 
             

27.1

Und Hiob spricht weiter:

 

27:1 - 4Mo 23:7; 4Mo 24:3,15; Psa 49:4; Psa 78:2; Spr 26:7

27:2 - 4Mo 14:21; Rth 1:20-21; Rth 3:13; 1Sa 14:39,45; 1Sa 20:21; 1Sa 25:26,34; 2Sa 2:27; 1Kö 17:1; 1Kö 18:15; 2Kö 4:27; Jes 40:27; Jer 4:2; Jer 5:2; Jer 12:16; Hes 33:11

27:3 - 1Mo 2:7; Jes 2:22; Apg 17:25

27:4 - Joh 8:55, 2Kor 11:10

27:5 - 5Mo 25:1; Spr 17:15; 2Kor 1:12; Gal 2:11

27:6 - Psa 18:20-23; Spr 4:13; Apg 24:16; 2Kor 12:11; 1Jo 3:20-21

27:7 - 1Sa 25:26; 2Sa 18:32; Dan 4:19

27:8 - Jes 33:14-15; Matt 16:26; Matt 23:14; Mar 8:36-37; Luk 9:25; Luk 12:20-21; 1Tim 6:9-10; Jak 5:1-3

27:9 - Psa 18:41; Psa 66:18; Psa 109:7; Spr 1:28; Spr 28:9; Jes 1:15; Jer 11:11; Jer 14:12; Hes 8:18; Mic 3:4; Sac 7:13; Hos 7:14; Luk 13:25; Joh 9:31; Jak 4:3

27:10 - Psa 37:4; Psa 43:4; Psa 78:34-36; Hab 3:18; Matt 13:21; Luk 18:1; Apg 10:2; Eph 6:18; 1Th 5:17

27:11 - 5Mo 4:5; Psa 71:17; Jes 8:11; Apg 20:20

27:12 - Pre 8:14; Pre 9:1-3

27:13 - Psa 11:6; Psa 12:5; Spr 22:22-23; Mal 3:5;Pre 8:13; Jes 3:11; 2Pet 2:9; Jak 5:4-6

27:14 - 5Mo 28:32,41; 2Kö 9:7-8; 2Kö 10:6-10; 1Sa 2:5; Est 5:11; Est 9:5-10; Psa 109:13; Hos 9:13-14; Luk 23:29

27:15 - 1Kö 14:10-11; 1Kö 16:3-4; 1Kö 21:21-24; Psa 78:64; Jer 22:18

27:16 - 1Kö 10:27; Hab 2:6; Sac 9:3; Matt 6:19; Jak 5:2

27:17 - Spr 13:22; Spr 28:8; Pre 2:26

27:18 - Jes 1:8; Jes 38:12; Klg 2:6

27:19 - 1Mo 49:10; Psa 58:9; Psa 73:19-20; Jer 8:2; Matt 3:12; Matt 23:37

27:20 - "Mo 12:29; 2Kö 19:35; Psa 18:4; Psa 42:7; Psa 69:14-15; Dan 5:30; Jon 2:3

27:21 - 2Mo 9:23-25; Psa 11:6; Psa 58:9; Psa 83:15; Jer 18:17; Hos 13:15; Nah 1:3-8; Matt 7:27

27:22 - 2Mo 9:14; 2Mo 14:25-28; 5Mo 29:20; 5Mo 32:23; Jos 10:11; Ric 4:17-21; Jes 10:3; Amo 2:14; Amo 9:1-3; Röm 8:32; 2Pe 2:4-5

27:23 - 1Kö 9:8; Est 9:22-23; Spr 11:10; Jer 19:8; Klg 2:15; Mic 6:16; Sac 2:15; Off 18:20

 

27.2

So wahr Gott lebt, der mir meine Rechte entzogen, und der Allmächtige, der mich in Verzweiflung gestürzt hat:

 

27.3

Solange ich noch bei Bewusstsein bin und Gottes Odem in mir ist,

 

27.4

werde ich nie lügen, kein falsches Wort soll über meine Lippen kommen!

 

27.5

Darum kann ich euch wirklich nicht recht geben, und bis zu meinem Tode will ich auf meiner Unschuld beharren.

 

27.6

Ich halte fest an meiner Rechtschaffenheit und schäme mich nicht für einen Tag meines Lebens.

   

27.7

Meinem Feind soll es gehen wie dem Gottlosen und dem, der sich gegen mich auflehnt, wie dem Ungerechten.

   

27.8

Wer Gott verachtet, hat nichts mehr zu hoffen, wenn seine Stunde schlägt, wenn Gott von ihm sein Leben fordert.

 

27.9

Wird Gott sein Schreien erhören, wenn die Not ihn überfällt?

   

27.10

Kann er sich auf den Allmächtigen getrost verlassen und Gott jederzeit anrufen?

   

27.11

Muss ich euch denn über Gottes Hand belehren und erklären, was der Allmächtige zu tun pflegt?

   

27.12

Ihr habt es doch alle selbst gesehen, warum redet ihr dann solchen Unsinn?

   

27.13

Dies ist das Los des gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe der Gewalttätigen, das sie vom Allmächtigen empfangen:

   

27.14

Ein solcher Mensch mag viele Kinder haben, doch alle werden sie im Krieg getötet; die Enkel werden nie genug zu essen haben.

   

27.15

Wer überlebt stirbt durch die Pest; die Witwen haben keine Kraft für eine Totenklage.

   

27.16

Er mag haufenweise Silber haben und mehr Kleider, als er jemals tragen kann.

     

27.17

Aber Gerechte kleiden sich damit; und unter Schuldlosen wird sein reichtum verteilt.

   

27.18

Das Haus des Gottlosen hält nicht länger als ein Spinngewebe; es verfällt wie ein Unterschlupf, den sich ein Feldhüter draußen aus Buschwerk für die Nacht aufstellt.

   

27.19

Reich legt er sich in seinem Haus zu Bett; doch wenn er aufwacht, ist sein Reichtum nicht mehr da.

   

27.20

Wie eine Flutwelle holt ihn das Unheil ein; in der Nacht wirbelt ihn der Sturm davon.

 

 

27.21

Der Ostwind packt ihn und weht ihn fort!

   

27.22

Gott schleudert seine Strafen ohne Erbarmen auf ihn. Vor seiner Hand versucht er vergebens zu fliehen.

   

27.23

Man klatscht in die Hände über ihn und pfeift ihm hinterher.

   

 

Hiob 28 - Gottes tiefe Weisheit

Viele "stolze", also begüterte Menschen, versuchten schon zu Hiobs Zeiten, materielle Reichtümer anzuhäufen. Sie legten tiefe Schächte an, um an Gold und Edelsteine zu gelangen und scheuten nicht vor der Ausbeutung der am unteren Ende Stehenden zurück.

Aber Hiob stellt fest, dass wahre Weisheit nicht auf der Erde zu finden ist. Menschen, die Gottes Wort nicht kennen, maßten sich zu allen Zeiten an, schlauer und weiser als JHWH zu sein. Man geht sogar soweit, wissenschaftlich fast unglaubliche Aussagen, wie sie im Buch Hiob zu finden sind, als Fälschungen zu bezeichnen. Nur um nicht anerkennen zu müssen, dass hier eine viel größere Macht und Weisheit am Werk war, die sämtliche menschliche Wissenschaft in den Schatten stellt.

 
             

28.1

Es gibt Orte, wo sich Silber findet, und Plätze, wo das Gold reingewaschen wird.

 

28:1 - 1Mo 2:11-12; 1Mo 23:15; 1Mo 24:22; 1Kö 7:48-50; 1Kö 10:21; 21Chr 9:2-5; Psa 12:6; Spr 17:3; Spr 27:21; Jes 48:10; Sac 13:9; Mal 3:2-3; 1Pet 1:7

28:2 - 1Mo 4:22; 4Mo 31:22; 5Mo 8:9; 1Chr 22:14

28:3 - Spr 2:4; Pre 1:13; Hab 2:13; Matt 6:33; Luk 16:8

 

28:4 - 1Mo 1:11-12,29; Psa 104:14-15; Jes 28:25-29; Hes 28:13-14

28:5 - 2Mo 24:10; Hld 5:14; Jes 54:11; Off 21:19

28:7 - Röm 11:33

28:8 - Ein deutlicher Hinweis auf die soziale Ungerechtigkeit in vielen Gesellschaften, die sich bis heute nicht geändert hat.

28:9 - Nah 1:4-6

28:10 - Spr 14:23; Spr 24:4; Hab 3:9

28:11 - Jes 37:25; Jes 44:27; Jes 45:2-3; 1Kor 4:5

28:12 - 1Kö 3:9; Psa 51:6; Spr 2:4-6; Spr 3:19; Pre 7:23-25; 1Kor 1:19-20; Kol 2:3; Jak 1:5,7

28:13 - Psa 19:10; Psa 52:5; Psa 119:72; Spr 3:14-15; Spr 8:11,18-19; Spr 16:16; Spr 23:23; Pre 8:16-17; Jes 38:11; Jes 53:8

28:14 - Röm 11:33-34

28:15 - Spr 3:13-15; Spr 8:10,17,19; Spr 16:16

28:16 - 2Mo 28:20; 1Chr 29:4; Psa 45:9; Jes 13:12; Hes 28:13

28:17 - Hes 1:22; Off 4:6; Off 21:11; Off 22:1

28:18 - Spr 3:15; Spr 31:10; Klg 4:7; Hes 27:16; Matt 7:6; Matt 13:45-46; 1Tim 2:9; Off 17:4; Off 18:12; Off 21:21

28:19 - 2Mo 28:17; 2Mo 39:10; Hes 28:13; Off 21:20

28:20 - Spr 2:6; Spr 7:23-24; 1Kor 2:6-15; Jak 1:5,17

28:21 - Psa 49:3-4; Matt 11:25; Matt 13:17,35; 1Kor 2:7-10; Kol 2:3

28:22 - Psa 83:10-12

28:23 - Psa 19:7; Psa 147:5; Spr 2:6; Spr 8:14; Matt 11:27; Luk 10:21-22; Apg 15:18; Röm 11:33; 1Kor 1:30; Jud 1:25

28:24 - 2Chr 16:9; Spr 15:3; Sac 4:10; Off 5:6

28:25 - Psa 135:7; Jes 40:12

28:26 - Psa 29:3-10; Psa 148:8; Jer 14:22; Amo 4:7; Sac 10:1

28:27 - Psa 19:1; Spr 8:22-29

28:28 - 5Mo 4:6; 5Mo 29:29; Psa 34:14; Psa 111:10; Spr 1:7; Spr 3:7; Spr 8:4-5, 26-32; Spr 9:10; Spr 13:14; Spr 16:17; Pre 12:13; Jes 1:16; 2Ti 2:19; 1Pet 3:11; Jak 3:13-17

 

28.2

Aus der Erde holt man Erze, um daraus Eisen und Kupfer zu schmelzen.

 

28.3

Der Mensch hat der Finsternis ein Ende gesetzt, und durchforscht das Gestein bis in die größten Tiefen.

 

28.4

Man gräbt einen Schacht, weit entfernt von allen Wohnstätten. Dann hängen sie an Seilen über tiefe Abgründe.

 

28.5

Die Erde, aus der das Brot erwächst, wird in der Tiefe umgewühlt, und es brodelt daunten wie Feuer.

 

28.6

Man findet Saphir im Gestein und Staub mit Gold vermengt.

   

28.7

Der Adler kennt den Weg dorthin nicht, und das Auge des Falken erspäht ihn auch nicht.

   

28.8

Die Söhne des Stolzes werden dort nie gesehen, auch der Löwe kommt nicht dorthin.

   

28.9

Und doch arbeiten sich Menschen durch das härteste Gestein, ganze Berge wühlen sie um.

   

28.10

Sie brechen Schächte in die Felsen, und sehen viele kostbare Dinge.

   

28.11

Die Wasseradern im Gestein dichten sie ab; tief Verborgenes bringen sie ans Licht.

   

28.12

Die Weisheit aber, wo findet man sie? Wo hat die Erkenntnis ihre Stätte?

   

28.13

Kein Mensch erkennt ihren Wert, und im Land der Lebendigen wird sie nicht gefunden.

   

28.14

Die Tiefe spricht: Sie ist nicht in mir, und das Meer spricht: Sie ist nicht bei mir.

   

28.15

Auch für gediegenes Silber bekommt man sie nicht, und selbst mit dem reinsten Gold kann man sie nicht kaufen.

   

28.16

Sie lässt sich nicht mit Gold aus dem fernen Ofir aufwiegen, noch mit Edelsteinen oder Saphiren.

   

28.17

Die prächtigsten Kristalle und Diamanten kommen ihr nicht gleich, noch kann man sie mit wunderbaren Kunstwerken eintauschen.

   

28.18

Korallen und schillerndes Perlmut kommen gar nicht in Betracht bei ihr. Der Besitz der Weisheit ist mehr wert als alle Perlen.

   

28.19

Äthiopiens Topas reicht nicht an sie heran.

   

28.20

Wo kommt die wahre Weisheit her? Wo ist die Stätte der wirklichen Erkenntnis?

   

28.21

Sie ist verborgen vor den Augen aller Lebewesen und verhüllt sich sogar vor den Vögeln des Himmels.

   

28.22

Selbst im Abgrund und Hades ist sie nicht zu finden.

   

28.23

Gott allein weiß den Weg zu ihr. Er allein kennt ihre Stätte.

   

28.24

Nur er allein blickt bis zu den Enden der Erde und sieht alles, was unter dem Himmel ist.

   

28.25

Als er dem Winde seine Wucht verlieh, dem Meer sein Maß und seine Grenze gab,

   

28.26

als er dem Regen Zeit und Ort bestimmte und den Gewitterwolken ihren Weg,

   

28.27

da hat er sie gesehen und erforscht. Da hat er sie eingesetzt und erprobt.

   

28.28

Und er sprach zum Menschen: Siehe, das ist Weisheit: Ehrfurcht vor Gott, und das ist Einsicht: das Böse meiden."

   

 

 

Hiob 29 - Gottes Güte in Hiobs früheren Leben

Hiob berichtet, wie angesehen er früher einmal gewesen ist. Das Ansehen ist genauso verschwunden, wie Hiobs früheres Leben. Die einst seine Hilfe und seinen Rat suchten, halten sich offenbar nun vornehm zurück. Hiob hat die Ereignisse weder verursacht, noch in irgendeiner Form dazu beigetragen oder sonst wie Anlass gegeben, ihn so zu behandeln, wie es die vermeintlichen Freunde tun.

 
             

29.1

Und Hiob sprach weiter:

     

29.2

Wäre mein Leben doch wieder wie früher, als Gott mich noch behütete,

 

29:2 - Psa 37:28; Jud 1:1

29.3

als sein Licht noch meine Wege erleuchtete und mir die Dunkelheit der Welt erhellte!

 

29:3 - Psa 4:6; Psa 18:28; Psa 23:4; Psa 27:1; Psa 84:11; Spr 13:9; Spr 20:20; Spr 24:20; Jes 2:4; Joh 8:12; Joh 12:46; Eph 5:8,14

29.4

So, wie es früher war, als Gottes Freundschaft über meinen Zelten war,

 

29:4 - Psa 25:14; Psa 27:5; Psa 91:1; Spr 3:32; Kol 3:3

29.5

als der Allmächtige auf meiner Seite stand und meine Kinder rings um mich herum waren.

 

29:5 - 5Mo 33:27-29; Jos 1:9; Ric 6:12-13; Psa 30:7; Psa 43:2; Psa 44:8-9; Psa 127:3-5; Psa 128:3; Spr 17:6; Klg 2:4; Klg 3:1-2; Jer 14:8; Matt 9:15

29.6

Milch und Butter hatte ich im Überfluss, aus der Olivenpresse im Felsen floss das Öl in Strömen!

 

29:6 - 1Mo 49:11; 5Mo 32:13; 5Mo 33:24; Psa 81:16

 

29.7

Wenn ich zur Stadt hinauf zum Tore ging und unter den Ältesten meinen Sitz einnahm,

 

29.7 - 5Mo 16:18; 5Mo 21:19; Rth 4:1-2,11 Sac 8:16

 

29.8

traten die Jungen zurück und die Alten erhoben sich.

 

29:8 - 3Mo 19:32; Spr 16:31; Spr 20:8; Röm 13:3-4,7; Tit 3:1; 1Pet 2:17; 5:5

 

29.9

Fürsten hörten auf zu reden, ihr Gespräch verstummte, wenn ich kam.

 

29:9 - Ric 18:19; Spr 10:19; Spe 30:32; Jak 1:19

 

29.10

Sogar die Angesehensten verstummten, als wäre ihre Zunge festgeklebt.

 

29:10 - Psa 137:6; Hes 3:26

 

29.11

Jeder, der mich hörte, wusste nur Gutes von mir zu sagen, und wer mich sah, der lobte mich.

 

29:11 - Spr 29:2; Luk 4:22; Luk 11:27

 

29.12

Ich rettete den Armen, der um Hilfe rief, und die Waisen, die sonst keinen Helfer hatten.

 

29:12 - 2Mo 22:22-24; 5Mo 10:18; Neh 5:2-13; Psa 68:5; Psa 72:12; Psa 82:2-4; Spr 21:13; Spr 24:11-12; Jer 22:16; Jak 1:27

 

29.13

Dem Sterbenden stand ich bei, er wünschte mir Segen; der Witwe half ich, und sie konnte wieder fröhlich singen.

 

29:13 - 5Mo 16:11; 5Mo 24:13; 5Mo 26:5; Neh 8:10-12; Psa 67:4; Spr 31:6-9; Jes 27:13; Jes 65:14; Apg 9:39-41; 2Kor 9:12-14; 2Ti 1:16-18; Phm 1:7

 

29.14

Ich kleidete mich in Gerechtigkeit. Sie war mein Ehrenkleid. Wie ein Prachtgewand und Turban schmückte mich meine Rechtschaffenheit.

 

29:14 - 5Mo 24:13; Psa 132:9; Jes 28:5; Jes 59:17; Jes 61:10; Jes 62:3; Röm 13:14; 2Kor 6:7; Eph 6:14; 1Th 5:8; Off 19:8

 

29.15

Meine Augen sahen für den Blinden, meine Füße gingen für den Lahmen.

 

29:15 - 4Mo 10:31; Mat 11:5; 1Kor 12:12-31

 

29.16

Wie ein Vater war ich für die Armen, und der Rechtssache des mir Unbekannten nahm ich mich gewissenhaft an;

 

29:16 - 2Mo 18:26; 5Mo 13:14; 5Mo 17:8-10; 1Kö 3:16-28; Est 2:7; Psa 68:5; Spr 25:2; Spr 29:7; Eph 5:1; Jak 1:27

 

29.17

Dem Ungerechten zerschlug ich das Raubtiergebiss, entriss seinen Zähnen die Beute.

 

29:17 - 1Sa 17:35; Psa 3:7; Psa 58:8; Psa 124:3,6; Spr 30:14

 

29.18

Ich dachte: In meiner Familie werde ich sterben, und meine Tage werden sozahlreich sein wie der Sand.

 

29:18 - 1Mo 32:12; 1Mo 41:19; Psa 30:6-7; Psa 91:16; Jer 22:23; Jer 49:16; Oba 1:4; Hab 2:9

 

29.19

Meine Wurzeln würden sich zum Wasser erstrecken, und der Tau auf meinen Zweigen ruhen.

 

29:19 - Psa 1:3; Jer 17:8; Hos 14:5-7

 

29.20

Meine Würde werde ich nie verlieren, dachte ich, und bis ins hohe Alter meine Kraft erhalten.

 

29:20 - 1Mo 45:13; 1Mo 49:24; Psa 3:3; Psa 103:5; Jes 40:31; 2Kor 4:16

 

29.21

Man hörte mir zu und wartete still auf meinem Rat.

     

29.22

Wenn ich geredet hatte, sprach niemand mehr; sie sogen meine Worte auf wie Tautropfen.

 

29:22 - 5Mo 32:2; Jes 52:15; Hld 4:11; Hes 20:46; Amo 7:16; Matt 22:46

 

29.23

Sie warteten auf mich wie trockene Felder auf den Regen.

 

29:23 - Psa 72:6; Hos 6:3; Sac 10:1

 

29.24

Den Mutlosen lächelte ich aufmunternd zu, und mein freundlicher Blick gab ihnen neue Zuversicht.

 

29:24 - 1Mo 45:26; Psa 4:6; Psa 89:15; Psa 126:1; Luk 24:41

 

29.25

Ich ging gern zu ihnen und saß unter ihnen wie ein Führer oder ein König inmitten seiner Krieger und war einer, der Traurige trösten konnte.

 

29:25 - 1Mo 14:14-17; 1Mo 41:40; 5Mo 33:5; Ric 11:8; 2Sa 5:2; 1Chr 13:1-4; Jes 35:3-4; Jes 61:1-3; 2Kor 1:3-4; 2Kor 7:5-7; 1Th 3:2-3

 
             

 

 

 

Hiob 30 - Gottes unbegreifliche Führung

 
             

30.1

Jetzt aber muss ich mich von solchen verspotten lassen, die viel jünger sind als ich und deren Väter noch nichtmals zu Viehhirten getaugt haben.

 

30:1 - 2Kö 2:23; Psa 35:15-16; Psa 69:12; Jes 3:5; Mar 14:65; Mar 15:17-20; Luk 23:14,18,35,39; Apg 17:5; Tit 1:12

 

30.2

Für welche Arbeit sind denn schon Leute gut,

   

30.3

die ausgezehrt von Hunger und Armut Wurzeln in der Wüste abnagen?

 

30:3 - Heb 11:38

30.4

Sie pflückten sich Salzkraut und essen Ginsterwurzeln.

 

30:4 - 2Kö 4:38-39; Amo 7:14; Luk 15:16

30.5

Von allen andern werden sie vertrieben, so wie man Diebe mit Geschrei verjagt.

 

30:5 - 1Mo 4:12-14; Psa 109:10; Dan 4:25; Dan 4:32-33

30.6

Sie hausen in den Wänden tiefer Schluchten, in Höhlen und Erdlöchern.

 

30:6 - Ric 6:2; 1Sa 22:1-2; Jes 2:19; Off 6:5

 

30.7

Sie schreien wie Tiere im Gebüsch der Wüste und drängen sich im stachligen Gestrüpp.

 

30:7 - 1Mo 16:12

 

30.8

Sie waren ein verworfenes und ehrloses Gesindel, das man aus dem Lande hinauspeitschte.

 

30:8 - 2Kö 8:18;27; 2Ch 22:3; Psa 15:4; Psa 49:10-13; Spr 1:7,22; Spr 16:22; Jes 32:6; Jer 7:18; Mar 6:24

 

30.9

Aber selbst die verspotten mich, und zerreißen sich das Maul über mich.

 

30:9 - Psa 35:15-16; Psa 44:14; Psa 69:12; Klg 3:14,63

 

30.10

Jetzt ekelt man sich vor mir, rückt weit von mir ab, spuckt mir sogar ins Gesicht.

 

30:10 - 4Mo 12:14; 5Mo 25:9; Psa 88:8; Spr 19:7; Jes 50:6; Sac 11:8; Matt 26:56,67; Matt 27:30

 

30.11

Schwach und wehrlos hat mich Gott gemacht, drum lassen sie auch jede Hemmung fahren.

 

30:11 - 2Sa 16:5-8; Psa 35:21; Matt 26:67-68; Matt 27:39-44; Jak 1:26

 

30.12

Zu meiner Rechten stellt die Brut sich auf; bewirft mich mit Steinen und belagert mich regelrecht.

 

30:12 - Jes 3:5

 

30.13

Sie haben mir den Fluchtweg abgeschnitten und fügen mir noch mehr Schaden zu, ohne das sie daran gehindert werden.

 

30:13 - Psa 69:26; Sac 1:15

 

30.14

Sie dringen durch die Breschen meiner Mauer und schlagen alles in Trümmer.

 

30:14 - Psa 18:4; Psa 69:14-15; Jes 8:7-8

 

30.15

Der Schrecken greift nach mir mit kalter Hand; ein Windstoß wirbelt meine Würde fort, mein Wohlstand löst sich wie eine Wolke auf.

 

30:15 - Psa 88:15; Jes 44:22; Hos 6:4; Hos 13:3

 

30.16

Mein Leben verrinnt, während mich das Elend fest im Griff hat.

 

30:16 - Psa 22:14; Psa 40:2; Psa 42:4; Jes 53:12

 

30.17

Bohrende Schmerzen rauben mir den Schlaf, sie nagen an mir Nacht für Nacht.

 

30:17 - Psa 6:2-6; Psa 22:2; Psa 38:2-8; Jes 38:13

 

30.18

Meine Gestalt wird mit aller Gewalt entstellt. So wie ein Hemd umschließt mich meine Haut.

 

30:18 - Psa 38:5; Jes 1:5-6

 

30.19

Er hat mich in den Dreck geworfen, in Staub und Asche muss ich trauern.

 

30:19 - 1Mo 18:27; Psa 69:1-2; Jer 38:6

 

30.20

Ich schreie zu dir, und du erhörst mich nicht. Ich stehe vor dir, aber du beachtest mich nicht.

 

30:20 - Psa 22:2; Psa 80:4-5; Klg 3:8,44; Matt 15:23

 

30.21

Du hast dich für mich in einen grausamen Feind verwandelt und bekämpfst mich mit deiner starken Hand.

 

30:21 - Psa 77:7-9; Psa 89:13; Jer 30:14; 1Pet 5:6

 

30.22

Du wirbelst mich empor in die Luft, treibst mich vor dem Sturm dahin und zerschmetterst mich dann mit lautem Krachen.

 

30:22 - Psa 1:4; Psa 18:10; Psa 104:3; Jes 17:13; Jer 4:11-12; Hes 5:2; Hos 4:19; Hos 13:3

 

30.23

Ich werde das Gefühl nicht los, dass du mich in den Tod treiben willst, zum Sammelplatz aller, die gelebt haben.

 

30:23 - 1Mo 3:19; 2Sa 14:14; Pre 8:8; Pre 12:5-7; Heb 9:27

 

30.24

Streckt nicht ein Ertrinkender die Hand aus und schreit beim Untergehen nicht um Hilfe?

 

30:24 - Ric 5:31; Psa 35:25; Matt 27:39-44

 

30.25

Darf man nicht mehr weinen, wenn es einem zu schwer wird, nicht mehr betrübt sein, wenn man zugrunde geht?

 

30:25 - Psa 12:1; Psa 35:13-14;Spr 14:21,31; Spr 17:5, Spr 19:17; Spr 28:8; Jes 58:7-8; Jer 13:17; Jer 18:20; Dan 4:27; 2Kor 9:9; Luk 19:41; Joh 11:35; Röm 12:15

 

30.26

Auf Glück hatte ich gehofft, und doch kam Unglück. Auf Licht habe ich gewartet, aber ich sitze in Dunkelheit.

 

30:26 - Psa 97:11; Jes 50:10; Jer 8:15; Jer 14:19; Jer 15:18; Mic 1:12

 

30.27

Ich bin aufgewühlt und finde keine Ruhe, denn Tag für Tag umgibt mich mein Elend.

 

30:27 - Psa 22:4; Jer 4:19; Jer 31:20; Klg 1:20; Klg 2:11

 

30.28

Ich bin voll Trauer, mir scheint keine Sonne; ich klage öffentlich und fordere Hilfe.

 

30:28 - Psa 38:6; Psa 42:9; Psa 43:2; Jes 53:3-4; Klg 3:1-3

 

30.29

Mein Schreien klingt, wie das Geheul eines Schakale, ich weine einsam wie der Vogel Strauß.

 

30:29 - Psa 102:6; Jes 13:21-22; Jes 38:14; Mic 1:8; Mal 1:3

 

30.30

Meine Haut löst sich, schwarz geworden, von mir ab. Meine Knochen sind vor Fieber verdorrt.

 

30:30 - Psa 102:3; Psa 119:83; Klg 3:4; Klg 4:8; Klg 5:10

 

30.31

Mein Saitenspiel wurde zum Trauerlied, und meine Schalmei zur Stimme der Weinenden."

 

30:31 - Psa 137:1-4; Spr 3-4; Jes 21:4; Jes 22:12; Jes 24:7-9; Klg 5:15; Dan 6:18

 
             
             

 


 

 

 

 

Hiob 31 - Hiobs Dankbarkeit über sein bisheriges Leben

Hiob beschreibt in diesem Kapitel all das, was er alles nicht getan hat. Weder Ehebruch noch die Verletzung oder Verwehrung von Rechten Untergebener. Sicherlich hätte er so etwas vor Menschen verheimlichen können, aber nicht vor Gott JHWH.

 
             

31.1

"Mit meinen Augen habe ich einen Bund geschlossen, niemals eine junge Frau auch nur mit den Blicken zu begehren.

 

31:1 - 1Mo 6:2; 2Sa 11:2-4; Psa 119:37; Spr 4:25; Spr 6:25; Spr 23:31-33; Matt 5:28-29; Jak 1:14-15; 1Joh 2:16

31:2 - Heb 13:4

31:3 - Psa 55:23; Psa 73:18; Spr 1:27; Spr 10:29; Spr 21:15; Jes 28:21; Matt 7:13; Röm 9:22; 1The 5:3; 2The 1:9; 2Pet 2:1; Jud 1:7

31:4 - 1Mo 16:13; 2Chr 16:9; Psa 44:21; Psa 139:1-3; Spr 5:21; Spr 15:3; Jer 16:17; Jer 32.19; Joh 1:48; Heb 4:13

31:5 - Psa 4:2; Psa 7:3-5; Psa 12:2; Psa 44:20-21; Spr 12:11; Jer 2:5; Hes 13:8

31:6 - Jos 22:22; 1Sa 2:3; Psa 1:6; Psa 7:8-9; Psa 17:2-3; Psa 26:1; Psa 139:23; Spr 16:11; Jes 26:7; Dan 5:27; Mic 6:11; Matt 7:23; 2Ti 2:19

31:7 - 4Mo 15:39; Psa 44:20-21; Psa 101:3; Pre 11:9; Jes 33:15; Hes 6:9; Hes 14:3; Hes 14:7; Matt 5:29

31:8 - 3Mo 26:16; 5Mo 28:30-33; 5Mo 28:38,51; Ric 6:3-6; Psa 109:13; Mic 6:15

31:9 - Ri 16:5; 1Kö 11:4; Neh 13:26; Spr 2:16-19; Spr 5:3-23; Spr 6:25; Spr 7:21; Spr 22:14; Pre 7:26; Jer 5:8; Hos 7:4

31:10 - 2Mo 11:5; 2Sa 12:11; Jes 47:2; Jer 8:10; Hos 4:13-14; Mat 24:41

31:11 - 1Mo 20:9; 1Mo 26:10; 1Mo 38:24; 1Mo 39:9; 2Mo 20:14; 3Mo 20:10; 5Mo 22:22-24; Spr 6:29-33; Hes 16:38

31:12 - Spr 3:33; Spr 6:27; Jer 5:7-9; Mal 3:5; Heb 13:4

31:13 - 2Mo 21:20-21,26-27; 3Mo 25:43,46; 5mo 15:12-15; Jer 34:14-17; Eph 6:9; Kol 4:1

31:13 - In manchen Bibelübersetzungen werden die Begriffe Knecht und Magd verwendet, was den Eindruck erweckt, es handelt sich um Angestellte, die womöglich sogar kündigen können. Ein Sklave dagegen besaß dagegen keinerlei Rechte und konnte wie Vieh behandelt werden. Anders die Sklaven im biblischen Israel. Die Bibel sicherte Ihnen eine Menge Rechte zu. Der Besitzer tat gut daran, seine Sklaven gut zu behandeln.

31:14 - Psa 7:6; Psa 9:12,19; Psa 10:12-15; Psa 44:21; Psa 76:9; Psa 143:2; Jes 10:3; Sac 2:13; Hos 9:7; Mic 7:4; Mar 7:2; Röm 3:19; Jak 2:13

31:5 - Neh 5:5; Psa 139:14-16; Spr 14:31; Spr 22:2; Jes 58:7; Mal 2:10

31:16 - 5Mo 15:7-10; 5Mo 28:32; Psa 69:3; Psa 112:9; Psa 119:123; Jes 38:14; Klg 4:17; Luk 16:21: Apg 11:29; Gal 2:10;

31:17 - 5Mo 15:11,14; Neh 8:10; Hes 18:7,16; Luk 11:41; Joh 13:29; Apg 4:32; Röm 12:13; Jak 1:27; 1Joh 3:17

31:19 - 2Chr 28:15; Jes 58:7; Matt 25:36,43; Luk 3:11; Apg 9:39; Jak 2:16; 1Jo 3:18

31:20 - 5Mo 24:13

31:21 - Spr 23:10-11; Jer 5:28; Hes 22:7; Mic 2:1-2; Mic 7:3

31:22 - Jos 22:22-23; Psa 7:4-5; Psa 137:6

31:23 - 5Mo 39:9; Psa 76:6; Psa 119:120; Jes 13:6; Joe 1:15; 2Kor 5:11;

31:24 - 1Mo 31:1; 5Mo 8:12-14; Psa 49:6-7,17; Psa 52:7; Psa 62:10; Spr 10:15; Spr 11:28; Spr 30:9; Mar 10:24; Luk 12:15; Kol 3:5; 1Ti 6:10,17

31:24 - Der Verlass auf Reichtum kommt einen Götzendienst gleich.

31: 25 - 5Mo 8:17-18; Est 5:11; Spr 23:5; Jes 10:13-14; Jer 9:23; Hes 28:5; Dan 4:30; Hos 12:8; Hab 1:16; Luk 12:19; Luk 16:19,25;

31:26 - 5Mo 1:16-18; 5Mo 4:19; 5Mo 11:16; 5Mo 17:3; 2Kö 23:5,11; Psa 8:3-4; Jer 8:2; Jer 44:17; Hes 8:16

31:27 - 5Mo 11:16; 5Mo 13:6; 1Kö 19:18; Psa 2:12;Jes 44:20; Hos 13:2; Röm 1:21,28

31:28 - 1Mo 18:25; 5Mo 17::2-7,9; Jos 24:27; Ric 11:27; Psa 50:6; Spr 30:9; Tit 1:16; 2Pet 2:1; Heb 12:23; 1Joh 2:23; Jud 1:4

31:28 - "Sie rühmen sich zwar, Gott zu kennen, doch mit ihren Werken verleugnen sie ihn. Sie sind Gott ein Greuel; denn sie gehorchen ihm nicht und können kein wahrhaft gutes Werk vollbringen." Hiob spricht von einer Anbetung, die vor Gericht gehört, weil sie Gott verleugnet. Und doch findet sich genau das in der größten christlichen Religionsgemeinschaft: Sonnen- und Mondsymbole, niederknien vor Statuen und Kreuzen, Totenkult, Verehrung von Menschen und vieles mehr

31:29 - 2Sa 1:12; 2Sa 4:10-11; 2Sa 16:5-8; Psa 35:13-14; Psa 35:13-14; 25-26; Spr 17:5; Spr 24:17-18

31:30 - 2Mo 23:4-5; Pre 5:2,6; Matt 5:22, 43-44; Matt 12:36; Röm 12:14; 1Pet 2:22-23; 1Pet 3:9; Jak 3:6, 9-10

31:31 - 1Sa 24:4,10; 1Sa 26:8; 2Sa 16:9-10; 2Sa 19:21-22; Psa 27:2; Psa 35:25; Spr 1:11-12,18; Jer 40:15-16; Mic 3:2-3; Luk 9:54-55; Luk 22:50-51

31:32 - 1Mo 19:2-3; Ric 19:15; 20-21; Jes 58:7; Matt 25:35,40, 44-45; Röm 12:13; 1Ti 5:10; Heb 13:2; 1Pet 4:9

31.33 - 1Mo 3:7-8,12; Jos 7:11; Spr 28:13; Hos 6:7; Apg 5:8; 1Jo 1:8-10

31:34 - 2Mo 23:2; 2Mo 32:27; 4Mo 25:14-15; Neh 5:7; Neh 13:4-8,28; Est 4:11,14; Spr 24:11-12; Spr 29:25; Jer 38:4-5, 16,19; Amo 5:11-13; Mic 7:3; Matt 27:20-26; 2Kor 5:16

31:35 - Psa 26:1; Matt 5:25

31:36 - 2Mo 28:12; Jes 22:22; Jes 62:3; Phi 4:1

31:37 - 1Mo 32:28; Eph 3:12; Psa 19:12; Heb 4:15-16; 1Jo 3:19-21

31:38 - Psa 65:13; Hab 2:11; Jak 5:4

31:39 - 1Mo 4:12; 1Kö 21:13-16,19; Spr 1:19; Jes 26:21; Hes 22:6,12-13

31:40 - 1Mo 3:17-18; Psa 72:20; Jes 7:23; Zef 2:9; Mal 1:3

 

31.2

Was hätte ich von Gott sonst zu erwarten? Was wäre seine Antwort auf mein Tun?

 

31.3

Er schickt Unglück und straft mit Missgeschick, wenn jemand böse ist und Schlechtes tut.

 

31.4

Er sieht doch, was ich tue und was nicht; selbst meine Schritte zählt er!

 

31.5

Bin ich ein Lügner und betrüge andere?

 

31.6

Wenn Gott mich auf der Waage der Gerechtigkeit wiegt, dann muss er meine Unschuld erkennen.

   

31.7

Wenn ich von seinem Wege abgewichen bin, wenn mein Herz alles begehrte, was meine Augen sahen, oder wenn an meinen Händen irgendein Unrecht klebt,

   

31.8

dann soll ein anderer essen, was ich säte, und mein Geschlecht ausgerottet werden.

   

31.9

Wenn ich die Frau meines Nachbarn begehren und an ihrer Haustür auf sie lauern würde,

   

31.10

so soll meine Frau für einen anderen dienlich sein, und andere mögen sich über sie beugen.

   

31.11

Denn das wäre eine Schandtat und das eine Schuld, die vor die Richter gehört.

   

31.12

Es wäre ein Feuer, das mich vernichtet und alles niederbrennt, was mir gehört.

   

31.13

Wenn ich das Recht meines Sklaven oder Sklavin in einem Rechtsfall mit mir zu verweigern pflegen würde,

   

31.14

was wollte ich dann tun oder erwidern, wenn Gott (El) sich erhöbe; und die Angelegenheit untersuchen würde?

   

31.15

Derselbe, der mich im Mutterleib erschuf, hat doch auch die geschaffen, die mir dienen!

   

31.16

Den Armen schlug ich keine Bitte ab und keine Witwe ging verzweifelt fort.

   

31.17

Ich habe mein Brot nie für mich selbst behalten, sondern auch mit Waisenkindern geteilt.

   

31.18

Seit meiner Jugend verhielt ich mich ihnen gegenüber wie ein Vater und Beschützer.

   

31.19

Habe ich ruhig zugesehen, wie einer vor Kälte umkam? Ließ ich die Armen ohne warme Kleider weitergehen?

   

31.20

Nein ich half und gab ihnen warme Kleidung, gewebt aus der Wolle meiner eigenen Schafe.Sie dankten mir mit Segenswünschen.

   

31.21

Sollte ich die Elternlosen unterdrückt haben, weil die Richter am Tor meine Freunde waren,

   

31.22

soll mir der Arm von der Schulter fallen, direkt am Schultergelenk abbrechen!

   

31.23

Nein, ich habe Gottes Strafgericht immer gefürchtet. Die Furcht vor seiner Hoheit hat mich vom Unrecht ferngehalten.

   

31.24

Ich hab mich niemals auf mein Gold verlassen, es nie als meine Sicherheit betrachtet.

   

31.25

Mein Wohlstand hat mich niemals stolz gemacht, auch meine Arbeit nicht, die stets gelang.

   

31.26

Ich hatte meine Freude an der Sonne, wie sie strahlte, und am Mond, wie er so prächtig aufging,

   

31.27

war aber nie versucht, sie zu verehren und ihnen eine Kusshand zuzuwerfen.

   

31.28

Denn das wäre ein Vergehen, das vor die Richter gehört, weil ich damit Gott verleugnet hätte, der hoch über allen Sternen thront.

   

31.29

Niemals empfand ich Schadenfreude über den Fall meiner Feinde; noch freute ich mich nicht darüber, wenn sie Unheil traf.

   

31.30

Nein, ich habe mit keinem Wort gesündigt, sie nicht verflucht oder den Tod gewünscht!

   

31.31

Kein Gast ist je von meinem Haus hungrig weggegangen, keinen Fremden ließ ich draußen auf der Straße übernachten.

   

31.32

Nein, meine Tür stand den Wanderern stets offen - meine Männer können es bezeugen!

   

31.33

Habe ich wie Adam meine Vergehen verheimlicht, um meine Schuld in meiner Brust zu verbergen,

   

31.34

weil ich Angst vor der großen Menge hatte oder die Verachtung der Verwandschaft fürchtete, sodass ich schwieg und nicht vor die Tür hinaustrat?

   

31.35

Wenn doch jemand mich hören würde! Ich wünschte, dass mir der Allmächtige eine Antwort gäbe und meine Ankläger eine Klageschrift schreiben müssten!

   

31.36

Dieses Schriftstück würde ich auf der Schulter tragen und es mir wie eine Krone aufsetzen!

   

31.37

Ich würde Gott mutig entgegentreten und ihm über jeden Schritt Rechenschaft ablegen!

   

31.38

Wenn mein Acker wegen mir um Hilfe schreien musste und seine Furchen von Tränen durchnässt waren,

   

31.39

weil ich seinen Ertrag verzehrt habe, ohne den Pächtern und Tagelöhnern zu geben, was ihnen zusteht und sie zugrunde gerichtet habe,

   

31.40

dann soll Dornengestrüpp statt Weizen, und Unkraut statt Gerste auf den Feldern wachsen!

 

 

 

 

Hiob 32 - Elihus Reden

 
             

32.1

Die drei Männer gaben es auf, mit Hiob zu reden, weil er sich selbst für unschuldig hielt.

 

 

 

32.2

Elihu, der Sohn Barachels, ein Busiter aus der Sippe Ram, hatte die ganze Zeit schweigend zugehört. Er war wütend auf Hiob, weil der sich im Recht sah und Gott die Schuld zuschob.

 

32:2 - 1Mo 22:21; Psa 69:9; Mar 3:5; Luk 10:29; Eph 4:26

32.3

Aber auch gegen die drei anderen Männer entflammte sein Zorn über die Tatsache, dass sie keine Antworten mehr fanden und somit auch Gott schuldig sprachen.

 

32:3 - Apg 24:5,13

32.4

Elihu hatte sich bisher respektvoll zurückgehalten, weil die Männer älter waren als er.

 

32:4 - Spr 18:13

32.5

Als er nun sah, dass die drei Männer nicht mehr antworten konnten, geriet er in Zorn.

 

32:5 - 2Mo 32:19

32.6

Nun ergriff Elihu das Wort und sagte: "Ich bin noch jung und ihr seid hochbetagt. Darum habe ich mich zurückgehalten und bisher gescheut, euch mein Wissen mitzuteilen.

 

32:6 - 3Mo 19:32; 1Sa 17:28-30; Röm 13:7; 1Ti 5:1; Tit 2:6; 1Pet 5:5

 

32.7

Ich dachte, das Alter muss zuerst reden, es schöpft ja aus reicher Erfahrung!

 

32:7 - 1Kö 12:6-8; Psa 34:11-12; Spr 1:1-4; Spr 16:31; Heb 5:12

 

32.8

Doch auf den Geist im Menschen kommt es an, auf diese Gabe des Allmächtigen. Nur sie allein gibt ihm Weisheit!

 

32:8 - 1Mo 41:39; 1Kö 3:12,28; 1Kö 4:29; Spr 2:6; Pre 2:26; Dan 1:17; Dan 2:21; 1Kor 2:10-12; 1Kor 12:8; 2Ti 3:16; Jak 1:5

 

32.9

Ob einer weise ist, liegt nicht am Alter; was recht ist, weiß man nicht aufgrund der Jahre.

 

32:9 - Pre 4:13; Jer 5:5; Matt 11:25; Joh 7:48; 1Kor 1:26-27; 1Kor 2:7-8; Jak 2:6-7

 

32.10

Aber nun hört, was ich dazu sagen möchte.

 

32:10 - 1Kor 7:25,40

 

32.11

Geduldig habe ich euch zugehört, um zu erfahren, was ihr Hiob zu sagen habt.

 

32:11 - Spr 18:17; Spr 28:11; Pre 12:9-10

 

32.12

Keiner von euch hat Hiob widerlegen oder ihm wirklich eine Antwort auf seine Worte geben können.

 

32:12 - 1Ti 1:17

 

32.13

Sagt jetzt nur nicht: Natürlich sind wir weise - doch ihn widerlegen, das soll Gott tun, nicht ein Mensch!

 

32:13 - 1Mo 14:23; Ri 7:2; Jes 5:21; Jes 48:5,7; Jer 9:23; Hes 28:3; Sac 12:7; Joh 19:11; 1Kor 1:19-21, 27-29; 1Kor 3:18

32:13 - Wir können noch so lange die Bibel studieren oder studiert haben, aber trotzdem sollten wir uns hüten, zu glauben, dass wir dadurch weise oder wissend geworden sind.

 

32.14

Hiob hat nichts zu mir gesagt und ich will eure Worte nicht widerholen.

     

32.15

Ihr seid nun so bestürzt, dass euch die Worte ausgegangen sind.

 

32:15 - Mat 7:23; Mat 22:22,26,34,46

 

32.16

Da ihr nun schweigt, darf ich sicher sprechen.

 

32:16 - Spr 17:28; Amo 5:13; Jak 1:19

32:16 - Nur wenn wir bis zum Ende zuhören, besteht die Chance eine Situation richtig einzuschätzen. Und manchmal ist es trotzdem besser, auch dann noch zu schweigen.

 

32.17

Und sagen, wie ich die Angelegenheit sehe.

     

32.18

Es drängt mich regelrecht, endlich zu sprechen.

 

32:18 - Psa 39:3 Jer 20:9; Hes 3:14-27; Apg 4:20; 2Kor 5:13-14

 

32.19

Es gärt in mir wie neuer Wein im fest verschlossenen Lederschlauch: Ich platze fast!

 

32:19 - Mat 9:17

 

32.20

Ich muss jetzt reden, dann wird mir leichter! Ich kann den Mund nicht länger halten!

 

32:20 - Spr 8:6-7

 

32.21

Für niemand werde ich Partei ergreifen und keinem will ich schmeicheln.

 

32:21 - 3Mo 19:15; 5Mo 1:17; 5Mo 16:19; 2Sa 14:17; 2 Sa 14:20; Spr 24:23; Mat 22:16; Apg 12:22-23; Apg 24:2-3

 

32.22

Vom Schmeicheln halte ich nichts! ADazu habe ich viel zu viel Respekt vor unserem Schöpfer.

 

32:22 - Psa 12:2-3; Spr 29:5; 1Th 2:5; Gal 1:10

32:22 - Die Bibel stellt Schmeicheln oder nach dem Mund reden, als Sünde dar. Schmeicheln geht oft genug zu Lasten der Wahrheit.

 
             

 


 

 

Hiob 33 - Der schwache Elihus und seine angebliche Vollmacht vor Gott

 
             

33.1

Hiob, sei so gut und höre auf das, was ich zu sagen habe!

 

33:1 - Psa 49:1-3; Mar 4:9

33:2 - Psa 78:2; Mat 5:2

33:3 - Psa 37:30-31; Spr 8:7-8; Spr 15:2,7; Spr 20:15; 1Th 2:3-4;

33:4 - 1Mo 2:7; Psa 33:6 Röm 8:2; 1Kor 15:45

33:5 - Psa 50:21; Apg 10:26

33:6 - 1Mo 2:7; 1Mo 3:19; 1Mo 30:2; 2Mo 4:16; 2Kor 5:1,20

33:7 - Psa 32:4; Psa 88:16

33:8 - 5Mo 13:14; Jer 29:23

33:9 - Jer 2:35

33:11 - Psa 105:18; Jer 20:2; Dan 4:35; Apg 16:24

33:12 - Jer:18:6; Hes 18:25; Röm 9:19-21

33:13 - 5Mo 29:29; Psa 62:11; Jes 45:9; Jes 46:10; Jer 50:24; Hes 22:14; Dan 4:35; Mat 20:15; Apg 1:7; Apg 5:39; Apg 9:4-5; Röm 11:34; 1Kor 10:22

33:14 - 2Chr 33:10; Psa 62:11; Spr: 1:24,29; Jes 6:9; Mat 13:14; Mar 8:17-18; Luk 24:25; Joh 3:19

33:14 - Viele Menschen sagen: "Es gibt keinen Gott". Oft genug haben selbst wir das Gefühl, Gott ist nicht da, hilft uns nicht oder lässt uns im Stich. Kann es dann nicht sein, dass wir verlernt haben, richtig hinzuhören und zu erkennen, dass Gott JHWH immer zu uns spricht? Das ist nicht immer mit Donnerstimme, oft leise und über Umwege. Manchmal hilft auch ein Blick zurück, der uns erkennen lässt, dass Gott gesprochen hat. Aber auch das Studium der Bibel kann nützlich sein, denn kein Lebensschicksal ist einmalig, wie dieses uralte und doch so lebendige Buch immer wieder zeigt.

33:15 - Es mag durchaus sein, dass Gott oder ein Engel auch heute noch in Träumen und Versionen zu uns spricht. Aber das sollten wir mit gesunder Skepsis betrachten. Ist das, was uns mitgeteilt wurde, im Einklang mit der Bibel? Sind wir körperlich und geistig gesund? Eine OSA-Erkrankung z.B., auch als eine Form der Schlafopnoe bekannt, erzeugt durch nächtlichen Sauerstoff Mangel und dadurch bedingter CO²- Übersättigung Alpträume und Halluzinationen. In Verbindung mit einem übersteigerten Geltungsbewusstsein und rhetorischen Fähigkeiten sind möglicherweise in der Vergangenheit schon einige religiöse Strömungen mit Schriftwerken entstanden, die ihre Ursache in einer Krankheit haben und nicht durch Eingebungen des Schöpfers oder seines Sohnes Jesus.

33:15 - 1Mo 15:12; 1Mo 20:3; 1Mo 31:24; 4Mo 12:6; Jer 23:28; Dan 4:5; Dan 8:18; Heb 1:1

33:16 - 2Sa 7:27; Neh 9:38; Psa 40:6 Jes 6:10; Jes 48:8; Jes 50:5; Luk 24:45; Apg 16:14; Röm 15:28

33:17 - 1Mo 20:6, 5Mo 8:16; 2Ch 32:25; Jes 2:11; Jes 23:9; Dan 4:30-37; Hos 2:6; Mat 27:19; Apg 9:2-6; 2Kor 12:7; Jak 4:10

33:17 - Bereits zu Hiobs Zeiten glaubten Menschen aller Altersgruppen, es besser zu wissen und sich damit über andere zu setzen. Später schrieben manche sogar neue Bücher und redeten ihren Anhängern ein, das dies das Wort oder der Wille Gottes sei.

33:18 - Apg 16:27-33; Röm 2:4; 2 Pet 3:9,15

 

33:19 - 5 Mo 8:5; 2Chr 16:10,12; Psa 38:1-8; Psa 94:12; Psa 119:67,71; Jes 27:9; Jes 37:12-13; 1Kor 11:32; Off 3:19

33:19 - Krankenheiten wurden jahrhundertelang als eine Strafe Gottes betrachtet, was aber nicht stimmt. Denn sonst müssten ja z.B. Straftäter und Verbrecher durch Krankheiten und Gebrechen niedergestreckt werden. Krankheiten und Gebrechen können uns aber Gott näher bringen.

33:20 - 1Mo 3:6; Psa 107:17:18; Jer 3:19

33:21 - Psa 22:15-17; Psa 32:3-4; Psa 39:11; Psa 102:3-5; Spr 5:11

33:20-21 - Alte Menschen verlieren oft ihren Geschmackssinn. Das Essen schmeckt nicht mehr und damit verlieren sie auch jeglichen Appetit. Passt ihre Umgebung nicht auf, magern sie regelrecht bis auf die Knochen ab.

33:22 - 2Mo 12:23; 1Sa 2:6; 2Sa 24:16; Psa 17:4; Psa 30:3; Psa 88:3-5; Jes 38:10; Apg 12:23; 1Kor 10:10; Off 9:11

33:23 - Ri 2:1; 2Ch 36:15-16; Neh 9:33; Psa 94:12; Psa 119:75; Pre 7:28; Jes 61:1-3; Klg 3:22-23,32,39-41; Hes 18:25-28; Dan 9:14; Hag 1:13; Mal 2:7; Mal 3:1; Apg 8:30; Röm 11:13; 1Kor 11:30-32; 2Kor 5:20; Heb 12:5-12

33:23 - Scheint dein Leben nur aus Prüfungen und Problemen zu bestehen: Krankheiten, Gebrechen, berufliche und private Mißerfolge? Dann bist du vielleicht ganz besonders wertvoll für Gott. Also nicht aufgeben!

33:24 - 2Mo 33:19; 2Mo 24:6-7; Psa 22:4; Psa 30:9-12; Psa 40:2; Psa 49:7-8; Psa 71:3; Psa 86:5,13,15; Jes 38:17-19; Jer 31:20; Sac 9:11; Hos 14:2,4 Mic 7:18-20; Mat 20:28; Röm 3:24-26; Röm 5:20-21; 1Ti 2:6; 1Pet 1:18-19

33:24 - Jedes menschliche Leben ist so wertvoll, dass kein Wert dieser Welt es aufwiegen kann. Nur durch das Opfer des wertvollsten Menschen, der je gelebt hat, wurde ein Lösegeld bezahlt, dass fast allen Menschen, die jemals auf dieser Welt gelebt haben, leben und noch leben werden, von der größten Krankheit, den Tod, erretten wird.

33:25 - 2Kö 5:14; 5Mo 34:7; Jos 14:10-11; Psa 103:5; Hos 2:15

33:26 - 4Mo 6:25-26; 2Kö 20:2-5; 2Chr 33:12-13,19; 1Sa 26:23; Psa 4:6-7; Psa 6:1-9; Psa 16:11; Psa 18:20; Psa 28:1-2,6; Psa 30:5,7-11; Psa 41:8-11; Psa 50:15; Psa 62:12; Psa 67:1; Psa 91:15; Psa 116:1-6; Spr 24:12; Jes 30:19; Jer 33:3; Jon 2:2-7; Mat 10:41-42;Apg 2:28; Apg 9:11; Heb 11:26; Jud 1:24

33:27 - 1Mo 16:13; 4Mo 12:11; 2Ch 16:9; 2Sa 12:13; Psa 11:4; Psa 14:2; Psa 19:7-8; Psa 119:128; Psa 139:1-4; Spr 5:21; Spr 15:3; Spr 28:13; Pre 5:8; Jer 2:8;; Jer 3:13; Jer 23:24; Jer 31:18-19; Mat 16:26; Luk 15:18-22; Luk 18:13; Röm 6:21; Röm 7:12-14,16,22; 1Jo 1:8-10

33:28 - Psa 49:19; Psa 55:23; Psa 69:15; Jes 9:2; Jes 38:17-18; Joh 11:9; Off 20:1-3

33:29 - 2Kö 6:10; 1Kor 12:6; 2Kor 5:5; 2Kor 12:8; Eph 1:11; Phi 2:13; Kol 1:29; Heb 13:21

33:29 - Oft genug handelt Gott in unserem Leben, ohne das wir davon irgendetwas merken. Aber genauso gut besteht die Möglichkeit, dass er nicht eingreift, und das, was uns widerfährt, nichts mit einem Handeln Gottes für oder gegen uns zu tun hat. Die große Prüfung unseres Lebens ist, dass wir lernen müssen, auf Gott zu vertrauen, obwohl wir uns vielleicht gerade in einer Situation befinden, die wir überhaupt nicht verstehen. Hiobs Situation hat nichts mit dem Verhalten Gottes zu tun, sondern das Leben, in diesem Fall die Hand Satans, ist nicht gut zu ihm.

33.30 - Psa 40:1-2; Psa 56:13; Psa 118:17-18; Jes 2:5; Jes 38:17; Joh 8:12; Apg 26:18

33:33 - Psa 34:11; Psa 49:3; Spr 4:1-2; Spr 5:1-2; Spr 8:5

33:33 - Elihus Worte sind zwar genauso richtig, wie die seiner Vorredner, aber trotzdem liegt er genauso falsch, wie sie. Seine Weisheit ist eher unwissender Übermut.

 

33.2

Dann beginne ich jetzt einfach zu sprechen.

 

33.3

Meine Worte sind so aufrichtig wie mein Herz, und was ich jetzt ausspreche, ist aufrichtig und ehrlich.

 

33.4

Von Geist Gottes bin ich geschaffen worden; durch seinen Atem wurde ich ins Leben rief.

 

33.5

Wenn du kannst, antworte mir und widerlege mich

 

33.6

In Gottes Augen sind wir beide gleich, er hat mich aus den gleichen Grundstoffen geformt wie dich.

   

33.7

Vor mir brauchst Du dich also nicht zu fürchten, ich setze dich bestimmt nicht unter Druck.

   

33.8

Ich habe gehört, was du gesagt hast - und die Worte noch im Ohr:

   

33.9

"Ich bin rein und frei von Sünde, bin makellos und ohne Schuld.

   

33.10

Doch Gott erfindet immer neue Gründe, um mich als Feind zu behandeln.

   

33.11

Er lässt nicht zu, dass ich mich frei bewege, argwöhnisch überwacht er mich auf Schritt und Tritt." .

   

33.12

Aber ich sage dir, darin hast du nicht recht, denn Gott ist größer als der Mensch.

   

33.13

Willst du ihm vor werfen, dass er zu allen deinen Fragen schweigt?

   

33.14

Gott redet auf die eine oder andere Weise, nur die Menschen achten nicht darauf.

   

33.15

Zur Nachtzeit, wenn die Menschen ruhig schlafen, im Tiefschlaf in den Betten liegen, spricht Gott manchmal durch Träume und Visionen.

   

33.16

Er öffnet ihre Ohren, damit sie hören; mit Nachdruck warnt er sie vor ihrem Tun,

   

33.17

um sie von ihrem Handeln abzubringen und den Hochmut aus den Menschen auszutreiben,

   

33.18

um sie vor einem jähen Tod durch sein Richterschwert zu bewahren.

   

33.19

Gott mahnt die Menschen auch durchs Krankheiten und Schmerzen.

   

33.20

Oder sie ekeln sich vor jeder Speise, selbst vor ihren Lieblingsgerichten.

   

33.21

Ihr Körper verfallen zusehends, man kann alle Knochen zählen.

   

33.22

Schon nähert sich die Seele dem Grab, es naht das Ende des Lebens.

   

33.23

Vielleicht kommt dann ein Engel zu Hilfe, nur einer von den myonen Gottesboten, der als Mittler kundtun, was für Menschen richtig ist,

   

33.24

und sich seiner erbarmt und zu Gott spricht: Lass ihn los, dass er nicht ins Grab muss; ich habe ein Lösegeld für ihn gefunden!,

   

33.25

Dann wird dein Körper wieder frisch und stark, genauso wie in deiner Jugendzeit.

   

33.26

Dann betest du zu Gott und wirst gehört; voll Freude und Dankbarkeit trittst du hin vor deinen Herrn, der dich wieder angenommen hat.

   

33.27

Offen bekennt er anschließend den Menschen: Ich hatte gesündigt und das Recht missachtet, doch Gott hat es mir nicht angerechnet!

   

33.28

Vor dem sicheren Tod hat er mich gerettet und mir erlaubt, dass ich am Leben bleibe.'

   

33.29

Gott tut dies alles immer, immer wieder; so handelt er im Leben jedes Menschen,

   

33.30

um ihn vor dem Tod zu bewahren und ihm das Licht des Lebens zu erhalten.

   

33.31

Hör mir weiter zu, Hiob, und lass mich reden!

   

33.32

Oder hast du Beweggründe, die mich widerlegen? Dann sprich! Ich gebe dir gern recht.

   

33.33

Wenn nicht, dann schweig und hör mir zu, ich will dir zeigen, was Weisheit ist.

   


 

 
 

Biblische Szenen

 
 
 
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