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Hiob 2 - Die zweite Prüfungzichy satan

Die Freude Gott JHWH kennen zu lernen, wird oft getrübt durch Erfahrungen, die so gar nicht in das Bild eines glücklichen Gläubigen passen. Wir sehen in dieser Welt, dass es einem Gläubigen nicht unbedingt sorgenfrei ergeht und ein Ungläubiger nicht unbedingt im Unglück schwimmt.

Unser Glaube kann in schwierigen Zeiten zu einem Fels des Trostes werden, aber auch schweren Prüfungen unterliegen. Hiob erlebte eine Phase in seinem Leben, in der er zuletzt weder ein noch aus wusste. Wir als Zuschauer wissen zwar, wer dahinter steckte, aber trotzdem zeigt uns Hiob auch in seiner völligen Unkenntnis der Hintergründe, dass er die Situation hinnimmt, ohne an Gott zu zweifeln. Dieses Lehrbuch der völligen Hingabe an Gott im Guten, wie im Schlechten, zeigt uns, dass Satan gerade die immer wieder angreift, die besonders wertvoll für JHWH sind.

Nicht immer kommt in schwierigen Situationen der Trost alleine von Gott. Die Ankunft und das anfängliche Verhalten der 3 Freunde zeigen, dass Außenstehende auch ohne große Worte alleine durch ihre stille Anwesenheit Trost spenden können. Oft ist Schweigen das beste Mittel, wenn wir einen tief traurigen Menschen besuchen. Hiobs Freunde sehen, dass sein Schmerz nicht mit tiefsinnigen oder geistigen Worten zu lindern ist, wohl aber ein tröstender Arm oder Schulter. Stilles Mitgefühl kann lauter reden als eifrig zitierte Lebensweisheiten oder Bibelsprüche.


 
             

2.1

Wiederum kam ein Tag, an dem die Gottessöhne (Engel) vor JHWH hintraten, und auch Satan erschien wieder in ihrer Mitte.

 

2:1 - Jes 6:1-2; Luk 1:19; Heb 1:14

2:1 - Die Bibel schreibt über mehrere Thronrats-Szenen. Zwei weitere davon finden sich in Hio 1:6 und 1Kö 22:19-23.

2:2 - 1Mo 16:8; Joh 14:30; 2Kor 4:4; 1Pet 5:8

2:2 - Wieder erfahren wir (vergl. Hio 1:7), dass sich der Teufel offenbar bevorzugt auf der Erde aufhält.

2:3 - 1Mo 6:9; 2Sa 20.20; Psa 26:1; Psa 37:37; Psa 41:12; Spr 11:8; Spr 13:6; Spr 14:2; Spr 15:8; Spr 16:7; Joh 9:3; Phi 3:12; Jak 1:12; 1Pet 1:7; 1Pet 5:10

2:3 - JHWH ist ein Gott der Gerechtigkeit. Er vergibt uns unvollkommenen Menschen gern und immer wieder. Anders ist das bei einem vollkommenem Wesen wie es Satan einst war. Er hatte JHWH grundlos dazu überredet, einen rechtschaffenen Menschen ins Unglück zu stürzen. Wenn Gott irgendwann der Gerechtigkeit Genüge tun wird, kann der Satan keine Gnade oder Vergebung erwarten.

2:4 - Est 7:3-4; Jes 2:20-21; Jer 41:8; Matt 6:25; Matt 16:26; Apg 27:18-19; Phi 3:8-10

2:4 - Satan schadet den Menschen wo er nur kann, nur um sie dann auch noch bei jeder Gelegenheit vor Gott anzuklagen. Jeder Mensch, der standhaft bleibt, spricht im Grunde auch ein Urteil über den Engel, der zum ewigen Ankläger (hebr. Satan) der Menschheit wurde (1Kor 6:3).

2:5 - 3Mo 24:15; 1Chr 21:17; Psa 32:3-4; Psa 38:2-7; Psa 39:10; Jes 8:21

2:6 - Psa 65:7; Luk 8:29-33; Luk 22:31-22; 1Kor 10:13; Off 2:10; Off 20:1-2,7

2:6 - Gott kannte bereits den Ausgang der Geschichte. Der Satan nicht, sonst hätte er gar nicht erst versucht, Hiob zu prüfen.

2:7 – 2Mo 9:9-11; 5Mo 28:27,35; Jes 1:6; Jes 3:17; 1Kö 22:22; Off 16:11

2:8 - 2Sa 13:19; Psa 38:5,7; Jes 61:3; Hes 27:30; Jon 3:6; Matt 11:21; Luk 16:20-21

2:9 - 1Mo 3:6,12; 1Kö 11:4; 2Kö 6:33; Mal 3:14

2:9 - Warum wurde Hiobs Frau verschont? Möglicherweise sollten ihre Anklagen sein Leid noch verschlimmern.

2:10 - 1Mo 3:17; 2Sa 6:20-21; 2Sa 13:13; 2Sa 19:22,28; 2Sa 24:10; 2Chr 16:9; Psa 39:1; Psa 59:12; Spr 9:6; Spr 9:13; Klg 3:38-41; Matt 12:34-37; Matt 16:23; Matt 25:2; Joh 18:11; Röm 12:12; Jak 3:2; Jak 5:10; Heb 12:9-11

2:11 - 1Mo 36:11,15; 1Mo 25:2; 1Mo 37:35; 1Chr 1:32; Spr 17:17; Spr 18:24; Spr 27:10; Jes 51:19; Jer 49:7; Joh 11:19; Röm 12:15; 1Kor 12:26; Heb 13.3

2:12 - 1Mo 27:34; Rth 1:19-21; Ri 2:4; 1Sa 11:4; 1Sa 30:4; 2Sa 13:36; Neh 9:1; Est 4:1; Klg 2:10; Klg 4:7-8; Hes 27:30; Off 18:19

2:13 - 1Mo 1:5,8; 1Mo 50:10; Esr 9:3; Neh 1:4; Psa 77:4; Jes 3:26; Jes 47:1

 

2.2

"Woher kommst du?" fragte ihn JHWH. "Ich habe wieder die Erde durchstreift", gab der Satan zur Antwort.

 

2.3

Daraufhin fragte JHWH: "Hast du auch meinen Diener Hiob gesehen? So wie ihn gibt es sonst keinen auf der Erde. Er ist ein Vorbild an Rechtschaffenheit, nimmt Gott ernst und hält sich von allem Bösen fern. Du hast mich ohne jeden Grund dazu überredet, ihn ins Unglück zu stürzen. Aber er ist mir treu geblieben."

 

2.4

Der Satan erwiderte bloß: "Kein Wunder! Er selbst ist doch noch mit heiler Haut davongekommen. Aber Haut um Haut! Wenn es um sein Leben geht, wird er alles dafür geben.

 

2.5

Du brauchst nur seinen Körper und seine Gesundheit anzugreifen und er wird ganz sicher dich dann vor allen Leuten verfluchen!"

 

2.6

Da sagte JHWH zum Satan: "Gut! Ich gebe ihn in deine Gewalt. Aber sein Leben darfst du nicht antasten!"

   

2.7

Da verließ der Satan JHWH und die Versammlung der Engel und schlug zu: Eitrige Geschwüre brachen an Hiobs Körper aus, von Kopf bis Fuß.

   

2.8

Dieser setzte sich betrübt in einen Aschehaufen, nahm eine Scherbe in die Hand und begann, sich damit zu kratzen.

   

2.9

Da sagte seine Frau zu ihm: "Hältst du immer noch an deiner Frömmigkeit fest? Sage dich doch von deinem Gott los und stirb!"

   

2.10

Aber Hiob antwortete: "Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Unheil aus seiner Hand annehmen?" Trotz aller Schmerzen sagte Hiob kein Wort gegen Gott.

   

2.11

Hiob hatte drei Freunde: Elifas von Teman, Bildad von Schuach und Zofar von Naama. Sie hörten von dem Unglück, das Hiob getroffen hatte, und verabredeten sich, ihn gemeinsam zu besuchen. Sie wollten ihm ihr Beileid bezeugen und ihn trösten.

   

2.12

Schon von fern sahen sie ihn, aber sie erkannten ihn erst nicht. Da fingen sie an, laut zu weinen. Sie rissen ihre Obergewänder ein, warfen Staub in die Luft und streuten ihn auf ihre Köpfe.

   

2.13

Und sie saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte lang; und keiner redete ein Wort zu ihm, denn sie sahen, dass sein Schmerz sehr groß war.

   

Hiob 3 - Anfechtung des Glaubens

Die Katastrophen erscheinen wie Spott auf die Frömmigkeit Hiobs. Er hatte als Gerechter gelebt, alle Gebote beachtet, Gott angebetet und nicht den Reichtum. Hiobs religiöse Welt liegt in Trümmern und er selbst weiß nicht mehr, was er glauben soll. Sein Beispiel könnte zudem noch dafür sorgen, dass sich Andere erschrocken von Gott JHWH abwenden. Auch wir sind solchen Angriffen Satans ausgesetzt. Je wertvoller ein Mensch für Gott ist, umso massiver sind seine Angriffe.
Hiob wird letztendlich durchhalten, denn er sah den Sinn seines Lebens darin, Gott zu dienen und zu ehren. Und er wurde von JHWH belohnt. Neben irdischen Gütern erhielt er einen noch wertvolleren Schatz: Erkenntnis und Wissen. Dieser Schatz an Erkenntnis und Wissen liegt uns heute in noch größerer Form als komplette Bibel vor.

Im Tod sind alle gleich

Hiobs Klage im Kapitel 3 ist gekennzeichnet von seinem großen und verständlichen Schmerz, angesichts des Verlustes seiner 7 Kinder, aller Knechte und Mägde, seines ganzen Vermögens und zuletzt seiner Gesundheit. Das diese fast poetische Klage in der Bibel aufgezeichnet blieb, liegt sicher auch an den für uns Menschen wichtigen Aussagen über den Tod.

Mögen in dieser Welt die gesellschaftlichen Unterschiede noch so groß; der Reichtum noch so ungerecht verteilt sein; spätestens im Tod sind alle Unterschiede weggewischt. Der Gute, wie der größte Verbrecher, der Unterdrückte wie der schlimmste Unterdrücker - sterben müssen wir Alle. Hiob beschreibt den Tod sehnsüchtig als ein Ort der Ruhe und des Loslassens, als das friedliche Ende seiner Pein. Wie später Jesus Christus vergleicht er den Scheol oder Hades, also das allgemeine Grab aller Menschen, als einen ewigen Schlaf, den jeder Tote schläft. Niemand kann einem Toten Schaden zufügen, noch kann ein Toter jemanden etwas antun, weder etwas Gutes, noch etwas Schlechtes.

Der Tod wird von Hiob fast wie ein Anti-Paradies beschrieben. Das Gegenstück zum einstigen Paradies, in dem Adam und Eva lebten und dem von Gott JHWH verheißenem und durch den späteren Tod des Messias ermöglichtem zukünftigen Paradies. Für die einen ist der Tod also der Wartesaal zum Paradies, für andere bedeutet der Tod das ewige Gefängnis bis zu einer entsprechenden Verurteilung. Beide Gruppen spüren aufgrund der Gnade Gottes nichts in diesem Wartesaal oder Gefängnis, egal ob sie vor hundert oder bereits vor mehreren tausend Jahren starben. Das der Tod keine ewige Angelegenheit sein wird, sagt die Bibel in Off 20:12-15 und Off 21:4-5 zu.

Umso unverständlicher ist daher die Einführung und das Festhalten vieler Kirchen an einer Höllenlehre, mit der die Menschen seit über 1700 Jahren in Angst und Schrecken gehalten wurden. Und dazu noch die von diesen Kirchen parallel verbreiteten sehr lukrativen Vorstellung, man könne sich mit Geld und Vermögen von dieser Hölle freikaufen.

             

3.1

Erst dann begann Hiob zu sprechen und verfluchte den Tag seiner Geburt.

 

3:1 - Psa 39:2-3; Psa 106:33; Jer 20:14-15

3:2 - Ric 18:14

3:3 - Jer 15:1; Jer 20:14-15

3:4 - 2Mo 10:22-23; 5Mo 11:12; Joe 2:2; Amo 5:18; Matt 27:45; Apg 27:20; Off 16:10

3:5 - 5Mo 4:11; Psa 23:4; Psa 44:19; Psa 107:10,14; Jes 9:2; Jer 2:6; Jer 4:28; Jer 13:16; Hes 30:3; Hes 34:12; Joe 2:2; Amo 5:8; Amo 8:10; Matt 4:16; Luk 1:79; Heb 12:18

3:7 - Jes 13:20-22; Jes 24:8; Jer 7:34; Off 18:22-23

3:8 - 2Ch 35:25; Jer 9:17-18; Amo 5:16; Matt 11:17; Mar 5:38

3:8 - Aufgrund der Herkunft war Hiob vermutlich kein Jude (vergl Röm. 9:14) oder zumindest seine Freunde nicht.Daher sicherlich die Anspielung auf heidnische Zauberer als anschauliche Steigerung seiner Wehklage.

3:9 - Jer 8:15; Jer 13:16

3:10 - 1Mo 20:18; 1Mo 29:31; 1Sa 1:5; Pre 6:3-5; Pre 11:10; Jer 20:17

3:11 - Psa 22:9-10; Psa 58:8; Psa 71:6; Psa 139:13-16; Jes 46:3; Jer 15:10; Hos 9:14

3:12 - 1Mo 30:3; 1Mo 50:23; Jes 66:12; Hes 16:4-5

3:13 - Hiob wusste also um den Zustand der Toten. Für ihn war der Tod gleichbedeutend wie ein tiefer friedlicher Schlaf ohne jegliche Empfindungen.

3:13 - Pre 6:3-5; Pre 9:10

3:14 - 1Kö 2:10; 1Kö 11:43; Psa 49:6-10: Psa 49:14; Psa 89:48; Pre 8:8; Jes 5:8; Jes 14:10-16; Hes 26:20; Hes 27:18-32

3:15 - 4Mo 22:18; 1Kö 10:27; Jes 2:7; Zep 1:18; Sach 9:3

3:16 - Hiob nennt ungeboren gestorbene Kinder in einer Aufzählung mit anderen Verstorbenen. Demnach liegen auch sie im Scheol, dem allgemeinem Grab aller Menschen. Da das Leben bereits bei seiner Zeugung für JHWH heilig ist, wäre dies auch aus dieser Perspektive der richtige Ort. Um so unverständlicher, ja sogar grausam, ist daher die von der katholischen Kirche Jahrhunderte lang vertretene Doktrin, dass verstorbene ungetaufte Kinder in eine Hölle kommen würden.

3:16 - Psa 58:8; 1Kor 15:8

3:17 - Bereits Hiob beschreibt, dass kein Toter zu irgendeiner Handlung mehr in der Lage. Selbst die Bösen können niemanden mehr schaden, weder anderen Toten, noch uns Lebenden.

3:17 - Psa 55:5-8; Jes 57:1-2; Matt 10:28; Luk 12:4; 2Th 1:6-7; 2 Pet 2:8; Heb 4:9,11; Off 14:13

3:18 - 2Mo 5:6-8, 15-19; Ri 4:3; Jes 14:3-4

3:19 - Psa 49:2, 6-10, 14-20; Spr 8:8; Spr 12:5,7; Luk 16:22-23; Heb 9:27

3:20 - 1Sa 1:10; 2Kö 4:27; Spr 31:6; Jer 20:8;

3:20 - Menschen, die wie Hiob keinerlei Einsicht bzw. Erkenntnis über die Hintergründe des Geschehens haben, können trotz ihres Glaubens in schwierigen Situationen an ihrem Schmerz und ihrer Trauer zerbrechen. Psa 49:20 zieht hier sogar einen Vergleich mit den unwissenden Tieren. Die Bibel beschreibt unsere heutige Zeit als eine Zeit des Endes. Aber gerade heute steht uns mit der kompletten Heiligen Schrift ein unglaubliches Rüstzeug an Erkenntnis und Wissen über die Zusammenhänge zu Verfügung (vergl Eph 6:13-18).

3:22 - 4Mo 11:15; 1Kö 19:4; Spr 2:4; Jon 4;3,8; Off 9:6

3:22 - Die Erfahrungen Hiobs sind ein Schatten einer Zeit, in der fast die ganze Menschheit ähnliche Wünsche hegt (Off 9:6) Bereits das Mittelalter war geprägt durch eine teilweise extreme Hofnungslosigkeit der Menschen, auch ausgelöst durch die vielen Irrlehren der Kirchen.

3:23 - Jes 40.27; Psa 31:8; Klg 3:7,9; Hos 2:6

3:24 -Psa 22:1-2; Psa 32:3; Psa 38:8; Psa 80:5; Psa 102:9; Jes 59:11; Klg 3:8

3:26 - Psa 143:11

 

3.2

Hiob sprach:

 

3.3

"Versunken und vergessen soll er sein, der Tag, an dem ich einst geboren wurde, und auch die Nacht, die sah, wie man mich zeugte!

 

3.4

Jener Tag versinke in tiefer Finsternis - kein Licht soll ihn erhellen! Selbst Gott da oben vergesse ihn!

 

3.5

Ja, der Tod soll ihn holen - diesen Tag! Ich wünschte, daß sich dunkle Wolken auf ihn legten und die Finsternis sein Licht erstickte!

 

3.6

Wäre doch jene Nacht ein Raub des Dunkels geworden, hätte sie sich doch nicht eingereiht unter die Tage des Jahres und nicht zu der Zahl der Monate zugesellt!

   

3.7

Nein, wäre doch jene Nacht unfruchtbar gewesen und kein Hochzeitsjubel in ihr laut geworden!

   

3.8

Verwünschen mögen sie die Tagbeschwörer (o. Zauberer), die es verstehen, den Leviathan (= Himmelsdrachen) aufzuwecken!

   

3.9

Hätten sich die Sterne doch verdunkelt, als sie heraufdämmerte! Sie wartete auf das Licht, wäre es doch ausgeblieben und hätte sie nie die Wimpern der Morgenröte geschaut!

   

3.10

Dann wäre mir die Pforte des Mutterschoßes verschlossen und das Unheil vor meinen Augen verborgen geblieben.

   

3.11

Warum starb ich nicht gleich bei meiner Geburt? Warum bin ich nicht bereits Tod, noch ehe ich aus dem Mutterschoß kam?

   

3.12

Warum fing man mich bei der Geburt auf und reichte mir die Brüste, damit ich trinken konnte?

   

3.13

Dann läge ich jetzt in Grabes Frieden und würde schlafen, dann hätte ich Ruhe,

   

3.14

wie die Könige und die Mächtigen der Erde, die sich Grabdenkmäler erbauten,

   

3.15

oder mit Fürsten, die reich an Gold waren und ihre Häuser mit Silber gefüllt hatten;

   

3.16

oder, einer verscharrten Fehlgeburt gleich, wäre ich nicht ins Dasein getreten, den Kindlein gleich, die das Licht der Welt nicht erblickt haben.

   

3.17

Bei den Toten können auch die Verbrecher und andere Gottlose nichts mehr tun, auch ihre Opfer haben endlich Ruhe.

   

3.18

Auch die Gefangenen sind dort in Frieden, sie hören nicht mehr, wenn die Wächter schreien.

   

3.19

Dort gelten die Niedrigen und Hohen gleich, dort ist der Knecht frei von seinem Herrn.

   

3.20

Warum nur lässt Gott die Menschen leben? Sie mühen sich ab, sind verbittert und ohne Hoffnung.

   

3.21

Sie sehnen sich den Tod herbei - aber er kommt nicht! Sie suchen ihn mehr als verborgene Schätze,

   

3.22

sie würden sich freuen, wenn sie ein Grab finden würden.

   

3.23

Wohin das Leben führt, bleibt den Menschen verborgen, mit einem Zaun hält Gott sie eingeschlossen.

   

3.24

Das Seufzen wurde zu meinem täglichen Brot, und wie fließendes Wasser hört man meine Klagen.

   

3.25

Was ich befürchte, tritt auch ein. Meine größten Ängste werden wahr.

   

3.26

Ich finde keine Ruhe, keinen Frieden und keine Freude. Es kommt nur immer wieder neues Unheil."

   
 
 

Biblische Szenen

 
 
 
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