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(Matt 26 / Mar 14 / Luk 22)

Judas Iskariot, einer der zwölf Jünger Jesu, steht in der Bibel für den größten Verrat eines Menschen. Obwohl parallel auch Petrus Jesus verraten und mehrfach verleugnete, steht seine Person bis heute als Synonym für Geldgier bis zum Äußersten unter dem Deckmantel des Glaubens.

Wer war dieser Mensch?

Über Judas erfahren wir aus der Bibel nur wenig. Die Berichte über ihn sind von seinem Verrat gezeichnet. Judas trägt den Beinamen Iskariot. Vermutlich bedeutet dieser Zusatz ”Mann aus Kariot“, einer Stadt im Landesteil Juda. Der Zusatz könnte aber auch von „Sikkarier“, Dolchträger, stammen und darauf hindeuten, dass Judas zu der Freiheitsbewegung der Zeloten gehörte. Eine detaillierte Berufungsgeschichte von Judas wird nicht erzählt. Auch das Vorleben bleibt im Dunkeln.

Judas gehörte, wie bereits erwähnt, zu den zwölf Jüngern, die auch den Ehrentitel Apostel trugen. Da keine äußerlichen Unterschiede zu den anderen Jüngern berichtet werden, lauschte Judas ebenfalls den Worten Jesu, sah dessen Wunder und war mit den anderen ausgesandt, um selbst zu verkündigen und Wunder zu tun.

In Joh 12:3-6 erfahren wir, dass er die gemeinsame Kasse verwaltete. Im Nachhinein stellte sich wohl heraus, dass er auch Geld unterschlagen hat. Judas erlebte, wie eine Frau wertvollstes Salböl aus seiner Sicht maßlos über Jesus goss. Er sah darin nur eine Verschwendung, nicht aber die Liebe, Wertschätzung und Dankbarkeit Marias gegenüber Jesus. Allerdings war er nicht der Einzige wie in Mar 14:3-4 zu lesen ist. – Judas, scheinbar ein kühler Rechner; viele von uns würden wohl ähnlich reagieren. Nur das Judas sich wahrscheinlich aus dem Verkaufserlös selbst bedienen wollte.Judas22

Der Verrat

Kurze Zeit später ging er zu den Hohepriestern, um den Rahmen für einen Verrat abzustecken (Matt 26:14-16). Man einigte sich auf 30 Silberlinge, dem Monatslohn eines Tagelöhners. Aber was wollte Judas mit dem Verrat bezwecken?

Der Empfang in Jerusalem wenige Tage zuvor war sehr messianisch. Sollte die Verhaftung zur Initialzündung für einen großen Aufstand des Volkes und zur schnellen Proklamation Jesu zum König aller Könige dienen? Judas gehörte schließlich zu den aufrührerischen Zeloten. Dann hätte er aber Jesus trotz seiner Nähe zu ihm nicht verstanden.

Wollte er sich auf niederträchtige Weise etwas „dazuverdienen“, in der Hoffnung, Jesus würde sich wie schon geschehen (Joh 7:43), mit Leichtigkeit selbst befreien?

Eines kann wohl auf jeden Fall gesagt werden: Die anderen Jünger hatten Judas nicht im Verdacht. Er war schließlich einer der Ihren. Judas nimmt noch am letzten Passamahl und damit an der Einsetzung des Abend-, bzw Gedächtnismahls teil:

Denn dieses ist mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ (Matt 26:28 Elb1871)

Am Tisch sagte Jesus: ”Einer unter euch, der mit mir isst, wird mich verraten.“ (Matt 26:21-24)

Interessanterweise wies keiner der Jünger den Vorwurf so recht von sich. Jeder fragte: ”Bin ich’s?“ Jeder hat es sich zugetraut und jedem haben sie es zugetraut. Angesichts der andauernden Gefahren, in denen sie schwebten, sicherlich ehrliche Antworten. Nur Petrus brüstete sich später am Ölberg: "Wenn auch alle anderen deinetwegen zum Straucheln kommen, werde ich niemals zum Straucheln gebracht werden!" (Matt 26:33 NWÜ) Ausgerechnet er verleugnete und verfluchte Jesus später mehrmals (Matt 26:69-75)

Warum ließ JHWH Gott das alles zu?

Die ganze Bibel scheint zielgerichtet auf das Kommen und Gehen des Christus ausgerichtet zu sein.0-jesus-kreuzigung-nagel

Geburt und Geburtsort werden vorausgesagt:

Du aber, Bethlehem Efrata, kleinste unter den Städten Judas, aus dir wird der künftige Herrscher Israels hervorgehen, dessen Ursprung weit zurückliegt in uralten Tagen.“(Mic 5:2 Bruns);

- der Verrat und was mit den 30 Silberstücken passiert:

Da sagte der Herr zu mir: »Das ist also die stolze Summe, die ich ihnen wert bin! Wirf das Geld dem Schmelzer vor die Füße!« Ich nahm die dreißig Silberstücke und warf sie im Tempel dem Kunsthandwerker hin, damit er sie einschmelzen sollte. ( Sac 11:13 HFA)

- und auch, wie die Soldaten die Kleidung Jesu verlosten, während er sterbend am Kreuz oder Pfahl hing:

Denn Hunde haben mich umringt, der Frevler Rotte mich umgeben; sie machen Löcher mir an Händen und an Füßen. Ich spüre Pein in allen meinen Gliedern; sie schauen zu und weiden sich an mir. Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen über mein Gewand das Los“ (Psa 22:17-19 Grünewalder).

Jesus wusste, was Judas tun wird und ließ ihn trotzdem gewähren. ”Weh dem, durch den es geschehen wird.“ Jesus warnte ihn ja sogar noch vor.

Es war Gottes Plan, dass sein Sohn Jesus auf jeden Fall für die Sünden der Vielen sein Leben lassen musste. Rund 730 Jahre vor der Geburt Jesu Christi ließ JHWH durch den Prophet Jesaja sein Kommen und seinen Leidensweg voraussagen (Jes 53).

Doch Jahwe gefiel es, ihn zu zerschlagen, er hat ihn leiden lassen. Wenn seine Seele das Schuldopfer gestellt haben wird, so wird er Samen sehen, er wird seine Tage verlängern; und das Wohlgefallen [ O. der Wille] Jahwes wird in seiner Hand gedeihen. „ (Jes 53:10 Freie Bibel 2004)

Für uns Christen ist das trotz Auferstehungshoffnung eine grauenhafte Vorstellung. Aber es gab niemanden anderen, der einen Ausgleich für das Fehlverhalten Adams schaffen konnte, damit wir alle eine Zukunft haben. Angesichts des ehemals sehr bevorrechtigten Engels, der als Herr und Wächter über die Erde gesetzt wurde und durch seinen Hochmut und Machtstreben zum Teufel und Satan (Widersacher Gottes) wurde (Hes 28:2-7), war die absolute Treue und Standhaftigkeit des Jesus bis in den Tod und trotz des Schmerzes, den JHWH sicher empfand, doch sicher ein Grund der Freude für unseren Schöpfer. Wie die Bibel schreibt, wurde der Gottes Sohn nicht nur wieder auferweckt, sondern auch über alle Maße erhöht (Apg 2:33; Apg 5:3; Phi 2:9)

Gottes Plan wäre allerdings ganz gewiss auch ohne Judas zu seinem Ziel gekommen. Judas hatte also die freie Entscheidung. Aber offenbar blind vor Geldgier oder seinen politischen Zielen konnte er nicht mehr umkehren.

 
 

Biblische Szenen

 
 
 
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